- Kaffee gibt es als Röstkaffee und in weiteren Formen und Varianten.
- Für Kaffee in Fertigverpackungen sind bestimmte Angaben auf dem Etikett vorgeschrieben.
- Die Zubereitungsmöglichkeiten für Kaffee sind zahlreich.
- Geschmack und Aroma des Kaffees verändern sich je nach Brühmethode.
- Für ein gutes Aroma sollte Kaffee kühl, trocken und luftdicht lagern und frisch zubereitet werden.
Es gibt noch mehr als Röstkaffee
Der Handel bietet Kaffee überwiegend als Röstkaffee an:
- als ganze Bohne
- gemahlen und vakuumverpackt
- beim Kauf vor Ort frisch gemahlen
Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Kaffeeprodukte:
Löslicher Kaffee, auch Instant-Kaffee oder Kaffee-Extrakt genannt, ist im Prinzip ein stark konzentrierter Aufguss aus Röstkaffee, dem anschließend das Wasser entzogen wird. Dieser wird am Ende sprüh- oder gefriergetrocknet. Im Handel sind lösliche Kaffees meist als Trockenextrakte erhältlich, entweder pulverförmig oder als Granulat. Für die Zubereitung wird das Kaffeepulver einfach in heißem Wasser aufgelöst.
Löslichen Kaffee gibt es auch als Kaffeespezialitäten wie Cappuccino oder Eiskaffee mit weiteren Zutaten wie Zucker, Milchpulver oder Aromen.
Durch verschiedene Verfahren kann man den Kaffeebohnen – meist dem Rohkaffee – das Koffein entziehen. Entkoffeinierte Röstkaffees dürfen höchstens ein Gramm Koffein pro Kilogramm Kaffeetrockenmasse enthalten. Zum Vergleich: Koffeinhaltiger Röstkaffee enthält etwa 13 Gramm Koffein (Arabica) bzw. 24 Gramm (Robusta) pro Kilogramm Trockenmasse. Entkoffeinierten Kaffee gibt es auch in löslicher Form. Dieser darf höchstens drei Gramm Koffein pro Kilogramm Kaffeetrockenmasse enthalten.
Der Begriff Schonkaffee ist rechtlich nicht definiert. Darunter wird meist Kaffee zusammengefasst, der durch ein spezielles Verfahren besonders bekömmlich ist. Er soll den Magen-Darm-Trakt schonen. Im weiteren Sinne zählt auch Kaffee aus besonders milden Sorten zu Schonkaffee (naturmilder Kaffee). Außer Röstkaffee gibt es auch löslichen Kaffee als Schonkaffee, mit und ohne Koffein.
Das steht auf dem Etikett
Röstkaffee muss mindestens mit folgenden Angaben gekennzeichnet sein:
- Bezeichnung des Lebensmittels
- Nettofüllmenge
- Mindesthaltbarkeitsdatum
- Name oder Firma und Anschrift des in der EU niedergelassenen Lebensmittelunternehmers bzw. des Importeurs, der das Erzeugnis einführt
Eine Zutatenliste und eine Nährwertkennzeichnung sind für ganze Kaffeebohnen und gemahlenen Kaffee nicht erforderlich.
Für Kaffeeerzeugnisse wie Instant-Kaffeespezialitäten, die aus mehreren Zutaten bestehen, gelten weitere Kennzeichnungspflichten:
- Verzeichnis der Zutaten in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils
- bestimmte Zutaten, die Allergien oder Unverträglichkeitsreaktionen auslösen können, darunter glutenhaltige Getreide wie Gerste, Weizen oder Roggen, Milch oder Schalenfrüchte wie Mandeln oder Haselnüsse
- Nährwertkennzeichnung
Der Koffeingehalt muss weder bei Kaffeebohnen oder -pulver noch bei Getränken auf Basis von Kaffeeextrakt angegeben werden. Diese Regelung gilt unabhängig von der Höhe des Koffeingehaltes.
So gelingt der perfekte Kaffeegenuss
Nicht nur die Kaffeesorte und die Art der Röstung bestimmen den guten Geschmack von Kaffee, auch die frische Zubereitung ist entscheidend. Denn beim Warmhalten verliert Kaffee bereits nach einer halben Stunde deutlich an Aroma. Eine Thermoskanne schneidet dabei besser ab als die Warmhalteplatte der Kaffeemaschine. Auch Wiederaufwärmen schadet dem Aroma.
Zubereitungstipp: Kaffee als ganze Bohne und nicht auf Vorrat kaufen und am besten direkt vor dem Aufbrühen zu Hause selber mahlen.
Und noch weitere Faktoren haben bei der Zubereitung großen Einfluss auf den Geschmack des Kaffees:
Kaffeebohnen sollten möglichst erst kurz vor der Zubereitung gemahlen werden. Je nach Zubereitungsart werden unterschiedliche Mahlgrade empfohlen:
- grob gemahlen für Press-Stempelkannen
- mittelgrob gemahlen für Kannenaufguss
- mittelfein gemahlen für den Filter
- sehr fein gemahlen für Espresso und türkischen Mokka
Wie viel Kaffee man für die Zubereitung benötigt, ist auch persönliche Vorliebe. Hier einige Richtwerte:
- für normal starken Kaffeeaufguss: sechs bis acht Gramm Kaffeepulver pro Tasse (150 Milliliter), das entspricht einem knapp gehäuften Esslöffel beziehungsweise einem gestrichen gefüllten Kaffeemaßlöffel pro Tasse oder 50 bis 60 Gramm pro Liter
- für Mokka: acht bis zehn Gramm pro 100 Milliliter
- für Espresso: sechs bis acht Gramm Kaffeepulver pro Espressotasse (etwa 25 bis 50 Milliliter)
- für löslichen Kaffee: eineinhalb bis zwei Gramm Instantpulver pro Tasse (150 Milliliter); das entspricht einem leicht gehäuften Kaffeelöffel
Zum Kaffeekochen nimmt man frisches kaltes Wasser aus der Leitung. Dieses füllt man entweder in den Tank der Maschine oder bringt es für die Stempelkanne oder den Handfilter zum Kochen. Danach lässt man das Wasser leicht abkühlen (etwa 86 bis 89 Grad Celsius, jedoch unter 96 Grad Celsius) und brüht den Kaffee dann auf. Abgestandenes Wasser führt zu einem faden Kaffeegeschmack.
