- Kaffee wirkt wegen des enthaltenen Koffeins anregend und kann wach machen.
- Vier bis fünf Tassen Kaffee am Tag sind für gesunde Menschen unbedenklich.
- Beim Rösten von Kaffeebohnen bildet sich Acrylamid, dessen Aufnahme man möglichst gering halten sollte.
- Mit dem Kauf von fair gehandeltem Bio-Kaffee unterstützen Sie Kaffeebäuerinnen und -bauern und tragen zum Umweltschutz bei. Entsprechende Siegel kennzeichnen die Produkte.
Koffein: Moderater Kaffeegenuss ist unbedenklich
Der physiologisch wirksamste Inhaltsstoff von Kaffee ist Koffein. Sein Gehalt variiert je nach Sorte, Röstung und Zubereitung. Durchschnittlich enthält eine große Tasse Filterkaffee (200 Milliliter) etwa 90 Milligramm Koffein.
Die individuelle, gesundheitlich unbedenkliche Koffeinmenge lässt sich über das Körpergewicht ermitteln: Pro Kilogramm gelten 3 Milligramm Koffein als Einzeldosis und 5,7 Milligramm über den Tag verteilt für gesunde Erwachsene als unproblematisch. Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Für eine 65 Kilogramm schwere Person wären das knapp 200 Milligramm Koffein als Einzeldosis und 370 Milligramm Koffein am Tag.
Schwangeren empfiehlt die EFSA eine maximale Menge von 200 Milligramm Koffein pro Tag – das entspricht etwa bis zu zwei Tassen Filterkaffee (je 200 Milliliter).
Koffein gehört zur Gruppe der Alkaloide. Es wirkt in erster Linie auf das Zentralnervensystem und besitzt eine stimulierende Wirkung. Es kann beispielsweise die Konzentration steigern, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit fördern und helfen, wach zu bleiben. Bei regelmäßigem Trinken von Kaffee stellt sich ein Gewöhnungseffekt ein. Bei hohen Dosen und Menschen, die selten Kaffee trinken, können unerwünschte Nebenwirkungen wie Nervosität, Herzrasen oder Schlaflosigkeit auftreten.
Wer auf Kaffeegenuss nicht verzichten, aber die Wirkung des Koffeins vermeiden möchte, greift am besten zu entkoffeiniertem Kaffee.
Was Kaffee im Körper bewirkt
Studien zeigen, dass der Konsum von Kaffee positive gesundheitliche Effekte zu haben scheint. Die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einige Krebsarten, Typ-2-Diabetes und Gicht war geringer als bei Menschen, die keinen Kaffee tranken. Auch Lebererkrankungen wie Leberzirrhose traten bei regelmäßigen Kaffeetrinkenden nicht so häufig auf. Außerdem war ein positiver Einfluss auf Parkinson, Depression und die Alzheimererkrankung nachweisbar. Die positiven Wirkungen sind zum Beispiel auf den Gehalt an Antioxidantien und Koffein zurückzuführen.
Kaffee und Flüssigkeitshaushalt: Kaffee galt lange als „Flüssigkeitsräuber" – dieses Bild stimmt aber so nicht. Zwar wirkt Koffein harntreibend, doch dieser Effekt ist kurzfristig und fällt bei Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken, schwächer aus. In Maßen genossen trägt Kaffee durchaus zur täglichen Flüssigkeitsbilanz bei.
Kaffee und Cholesterin: Ungefilterter Kaffee, wie zum Beispiel Espresso, enthält bestimmte Lipide, die den Blutcholesterinspiegel erhöhen können. Ein Papierfilter hält diese Stoffe zurück – gefilterter Kaffee hat daher einen geringeren Einfluss auf den Cholesterinspiegel.
Kaffee und Blutdruck: Kaffee kann den Blutdruck kurzfristig leicht anheben. Auf die langfristige Entwicklung von Bluthochdruck hat er jedoch vermutlich kaum einen Einfluss.
Kaffee und Magenverträglichkeit: Kaffee regt die Magensäureproduktion an. Bei empfindlichem Magen kann das zu Beschwerden führen. Besser verträglich sind entkoffeinierter Kaffee oder dunkel geröstete Sorten wie sie zum Beispiel für Espresso verwendet werden.
Acrylamid in Kaffee
Beim Rösten entstehen im Kaffee neben den gewünschten Aromen auch unerwünschte Stoffe, darunter Acrylamid. Diese Substanz bildet sich überall dort, wo bestimmte Eiweiß- und Zuckerbausteine großer Hitze ausgesetzt werden. Je höher die Rösttemperatur, desto mehr Acrylamid kann entstehen. Seit April 2018 schreibt eine EU-Verordnung vor, dass Röstkaffee maximal 400 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm enthalten darf. Kaffeeröstereien sind damit aufgerufen, möglichst schonend zu rösten.
