- Fisch enthält viele Omega-3-Fettsäuren, hochwertiges Eiweiß und fettlösliche Vitamine, Seefisch liefert zudem Jod.
- Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. empfiehlt ein bis zwei Portionen Fisch à 120 Gramm pro Woche.
- Da viele Bestände überfischt sind, sollten nur Produkte aus verantwortungsvoller Fischerei gewählt werden. Dabei helfen Siegel und Empfehlungslisten.
- Eine Alternative können Fisch und Meeresfrüchte aus ökologischer Aquakultur oder regionaler Teichwirtschaft sein.
So gesund ist Fisch
Fisch und Meeresfrüchte enthalten viel hochwertiges und leicht verdauliches Eiweiß (Protein). Die Spanne reicht von circa 15 Gramm pro 100 Gramm (z. B. Pangasius) bis über zwanzig Gramm (z. B. Thunfisch oder Forelle).
Fisch enthält außerdem wertvolle gesunde Fette, vor allem die Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Sie gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren; diese sind unter anderem wichtig für die Herz- und Kreislaufgesundheit und können das Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfall senken. EPA und DHA kommen vor allem in fettreichem Fisch und Algen vor.
Wie viel Gesamtfett und Omega-3-Fettsäuren Fische liefern, hängt von ihrer Art und ihrem Lebensraum ab. Sehr „gehaltvoll“ sind Hering, Lachs und Makrele aus dem kalten Salzwasser mit mehr als zehn Prozent Fett, aber auch Sardinen. Mittelfette Fische wie Rotbarsch oder Forelle enthalten zwischen zwei und zehn Prozent Fett, magere Fisch wie Scholle oder Zander weniger als zwei Prozent.
Fettreiche Fische sind noch dazu eine gute Quelle für die fettlöslichen Vitamine A und D. Nur Seefische und Algen enthalten zudem viel lebensnotwendiges Jod, das der Körper nicht selbst bilden kann. Den Bedarf an Jod decken wir auch über Milchprodukte sowie mit Jodsalz hergestellten Lebensmitteln beispielsweise Wurst- und Brotwaren.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt pro Woche ein bis zwei Portionen Fisch. Eine Portion entspricht etwa 120 Gramm.
Wo steht Fisch in der BZfE-Ernährungspyramide?
Auch Fisch und Meeresfrüchte sind in der BZfE-Ernährungspyramide enthalten, wenn auch ohne Bild in der Grafik. Sie gehören - wie auch Eier - zu dem Baustein „Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch, Ei“, der in der untersten gelben Ebene durch Fleisch und Bohnenhülse dargestellt wird. Die Empfehlung ist, zwischen diesen pflanzlichen und tierischen Proteinquellen während der Woche abzuwechseln.
Wie gelingt nachhaltiger Fischkonsum?
Die Ernährungsempfehlung, ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche zu essen, steht heute im Widerspruch zu bedrohten Fischbeständen und Ökosystemen. So rückt die überlegte Auswahl beim Einkauf stärker in den Fokus. Die Lösung ist, Fisch und Fischerzeugnisse nicht bedrohter Arten und Bestände zu wählen und Fisch aus (Bio-)Aquakultur zu bevorzugen. Wer keinen Fisch isst, kann Alternativen wie Algen zur Versorgung mit den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sowie Jod ausprobieren. Algen können hohe Konzentrationen an Jod enthalten, daher ist es wichtig, die Verzehrempfehlung auf der Verpackung zu beachten.
Pflanzliche Öle wie Leinöl, Walnuss- oder Rapsöl enthalten viel Alpha-Linolensäure (ALA), eine weitere Omega-3-Fettsäure, die der Körper in begrenztem Umfang in EPA und DHA umwandeln kann. Pflanzliche Öle können die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren unterstützen, aber nicht allein als Quelle für diese Fettsäuren dienen.
