(BZfE) – In Deutschland wächst das Angebot an Fertiggerichten wie Tiefkühlpizza, Fertiglasagne und Instant-Suppen. In den vergangenen fünf Jahren ist die Produktion auf 1,7 Millionen Tonnen gestiegen. Das entspricht einem Plus von knapp 26 Prozent meldet das Statistische Bundesamt. Vor allem Nudelgerichte sind nach Auswertung der Daten auf dem Vormarsch, die Mengen sind um satte 56 Prozent gestiegen. Auch bei Fleisch-Fertiggerichten (plus 43 %) und Gemüse-Fertiggerichten (plus 7 %) ist ein Zuwachs zu verzeichnen.
Trotz dieser Entwicklung verbringen die Menschen aber mit durchschnittlich 41 Minuten täglich ähnlich viel Zeit mit der Zubereitung von Mahlzeiten und damit verbundener Küchenarbeit – beispielsweise Geschirrspülen – wie vor zehn Jahren. Das hat die Zeitverwendungserhebung für das Jahr 2022 ergeben, für die rund 10.000 Haushalte mit Personen ab 10 Jahren befragt wurden.
Viele Menschen greifen gerne zu Fertiggerichten, weil es schnell geht und einfach ist. Mit frischen Zutaten zu kochen, dauert zwar etwas länger, aber es gibt eine Menge Pluspunkte: Sie sind in der Regel ernährungsphysiologisch günstiger, nachhaltiger und meist sogar preiswerter als Fertiggerichte. Oft fällt weniger Verpackungsmüll an und saisonales Obst und Gemüse aus der Region lassen sich leichter in den Speiseplan einbauen. Wer selbst Pizza backt, Salat zubereitet oder Suppe kocht, hat auch die „Zutatenliste“ in der eigenen Hand.
Es muss allerdings nicht „fertig“ ODER „frisch“ sein: Zeitersparnis in der Küche bringt die geschickte Kombination frischer Lebensmittel mit ausgewählten fertigen Produkten. Besonders praktisch sind zum Beispiel Gnocchi, Spätzle, Schupfnudeln oder Klöße, deren frische Zubereitung mit etwas mehr Aufwand verbunden ist. Auch bereits ausgerollte Teige für Pizza oder vorgeschnittene Gemüsemischungen aus der Tiefkühltruhe sind hilfreiche Zutaten, wenn es schnell gehen muss. Ideal sind Produkte, die möglichst „pur“ sind: Spätzle statt gefüllter Tortellini, Tiefkühl-Gemüse ohne Soße und Gewürze oder Fertigprodukte mit wenig Fett und Salz. Bei der Auswahl hilft auch der Nutri-Score oder ein Blick auf die Zutatenliste.Kombiniert mit viel frischem Gemüse oder Obst sowie Fleisch oder Fisch in Maßen, entsteht ruckzuck eine vollwertige Mahlzeit. Viele Gemüsearten sind schnell gar und unkompliziert in der Verarbeitung, da sie kaum geputzt oder geschält werden müssen. Dazu zählen unter anderem Blumenkohl, Fenchel, Möhren, Tomaten, Hokkaido-Kürbis, Auberginen und Zucchini.
Mit stückigen oder passierten Tomaten aus der Dose lässt sich im Handumdrehen eine einfache Tomatensoße für Pasta zubereiten: Zwiebel und Knoblauch in wenig Öl anbraten, einen Esslöffel Tomatenmark hinzugeben, kurz anrösten und mit Tomaten aus der Dose auffüllen. Zehn Minuten köcheln lassen und mit einem Schuss Sahne, einer Prise Zucker, Salz, Pfeffer und Kräutern abschmecken. Frisch zubereitet schmeckt die Soße meist deutlich intensiver und aromatischer als ein fertiges Produkt aus dem Supermarkt.
Heike Kreutz, bzfe.de
Weitere Informationen:
Destatis – Statistisches Bundesamt: Produktion von Fertiggerichten binnen fünf Jahren mengenmäßig um 25,6 % gestiegen
Destatis – Statistisches Bundesamt: Wo bleibt die Zeit? Ergebnisse zur Zeitverwendung in Deutschland 2022
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