(BZfE) – Das kennen wahrscheinlich viele: Nach einer intensiven Sporteinheit macht sich im Unterschenkel plötzlich ein Krampf bemerkbar und die Hand wandert fast automatisch zur Packung mit den Magnesiumpräparaten. Magnesium hilft schließlich gegen Muskelkrämpfe, heißt es. Aber stimmt das denn? Die wissenschaftliche Beweislage dafür ist tatsächlich ziemlich dünn: Studien zeigen keine klare Überlegenheit von Magnesiumpräparaten gegenüber Placebos.
Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Muskelkontraktion. Das bedeutet aber nicht, dass es bei Krämpfen hilft. Laut Forschenden von der Goethe-Universität Frankfurt sind für krampfende Muskeln während des Sports oder danach vor allem folgende Dinge verantwortlich: muskuläre Ermüdung (etwa durch zu starke Beanspruchung), eine verkürzte Muskulatur sowie starkes Schwitzen und gleichzeitig oft eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme.
Was kann man also tun? Am besten die Trainingsintensität langsam steigern und nicht unbedingt bei hohen Temperaturen Sport treiben. Und wenn es doch sehr warm ist, genügend trinken. Eine Möglichkeit, den Flüssigkeits- und Elektrolyte-Haushalt bei intensivem Training auszugleichen, ist, statt Wasser zum Beispiel Apfelschorle mit einer Prise Salz zu trinken.
Und wenn es doch zum Krampf kommt, am besten leichte Dehnübungen machen. Oder mit Essiggurkenwasser gurgeln – zu dieser ungewöhnlichen Erkenntnis kamen Forschende aus den USA. Sie vermuten, dass die Wirkung nicht auf dem enthaltenen Salz oder anderen Mineralien beruht. Vielmehr soll der saure Geschmack des Essigs bestimmte Rezeptoren im Rachenbereich stimulieren und diese senden ein Signal, das den Krampf im Muskel hemmen soll. Vorbeugend wirkt das übrigens nicht. Und ein Glas Essiggurken zum Training mitzunehmen, ist sicher gewöhnungsbedürftig.
Merle Schonvogel, bzfe.de
Weitere Informationen:
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Studie: Magnesium bei Muskelkrämpfen
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