Bei der nachhaltigen und umweltschonenden Wahl helfen Siegel wie das MSC-Siegel für Wildfang und das ASC-Siegel für Aquakultur. Einen ersten Überblick dazu gibt es auf der Seite Vom Einkauf in die Küche. Wer es genauer wissen möchte, findet im Portal Fischbestände Online vom Thünen-Institut Details zu FAO-Fanggebieten, Arten und der Frage, welche Bestände überfischt sind.
Besonders anschaulich aufbereitet sind diese Fakten in Listen und Ratgebern zu empfehlenswerten bzw. weniger oder nicht empfehlenswerten Fischen und Meeresfrüchten. Eine davon ist die Liste „Guter Fisch". Sie wird seit 2022 gemeinsam von der Verbraucherzentrale, Forschungseinrichtungen und Umweltverbänden herausgegeben und jährlich aktualisiert.
Mit diesen Hilfestellungen lässt sich recht gut entscheiden, welche Arten bzw. Bestände eher kritisch sind und ob es dazu nachhaltigere Alternativen gibt. Sie helfen auch dabei, sich an der Fischtheke gezielt beraten zu lassen.
Forellen aus heimischer Erzeugung
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Mehr Informationen
Das Video des Bundesinformationszentrum Landwirtschaft gibt einen Einblick in die Forellenzucht.
Fische aus regionaler Aquakultur, Teichwirtschaft und manchmal auch Aquaponik finden Sie über eine Direktvermarktung vor Ort oder Online und im gut sortierten Lebensmittel- oder Fischgeschäft.
Ideen für eine gesunde und nachhaltige Wahl
Nutzen Sie die ganze Vielfalt an Fisch und Meeresfrüchten und probieren Sie auch mal Ihnen unbekannte Alternativen zu gewohnten Arten. Orientieren Sie sich dazu an Siegeln, Listen und fragen Sie den „Händler oder die Händlerin Ihres Vertrauens”. Hier ein paar Anregungen von A bis Z, zum Beispiel auf Basis des WWF-Fischratgebers.
Aus dem Salzwasser
Speisealgen sind meist großblättrige Makroalgen, zum Beispiel die aus Sushi bekannte Rotalge Nori. Die Braunalge Wakame würzt japanische Miso-Suppe und die Grünalge Ulva erinnert an grünen Salat. Abhängig von der Art ihrer Erzeugung, vom Transport und der Weiterverarbeitung können Algen eine sehr günstige Klima- und Umweltbilanz haben. Algen bieten viel Omega-3-Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Sie sind auch eine gute Quelle für lebensnotwendiges Jod. Zu viel Jod kann auch schädlich sein. Da bestimmte Algen sehr hohe Dosen Jod enthalten können, sollten stets die Hinweise zum empfohlenen Verzehr und zur Zubereitung befolgt werden.
Miesmuscheln wachsen wild auf Muschelbänken oder in Aquakultur, zum Beispiel im deutschen Wattenmeer. Wie nachhaltig die Muschelfischerei ist, hängt von der Methode ab. Am umweltverträglichsten ist die Zucht an langen Leinen, weil dadurch kein Meeresboden zerstört wird. In Schleswig-Holstein gilt zudem seit 2015 eine Vereinbarung zwischen Muschelfischerei, Fischereiverwaltung und Naturschutz zum Schutz des Wattenmeeres. Miesmuscheln werden von September bis April gefischt und frisch, geräuchert oder haltbar gemacht angeboten.
Die etwa 30 bis 60 Zentimeter langen Rotbarsche leben im Nordatlantik meist in Schwärmen in bis zu 1.000 Metern Tiefe. Sie wachsen langsam und werden erst nach zehn bis zwölf Jahren geschlechtsreif. Deshalb erholen sich überfischte Bestände erst nach vielen Jahrzehnten und bemüht sich die Fischerei um ein nachhaltiges Management. Je nach Fanggebiet gilt für Rotbarsch eine unterschiedliche Kaufempfehlung.
Die kleinen Schwarmfische von bis zu 20 Zentimeter Länge gehören zur Familie der Heringe und leben vor allem im Nordostatlantik und Mittelmeer. Da ein Weibchen bis zu 60.000 Eier legt und junge Sardinen schnell wachsen, sind die Bestände nicht so anfällig für Überfischung. Es kommt kaum zu unerwünschtem Beifang oder negativen Auswirkungen auf die Umwelt. In Deutschland sind „Ölsardinen” als Vollkonserven beliebt. Die gibt es mit ganzen Sardinen, als Filet mit oder ohne Haut und in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Die feinen weichen Gräten isst man einfach mit.
Auf der Speisekarte vieler Restaurants findet sich der „Wolf des Meeres” als „Loup de mer”. Der Name erinnert an seine räuberische Lebensweise. Wolfsbarsche werden im Schnitt 30 bis 70 Zentimeter lang. Es gibt sowohl angemessen befischte als auch überfischte Bestände. Selektives Fischen mit Hand-, Angel- und Langleinen verhindert den Beifang von anderen Fischen. Im Mittelmeerraum werden Wolfsbarsche auch in Aquakultur gezüchtet. Hier empfehlen sich Produkte mit einem ASC-Siegel oder aus Bio-zertifizierter Zucht.
Aus dem Süßwasser
Karpfen werden in Deutschland in vielen Teichanlagen unter weitgehend natürlichen Bedingungen gezüchtet. Das macht den Süßwasserfisch zu einer nachhaltigen, guten Wahl. Zwischen September und April kommen meist drei Jahre alte Tiere von etwa 30 Zentimeter Länge in den Handel. Vor dem Verkauf werden die Fische einige Tage in klarem Wasser gehalten, damit sich der erdige Geschmack verliert. Bleiben die teils feinen Gräten, die manche Menschen vom Karpfengenuss abhalten. Bei Filets lässt es sich dadurch lösen, dass sie alle paar Millimeter mit einem scharfen Messer eingeschnitten werden. Außerdem gibt es Karpfen bereits „grätenfrei geschnitten” zu kaufen.
Regenbogenforellen sind heute sehr beliebte Zuchtfische, die frisch aus regionaler Teichwirtschaft erhältlich sind. In Lebensmittelgeschäften finden sich vor allem geräucherte Forellenfilets im Kühlregal. Hier hilft das ASC-Siegel bei der Auswahl von Produkten, die nach hohen Umweltstandards erzeugt wurden – vor allem im nördlichen Europa wie Dänemark. Noch strengere Vorschriften gelten für Forellen aus bio-zertifizierter Zucht. Lachsforellen heißen Regenbogenforellen oder andere Arten mit einem Gewicht von über 1,5 Kilogramm und rötlichem Fleisch.
Im deutschen Handel findet sich vor allem der Seesaibling aus Aquakultur. Hauptproduzent ist Island, das ein wirksames Fischereimanagement verfolgt. Die schmackhaften Süßwasserfische werden meist zwischen 25 und 50 Zentimeter groß. Ihr festes aber feines, lachsfarbenes Fleisch macht sie zu einem beliebten Speisefisch. In kleinerem Ausmaß werden auch Bachsaiblinge gezüchtet. Der Elsässer Saibling ist eine Kreuzung aus See- und Bachsaibling, der die guten Eigenschaften beider Arten kombiniert.
Welse sind Süßwasserfische, die bis zu zwei Meter lang werden können. Der afrikanische Wels ist weltweit eine der wichtigsten Fischarten für die Aquakultur. Er wächst schnell und benötigt wenig Platz in geschlossenen Kreislaufanlagen. Das wirft jedoch Fragen zu seiner artgerechten Haltung auf. Eine Alternative kann Wels aus Teichwirtschaft, bio-zertifzierter Aquakultur oder Aquaponik-Anlagen sein.
Der Zander gilt als einer der edelsten Süßwasserfische mit magerem, fast grätenfreiem Fleisch und feinem Aroma. Er lebt aber auch im Küstenbereich der Ostsee. Zander können über einen Meter groß werden und stehen als Raubfisch am Ende der Nahrungskette. Daher erzeugt der Wildfang nicht nur hohen Druck auf die Bestände, sondern kann auch zu Veränderungen ganzer Lebensgemeinschaften führen. Zander gilt als neue erfolgversprechende Fischart für die Aquakultur. Bisher gibt es ihn aus geschlossenen Anlagen aus Dänemark, Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz.
