Fisch und Meeresfrüchte: Vom Fang in den Handel

Wie Fisch verarbeitet und haltbar gemacht wird

Zwei Hände in weißen Gummihandschuhen entfernen die Gräten aus einer Reihe von Lachsfilets. © contrastwerkstatt – stock.adobe.com
  • Frischer Fisch und Meeresfrüchte sind empfindliche Lebensmittel. Hohe Ansprüche an Kühlung und Hygiene sorgen für Qualität und Sicherheit.
  • Tiefkühlfisch verkraftet längere Transportwege gut und ist eine beliebte Alternative zu frischem Fisch.
  • Konserven machen Fisch ohne Kühlung und Konservierungsstoffe lange haltbar.
  • Durch Salzen, Räuchern oder Marinieren wächst die Vielfalt um beliebte Erzeugnisse wie Räucherlachs, Matjes oder Rollmops.

Vom Fang zur Frischetheke

Rund 15 Prozent unseres Fischkonsums ist frischer Fisch. Frischfisch ist ein äußerst empfindliches Lebensmittel und wird daher unmittelbar nach dem Fang auf Eis gelagert. Größere Fische werden vor dem Transport aus Gründen der Qualität und Hygiene oft ausgenommen, kleinere werden häufig „ganz“ gehandelt. Strenge Anforderungen an Transport und Kontrollen sorgen dafür, dass der Fisch hygienisch einwandfrei bleibt. Dazu muss auch das Schmelzwasser stets ablaufen können.

Wichtig sind außerdem geschlossene Kühlketten, vor allem wenn der Transport mehrere Tage dauert. Wie lange, hängt von der Art der Fischerei ab. Frischfisch aus Island wird beispielsweise in Bremerhaven als Tagesfang angelandet, kontrolliert, sortiert und in speziellen Kühlfahrzeugen weitertransportiert. Importe aus aller Welt landen per Luftfracht am Frankfurter Flughafen. 96 Prozent der Ware verlassen ihn noch am selben Tag wieder per Anschlussflug oder Kühl-Lkw. Je kürzer die Fangreisen und Transportwege sind, desto frischer kommt Seefisch in den Handel.

Beliebte Fischprodukte in Deutschland

Tiefkühlfisch von hoher See

Besonders beliebt ist Tiefkühlfisch. Er macht in Deutschland rund ein Viertel des Verbrauchs von Fisch aus. Gefrorener Fisch lässt sich im Tiefkühlschrank oder einer Gefriertruhe einfach und lange lagern und ist oft preiswerter als frischer Fisch.

Das Einfrieren erfolgt entweder direkt auf großen Fang- und Verarbeitungsschiffen der Hochseefischerei oder direkt später an Land. Auf „Fabrikschiffen“ laufen viele Schritte vollautomatisch: Die Fische werden geköpft, ausgenommen, gewaschen und bei minus vierzig Grad Celsius schockgefrostet. Für Filets werden Arten wie Alaska-Seelachs oder Rotbarsch vorher maschinell enthäutet und filetiert. Auch die Verpackung übernehmen Maschinen.

Nach dem Tiefkühlen muss der Fisch ständig unterhalb einer Temperatur von minus 18 Grad Celsius gelagert werden. So sind auch lange Transporte möglich, etwa per Seefracht von Asien nach Europa, die mehrere Wochen dauern.

Fisch aus der Konserve

So sensibel frischer Fisch auch ist: Mit verschiedenen Methoden, die sein leicht verderbliches Eiweiß gerinnen lassen, wird er lange haltbar – allen voran durch Hitze. Für Dauerkonserven wird Fisch in Dosen oder Gläsern bei über hundert Grad Celsius sterilisiert. Dadurch halten sie sich ohne Kühlung sehr lange, ohne dass Konservierungsstoffe nötig sind. Der Inhalt unbeschädigter Dosen kann auch noch eine Zeit lang nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums genießbar sein. Beliebte Beispiele sind Thunfischfilets, Hering in Soße oder Ölsardinen. 