Je nach Wohnort ist die Wasserhärte unterschiedlich. Ideal für die Zubereitung von Kaffee ist Wasser mit weicher bis mittlerer Härte. Bei sehr hartem oder chlorhaltigem Wasser sind sorgfältig gewartete Wasserfiltersysteme oder stilles, mineralarmes Mineralwasser empfehlenswert. Auskunft zur Wasserhärte erteilt das zuständige Wasserversorgungsunternehmen.
Kurze Lagerung für mehr Aroma
Röstkaffee sollte grundsätzlich nur kurz gelagert werden, da er schnell an Aroma verliert. Ganze Bohnen bewahren das Aroma besser als gemahlener Kaffee und können vergleichsweise länger aufbewahrt werden.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum von gemahlenem und vakuumverpacktem Kaffee liegt meist bei rund 18 Monaten. Danach ist er in der Regel zwar nicht schlecht, kann aber an Aroma einbüßen oder ranzig werden.
Eine gut verschlossene Packung sorgt dafür, dass der Kaffee vor Sauerstoff geschützt ist, er nicht feucht wird und keine Fremdgerüche annimmt. Am einfachsten geht das so: Originalverpackung nach dem Öffnen wieder luftdicht verschließen, in eine Dose legen und im Kühlschrank aufbewahren.
Wer Kaffee selten trinkt, kann ihn gemahlen und luftdicht verpackt portionsweise einfrieren. Das schützt das Aroma besonders gut. Ein Auftauen ist vor der Zubereitung nicht nötig.
Zubereitungsarten im Überblick
Kaffee lässt sich auf viele Arten zubereiten. Jede ergibt ein anderes Geschmackserlebnis. Grundsätzlich gilt: Kaffee so frisch wie möglich genießen!
- Beim Filtern läuft heißes Wasser durch das Pulver und einen Filter, der die feinen Partikel zurückhält, aber die Aromen langsam und gleichmäßig extrahiert. Ob per Hand oder mit der Kaffeemaschine – Filterkaffee ist beliebt.
- Beim Aufbrühen zieht das Pulver im Wasser, ohne zu kochen. Die French Press liefert so einen kräftigen, öligen Kaffee. Cold Brew entsteht dagegen durch stundenlange Kaltwasserextraktion. Das Ergebnis ist besonders mild und bekömmlich.
- Unter Druck gebrühter Kaffee ist besonders intensiv und aromatisch. Die Siebträgermaschine produziert klassischen Espresso mit leicht schaumiger Crema, die Herdkanne eine kräftigere Variante.
- Beim Kochen wird das Kaffeepulver direkt im Wasser erhitzt und setzt sich anschließend ab. So entsteht zum Beispiel türkischer Mokka oder Siphon-Kaffee mit kräftigem und vollmundigem Geschmack.
Kaffeevariationen für jeden Geschmack
Frisch zubereiteter Kaffee – ob gekocht, gefiltert oder gebrüht – wird längst nicht nur schwarz getrunken. Variationen aus verschiedenen Ländern bereichern insbesondere das gastronomische Angebot. Aber auch Kaffeevollautomaten für zuhause können zahlreiche Varianten auf Knopfdruck zubereiten. Hier ein paar beliebte Spezialitäten:
- Für Espresso werden die Bohnen etwas länger und dunkler geröstet (15 bis 18 Minuten) – das sorgt für seinen intensiven, bitteren Geschmack. Espresso wird mit wenig Wasser zubereitet und hat eine Crema, eine Schicht gold-braunen Schaums.
- Für den italienischen Cappuccino wird ein Espresso mit Milch und Milchschaum aufgegossen.
- Im Unterschied dazu wird Flat White mit einem doppelten Espresso zubereitet, und der Milchschaum ist oft feinporiger.
- Latte macchiato bedeutet übersetzt „gefleckte Milch“. Hierfür wird ein Espresso vorsichtig in ein großes Glas aufgeschäumter warmer Milch gegeben. So entsteht eine Schichtung, denn der heißere Espresso hat eine geringere Dichte als die etwas kühlere fettreichere Milch.
- Beim Café americano wird ein Espresso nach dem Brühen mit heißem Wasser gestreckt.
- Für Café au Lait werden zu gleichen Teilen Filterkaffee und heiße Milch in eine Schale gegossen und ohne Milchschaum serviert.
- Für Café crème, ursprünglich eine schweizerische Kaffeespezialität, wird Espresso mit mehr Wasser zubereitet, so dass er eine normale Kaffeetasse füllt.
Als Alternative zu Milch eignen sich auch Pflanzendrinks wie aus Soja, Hafer, Mandeln, Reis und Co.