Wie sicher sind Lebensmittel aus Fisch und Meeresfrüchten?
Auf der einen Seite ist Fisch ein gesundes Lebensmittel und sehr beliebt. Auf der anderen Seite stehen gegebenenfalls Bedenken wegen möglicher Schadstoffe oder Rückstände. Hier ein kurzer Überblick zu den häufigsten Stichworten:
- Schwermetalle wie Quecksilber, Blei und Cadmium können aus der Industrie oder natürlicherweise aus der Umwelt in die Gewässer gelangen und sich in Fisch und Meeresfrüchten anreichern. In der Praxis ist vor allem Quecksilber in älteren Fischen am Ende der Nahrungskette problematisch. Dazu gehören große Thunfische. Für Thunfisch-Konserven werden aber überwiegend kleine, geringer belastete Fische verwendet.
- Als Mikroplastik bezeichnet man winzige Kunststoffteile. Sie stammen aus Plastikmüll, der zunehmend die Ozeane verschmutzt und von Meerestieren aufgenommen wird. Ob und in welcher Menge sie auch in ihr Muskelfleisch gelangen und damit vom Menschen in der Nahrungskette aufgenommen werden, ist noch unklar und wird weiter erforscht.
- Alle Seefische können von Parasiten wie Nematoden (Rundwürmer) befallen sein. Sie werden durch Tiefgefrieren und Erhitzen abgetötet. Dazu gibt es entsprechende Vorschriften für die Fisch verarbeitenden Betriebe.
Fischvergiftungen sind selten
Es gibt verschiedene Ursachen für Fischvergiftungen. Oft sind Bakterien wie Salmonellen oder Listerien die Auslöser. Sie vermehren sich, wenn Fisch oder Meeresfrüchte nicht ausreichend gekühlt werden. Seltener stammen Gifte aus bestimmten Mikroalgen. Ein Beispiel ist das Ciguatoxin, das sich meist in tropischen Fischen anreichern kann, wenn sie die Algen fressen. Den Tieren selbst schadet das Gift nicht. Fischerzeugnisse werden daraufhin überprüft.
Eine potentielle Gefahrenquelle sind insbesondere verdorbener Thunfisch oder Makrele. Werden zum Beispiel Konserven nach dem Öffnen nicht kühl genug gelagert, kann sich viel Histamin bilden. Der Verzehr solcher Produkte kann zu Hautrötungen, Schwindel und Erbrechen führen (Scombrotoxismus).
In Deutschland kommen Fischvergiftungen durch natürliche Gifte, verdorbenen Fisch oder Meeresfrüchte eher selten vor.
Wie häufig ist eine Fischallergie?
Laut Deutschem Allergie und Asthmabund haben etwa 0,2 Prozent der Kinder und 0,5 Prozent der Erwachsenen in Deutschland eine Fischallergie. Auslöser sind bestimmte Fischeiweiße aus dem Muskelgewebe. Eine Fischallergie entsteht meist in der frühen Kindheit und bleibt dann ein Leben lang.
Die Beschwerden einer Fischallergie können von leichten Symptomen wie einem Kribbeln im Mund bis zu Bauchschmerzen und Erbrechen reichen. Im schlimmsten Fall kommt es zu lebensgefährlichen Reaktionen. Die Vorbeugung besteht darin, dass Fisch konsequent vom Speiseplan gestrichen wird. Bevor sich jemand dazu entscheidet, sollte ein Allergologe oder eine Allergologin untersuchen, ob tatsächlich eine Fischallergie vorliegt. Denn manche der Symptome gleichen denen einer Fischvergiftung und rechtfertigen daher nicht den lebenslangen Verzicht auf Fisch.