Langzeitstudien an Tieren zeigen: Acrylamid und sein Abbauprodukt Glycidamid sind krebserregend, verändern das Erbgut und wirken sich negativ auf Nervensystem, männliche Fortpflanzung und Embryonalentwicklung aus. Die EFSA stufte Acrylamid 2015 als möglicherweise krebserregend für den Menschen ein und bestätigte 2022 die erbgutverändernde Wirkung bei Tieren. Beim Menschen liefern Studien bislang keine eindeutigen Belege dafür. Es wird empfohlen, die Aufnahme so gering wie möglich zu halten.
Kaffeekapseln: Viel Abfall für wenig Genuss
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Kapseln für Kaffeeautomaten liefern Kaffee als Tassenportion – mit einer schlechten Umweltbilanz: Die Kapseln aus Aluminium werden in der Regel energieintensiv aus Neumaterial hergestellt. Zudem sind sie nur schwer dem Recyclingkreislauf zuzuführen, da Verbrauchende sie lieber im Restmüll entsorgen. Auch Kapseln aus biologisch abbaubaren Materialien bieten keine gute Alternative, da sie nicht in der Biotonne entsorgt werden dürfen und somit unnötigen Müll produzieren. Mittlerweile sind auffüllbare Kaffeekapseln im Angebot. Besser ist es jedoch, auf nachhaltigere Zubereitungsarten ganz ohne (beziehungsweise mit deutlich weniger) Abfall zu setzen, zum Beispiel mit einer French Press, einem Espressokocher oder Handfilter.
Fairer Kaffee für mehr Gerechtigkeit
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Kaffee wächst in Regionen, in denen viele Menschen unter schwierigen Bedingungen im Kaffeeanbau arbeiten. Fairtrade-Organisationen setzen sich dafür ein, das zu ändern und die Arbeits- und Lebenssituationen zu verbessern: durch faire Preise, nachhaltige Anbaumethoden und den Verzicht auf Kinderarbeit.
Fair gehandelten Kaffee erkennt man an Siegeln. Das bekannteste in Deutschland ist das Fairtrade-Siegel, vergeben von TransFair e. V. Die Organisation garantiert den Kaffeebäuerinnen und -bauern zum Schutz vor Marktpreisschwankungen einen Mindestpreis für ihren Kaffee sowie Fairtrade-Prämien für Gemeinschaftsprojekte oder Klimaanpassungsmaßnahmen.
Ein weiteres Siegel stammt von GEPA. Das Unternehmen setzt sich unter anderem durch höhere Erzeugerpreise und zusätzliche Prämien für mehr Handels- und Klimagerechtigkeit ein. Stärker auf Umweltschutz ausgerichtet ist das Rainforest Alliance-Siegel. Es steht für ressourcenschonenden Anbau und bessere Arbeitsbedingungen, garantiert aber keinen Mindestpreis.
Eine gute Wahl: Bio-Kaffee
Fast Dreiviertel des fair gehandelten Kaffees trägt auch das Bio-Siegel. Dann muss der Kaffee den Vorgaben der EU-Öko-Verordnung entsprechen. Dazu zählt beispielsweise, dass der Kaffeeanbau immer in Mischkultur und per Hand statt maschinell erfolgen muss. Außerdem sind Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel hier im Gegensatz zum konventionellen Kaffeeanbau verboten. Bio-Kaffee erkennt man am EU-Bio-Logo.
Nachhaltigkeitstipp: Greifen Sie beim Einkauf zu fair gehandeltem Kaffee aus ökologischem Anbau. Auf diese Weise unterstützen Sie gerechtere Arbeits- und Lebensbedingungen für die Menschen in den Anbauländern und erhalten ein Produkt frei von Rückständen von Pflanzenschutzmitteln.
„Katzenkaffee“ Kopi Luwak
Kopi Luwak ist einer der teuersten Kaffees der Welt. Er wird aus Kaffeebohnen gewonnen, die von asiatischen Schleichkatzen ausgeschiedenen wurden. Durch die Fermentation im Magen der Tiere bekommt der Kaffee ein mildes, erdiges und schokoladiges Aroma. Da die Bohnen meist von Tieren aus qualvoller Käfighaltung statt aus Wildsammlung stammen, ist vom Kauf abzuraten.
