Viraler Trend: Skyr mit Energydrink

Wie gesund ist der Protein-Energie-Mix?

Ein Jugendlicher im T-Shirt und mit Kopfhörern um den Hals, steht vor einem Sportplatz und trinkt aus einem To-Go-Becher. © Miljan Živković – stock.adobe.com

(BZfE) – Es ist ein schnell gemixtes Trendgetränk: Skyr und Energydrink in einen Shaker füllen und kräftig schütteln, damit die Kohlensäure verschwindet. Bei Instagram und Tiktok probieren derzeit viele diese ungewöhnliche Kombination aus und machen anschließend den „Taste Test“. Die meisten „Tester“ sagen, dass die Mischung gut schmeckt und ziehen geschmackliche Vergleiche mit einem probiotischen Joghurtdrink oder einem Proteinshake. Sie versprechen sich von dem Getränk sowohl einen Protein- als auch einen Energiekick, außerdem soll es satt machen. Der Mix kombiniert zwei Themen, die in den sozialen Medien derzeit besonders thematisiert werden: High-Protein-Produkte und schnelle Energie. Aber wie gesund ist der Trend-Drink wirklich? Zuerst ein Blick auf die einzelnen Zutaten: 

Isländischer Skyr ist ein cremiges Milchprodukt mit leicht säuerlicher Note. Er liefert kaum Fett, aber viel wertvolles Eiweiß, ist kalorienarm und sättigt gut. Daher ist er vor allem bei Fitnessbegeisterten gefragt und zurzeit sogar gelegentlich im Handel ausverkauft. Für die Herstellung von Skyr wird, ähnlich wie beim Quark, entrahmte Milch mit Milchsäurebakterien angesäuert und mit Lab dickgelegt. 

Energydrinks enthalten viel Koffein, viel Zucker oder Süßstoffe und oft weitere Zutaten wie Inosit, Taurin und Glucuronolacton. Solche Drinks versprechen, wach zu machen und die Leistungsfähigkeit zu steigern – dieser Effekt ist aber nur kurzfristig. Mit einer 500 ml Dose Energy-Drink wird bereits die maximal empfehlenswerte Zuckerration an zugesetztem Zucker für einen Tag ausgeschöpft.  Außerdem enthält diese Menge so viel Koffein wie 1,5 Liter Cola. Zu viel Koffein kann schädlich für die Gesundheit sein. Die tolerierbaren Höchstmengen sind je nach Alter unterschiedlich. Für Kinder ist diese bereits bei einer 250 ml Dose, bei Jugendlichen häufig bei einer 500 ml Dose am Tag erreicht. Werden diese Höchstmengen überschritten, sind akute Nebenwirkungen möglich wie Nervosität, Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden, starkes Schwitzen, Herzrasen und ein erhöhter Blutdruck. Hinzu kommt, dass sich der Körper an Koffein gewöhnt. Wer regelmäßig Energydrinks konsumiert, braucht mit der Zeit größere Mengen, um sich genauso wach und leistungsfähig zu fühlen. 

Philine Lenz vom Bundeszentrum für Ernährung zieht daher folgendes Fazit zu dem Hype um den „Protein-Energie-Drink“: „Skyr ist ein empfehlenswertes Lebensmittel. Die Mischung mit Energy Drinks bietet keinen echten Mehrwert gegenüber einer ausgewogenen Mahlzeit, sondern sorgt dafür, dass unbemerkt hohe Mengen Zucker und Koffein aufgenommen werden. Skyr daher besser mit Obst, Haferflocken und Nüssen kombinieren. Erwachsene können dazu eine Tasse Kaffee oder Tee trinken.“ 

Noch ein Tipp: Mit dem meist teureren Skyr ist der günstigere Magerquark in der Nährstoffzusammensetzung sehr gut vergleichbar. Wer den Magerquark pur zu fade findet, kann ihn mit etwas Milch, Buttermilch oder Sprudelwasser cremig aufrühren. Fun-Fact: Der günstigere Magerquark enthält sogar etwas mehr Protein (12-13 g pro 100 g) als Skyr (11 g). 

Julia Seeher, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Skyr, Joghurt, Quark – wie unterscheiden sich die Milchprodukte?

BZfE: Energy-Drinks – was ist drin und warum sind sie vor allem für Kinder nicht gesund?

BZfE: Material für die Schule: Energydrinks – Sachtexte für Erörterungen

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(Bildquelle: © Miljan Živković– stock.adobe.com)