Fasten von Alkohol, Süßigkeiten und Fleisch beliebt

Tipps zum Durchhalten und Wohlfühlen

Auf einem Tisch steht ein Glas Rotwein. Eine Frau sitzt davor und macht mit den Händen eine abwehrende Geste. © Pixel-Shot – stock.adobe.com

(BZfE) – Für viele Menschen ist Fasten Ausdruck eines gesundheitsbewussten Lebensstils. Besonders Jüngere verzichten häufig auf Genussmittel wie Alkohol, Süßigkeiten und Fleisch oder reduzieren ihre Bildschirmzeit. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit, an der Anfang Februar rund 1.000 Erwachsene teilgenommen haben.

Traditionell dauert die christliche Fastenzeit sieben Wochen – von Aschermittwoch bis Ostersonntag. Der islamische Fastenmonat Ramadan ist 30 Tage lang, 2026 vom 18. Februar bis 19. März. Gläubige Muslime und Musliminnen verzichten dann von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und Rauchen. Doch auch unabhängig von religiösen Motiven gewinnt der bewusste Verzicht an Bedeutung: Rund 70 Prozent der Befragten halten es aus gesundheitlicher Sicht für sehr sinnvoll oder sinnvoll, mehrere Wochen auf Genuss- und Konsumgüter zu verzichten. Besonders häufig würden die Befragten beim Fasten Genussmittel wie Alkohol (75 %), Süßigkeiten (71 %) und Fleisch (52 %) meiden. Weitere Punkte waren das Rauchen aufgeben (48 %) sowie weniger Zeit vor dem Fernseher (37 %) oder im Internet (27 %) zu verbringen. Frauen geben häufiger als Männer an, am ehesten auf Fleisch (61 zu 42 %) und Süßigkeiten (77 zu 64 %) zu verzichten.

Auch zwischen den Generationen zeigen sich deutliche Unterschiede: Bei den unter 30-Jährigen können sich 85 Prozent vorstellen zu fasten, 66 Prozent würden zeitweise auf Fleisch verzichten. Ab einem Alter von über 60 Jahren ist die Bereitschaft zum Fasten (62 %) und zum Fleischverzicht (48 %) deutlich geringer.

Grundsätzlich bietet die traditionelle Fastenzeit eine gute Gelegenheit, seine Alltagsroutinen zu überdenken und neu zu entwickeln. Hier ein paar Tipps zum Durchhalten und Wohlfühlen in der Fastenzeit:

  1. Realistisch planen: Wer von heute auf morgen alles streicht, was Freude macht, riskiert Frust. Sinnvoller ist es, ein konkretes und erreichbares Ziel zu formulieren.
  2. Motive klären: Warum möchte ich verzichten? Mehr Energie? Besser schlafen? Nachhaltiger essen? Wer sein persönliches „Warum“ kennt, bleibt motivierter.
  3. Alternativen einplanen: Verzicht gelingt leichter, wenn es attraktive Alternativen gibt. Statt Süßigkeiten gibt es frisches Obst, Nüsse oder Naturjoghurt. Statt Fleisch schmecken Hülsenfrüchte, Tofu oder saisonale Gemüsegerichte. Neue Rezepte auszuprobieren kann eine kulinarische Bereicherung sein.
  4. Routinen hinterfragen: Viele Gewohnheiten sind an bestimmte Situationen geknüpft – das Feierabendbier, der Schokoriegel im Büro, die Zigarette zum Kaffee. Wer solche „Trigger“ erkennt, kann bewusst gegensteuern, etwa durch einen Spaziergang nach der Arbeit oder eine feste Teepause.
  5. Genuss neu entdecken: Fasten bedeutet nicht den Verzicht auf Genuss. Im Gegenteil: Wer Süßes oder Alkohol eine Zeit lang reduziert, nimmt Aromen danach oft intensiver wahr. Auch bewusstes Essen – langsam und ohne Ablenkung – steigert das Geschmackserlebnis.
  6. Gemeinsam fällt es leichter: Mit Freundinnen und Freunden verabreden, sich austauschen oder kleine Erfolge teilen. Das motiviert und schafft Verbindlichkeit.
  7. Nachsicht üben: Ein „Ausrutscher“ ist kein Scheitern. Wichtig ist, am nächsten Tag wieder anzuknüpfen. Die Fastenzeit bietet die Chance, eigene Ess- und Trinkgewohnheiten besser kennenzulernen und den Einstieg für eine langfristige Umstellung zu schaffen.

Heike Kreutz und Julia Seeher, bzfe.de

Weitere Informationen:

DAK-Studie: Fasten bleibt bei jungen Menschen beliebt

BZfE: Der Weg zum Wohlfühlgewicht – so klappt es Schritt für Schritt

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(Bildquelle: © Pixel-Shot – stock.adobe.com)