(BZfE) – Kaffee ist nicht nur das Lieblingsgetränk vieler Menschen, er steht für Genuss und Geselligkeit. 164 Liter pro Kopf werden laut dem Deutschen Kaffeeverband hierzulande durchschnittlich pro Jahr getrunken. In Deutschland können sich aber immer weniger Menschen diesen Genuss noch leisten, da sich der Kaffee-Rohpreis seit 2020 um 247 Prozent erhöht hat, wie ein Marktcheck der Verbraucherzentralen ergab. Und die Verbraucherpreise von Bohnenkaffee lagen laut dem Statistischen Bundesamt im Juni 2025 45 Prozent höher als im Juni 2020. „Vor allem Menschen mit niedrigen Einkommen können sich Kaffee teils nicht mehr leisten und werden damit von sozialer Teilhabe ausgegrenzt“, sagt Silvia Monetti, Leiterin des IN FORM Verbundprojekts „Gesund und nachhaltig essen mit kleinem Budget“.
Die Verbraucherzentralen nahmen Ende 2025 rund 100 Kaffee-Produkte unter die Lupe und erfassten die Grundpreise, also die Preise pro Kilogramm. Dabei zeigten sich große Unterschiede innerhalb einer Produktkategorie. Insbesondere Kaffeepulver ist erheblich günstiger als Kaffeekapseln. Große Kaffeepackungen sind oft preiswerter als kleine, auf den Kilopreis gerechnet. Das ist deswegen interessant, da sich gemahlener Kaffee einige Wochen lang in einem undurchsichtigen, luftdichten Behälter vor Licht, Wärme und Feuchtigkeit geschützt aufbewahren lässt.
Positiv bewerteten die Verbraucherzentralen, dass Bio- oder Fairtrade-Produkte im Einzelfall deutlich günstiger sind als andere Kaffee-Varianten. Eigenmarken sind zudem in der Regel günstiger als Markenprodukte, selbst in Bio- und / oder Fairtrade-Qualität. Es lohne sich also, Grundpreise (pro kg) miteinander zu vergleichen und auch die Kaffeezubereitungsmethode zu berücksichtigen.
Unterschiedliche Siegel und Aussagen bezüglich „Fairness“ machten es allerdings den Verbraucherinnen und Verbrauchern schwer, eine gut informierte Kaufentscheidung zu treffen, gibt Monetti zu Bedenken. Eine Definition einheitlicher Kriterien wäre ihrer Ansicht nach genauso hilfreich wie eine Preisbeobachtungsstelle, die auf überhöhte Preise hinweist. „Davon würden vor allem einkommensschwache Haushalte profitieren, die prozentual einen deutlich höheren Anteil ihres Nettoeinkommens für die Deckung von Grundbedürfnissen wie Lebensmittel ausgeben,“ betont Monetti.
Weitere Informationen:
Verbraucherzentrale: Marktcheck Kaffee: So sparen Sie beim Kaffeekauf
BZfE: Kaffee ist nicht nur Koffein
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