Daneben gibt es gekühlte Fischerzeugnisse, die nicht sterilisiert sind. Dazu gehören Marinaden wie Rollmöpse und Sahnehering, die durch Essig und Salz „kaltgar“ gemacht werden. Andere Produkte werden gebraten (z. B. Brathering) oder gekocht (z. B. Hering in Gelee). Solche Fischerzeugnisse gehören bei zwei bis sieben Grad Celsius stets in den Kühlschrank. Dort halten sie sich bis zum angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum.

Hygienetipp: Essen Sie Fisch aus der Konserve nach dem Öffnen am besten sofort auf. Alternativ füllen Sie ihn in ein anderes, fest schließendes Gefäß um, lagern ihn im Kühlschrank und verbrauchen Reste spätestens am nächsten Tag.

Salzfische und Räucherfische

Salzen ist eine der ältesten Methoden, Fisch haltbar zu machen. Dazu werden fettreiche Fische entweder mit trockenem Salz eingerieben oder in eine Salzlake eingelegt. 

  • Ein beliebter Salzfisch ist Matjes. So bezeichnet man junge Heringe, die in Salzlake und durch natürlich im Fisch enthaltene Enzyme reifen.
  • Auch Salzsardellen reifen mehrere Monate. Sie werden meist in Öl eingelegt als Filets oder Ringe verkauft.

Räucherfische entstehen durch eine Kombination aus Salzen, Antrocknen und Räuchern. Der Rauch verglimmender Holzspäne sorgt für das typische Aroma, das häufig von Buche oder Erle stammt.

  • Die klassische Methode ist das Heißräuchern. Dazu werden Fische wie Makrele, Heilbutt, Forelle oder Lachs erst gegart und dann bei über sechzig Grad Celsius viele Stunden lang geräuchert.
  • Die Kalträucherung erfolgt bei maximal dreißig Grad Celsius und dauert länger. Das führt zu langer Haltbarkeit und intensivem Geschmack.

Salzfische und Räucherfische gibt es unverpackt an der Fischtheke oder vakuumverpackt im Kühlregal. Auch zuhause gehören sie sofort in den Kühlschrank.

Meeresfrüchte aus dem (Tief-)Kühlregal

Krebstiere, auch Krustentiere genannt, Muscheln und Tintenfische machen das Angebot noch größer. Solche „Meeresfrüchte“ gibt es frisch in der Fischtheke oder vorverarbeitet aus dem Kühlregal, zum Beispiel Nordseekrabben. Die werden von deutschen, holländischen oder dänischen Fischkuttern gefangen und direkt an Bord gekocht. Bisher werden sie dann vor allem in Marokko von Hand geschält, weil das heutzutage wirtschaftlicher ist. Konserviert gelangen sie zurück nach Europa und zum Beispiel in 100-Gramm-Packungen in den Supermarkt. Um Krabben direkt in Deutschland kostengünstig zu schälen, bräuchte es eine maschinelle Lösung. Dazu gab es zum Beispiel ein erstes Forschungsprojekt des staatlichen Thünen-Instituts. 

Eine Alternative sind gefrorene Garnelen und andere Meeresfrüchte. Sie erhalten in der Regel eine Eisglasur. Das schützt sie vor Gefrierbrand und so lassen sie sich einzeln küchenfertig aus der Packung entnehmen. Auch Muschelfleisch gibt es in dieser Form.

Hätten Sie's gewusst? Werden frische, lebendige Muscheln in einer luftdichten Verpackung angeboten, enthält diese ausreichend Sauerstoff. Sie trägt dann den Hinweis „unter Schutzatmosphäre verpackt“.

Von Fischstäbchen bis Kaviar


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Weitere Informationen

Die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuchs für Fisch und Fischerzeugnisse definieren Begriffe, beschreiben Herstellungsverfahren und Beurteilungsmerkmale:

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit informiert zu kritischen Aspekten:

Beim Fisch-Informationszentrums e. V. (FIZ) gibt es Antworten auf viele Fragen rund um Fisch und Meeresfrüchte als Lebensmittel: