(BZfE) – Gewürze und Kräuter sind im Supermarkt oder Discounter, beim Fachhändler, in Bioläden, auf Wochenmärkten sowie im Internet erhältlich. Beim Einkauf achten viele neben dem gewünschten Aroma auch auf Herkunft, Reinheit, Zutaten und Nachhaltigkeit. Doch woran erkennt man qualitativ hochwertige Produkte?
Wichtige Informationen liefert das Etikett mit zum Beispiel Zutatenverzeichnis, Ursprungsland, Mindesthaltbarkeitsdatum sowie der Verkehrsbezeichnung (z. B. „Bohnenkraut gerebelt“ oder „Grill-Gewürzsalz“). Nach den Leitsätzen für „Gewürze und andere würzende Erzeugnisse“ der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission bestehen Gewürzmischungen ausschließlich aus Gewürzen. Eine Gewürzzubereitung hingegen enthält neben mindestens 60 Prozent Gewürzen weitere Zutaten wie Salz, Zucker oder Aromen. Gewürzsalze weisen lediglich einen Gewürzanteil von mindestens 15 Prozent auf.
Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale zeigt jedoch, dass Gewürzprodukte zum Teil widersprüchlich oder falsch gekennzeichnet sein können. So ließen Produktnamen wie „Tomate-Mozzarella-Gewürz“ oder „Kartoffel-Gewürz“ auf hochwertige Gewürzmischungen schließen, obwohl es sich tatsächlich um Gewürzzubereitungen oder Gewürzsalze handelte.
Besonders im Online-Handel ist die Auswahl groß, doch man kann die Kräuter und Gewürze digital nicht riechen oder nur auf Fotos sehen. Daher lohnt sich ein genauer Blick auf Angaben zu Herkunft, Sorte, Verarbeitung und eine genaue Produktbeschreibung – Anbieter von Ware mit hoher Qualität nennen oft Anbaugebiet oder Erntejahr. Bei Gewürzmischungen gibt die Zutatenliste Aufschluss: Sie enthalten nur Kräuter und Gewürze ohne Zusatzstoffe wie Aromen oder Geschmacksverstärker. Auch eine licht- und luftgeschützte Verpackung sowie Bio- oder andere Qualitätssiegel können Hinweise auf sorgfältige Herstellung sein.
Auf dem Wochenmarkt lassen sich Gewürze oft besser beurteilen als online, weil man vor Ort sehen und riechen, manchmal auch probieren kann. Am besten nach Herkunft, Ernte oder Bestandteilen der Mischung fragen, seriöse Händler geben dazu meist gerne Auskunft. Wichtig ist auch, dass die Gewürze trocken, sauber und vor Sonne geschützt gelagert sind, damit ihr Aroma erhalten bleibt und sie nicht mit Keimen oder Fremdstoffen aus der Umwelt verunreinigt werden.
Bei verpackten Produkten aus dem Handel sollten die Behälter unbeschädigt und fest verschlossen sein. Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, greift am besten zu Produkten mit Bio- oder Fairtrade-Siegel.
Für ältere Menschen, Kinder oder Personen mit geschwächtem Immunsystem kann es problematisch sein, dass Trockenkräuter und Gewürze als Naturprodukte geringe Mengen krankheitserregender Mikroorganismen enthalten können. Diese können bei der Zubereitung durch Feuchtigkeit und Wärme praktisch aus ihrem „Trocken-Schlaf“ geweckt werden. Daher ist es ratsam, damit gewürzte Speisen für mindestens zwei Minuten auf über 70 Grad Celsius zu erhitzen, das macht sie unschädlich.
Besondere Vorsicht ist laut Verbraucherzentrale bei Urlaubs-Mitbringseln geboten: In Gewürzen oder Trockenkräutern, die aus Ländern außerhalb der Europäischen Union kommen, entdeckten Kontrolleure in gezielten Stichproben sowohl Keime als auch Schimmelpilzgifte und Pflanzenschutzmittel, die oberhalb der erlaubten Höchstmengen liegen, sowie teils krebserregende Farbstoffe. Diese Produkte werden natürlich aus dem Verkehr gezogen. Da man schlecht selber testen kann, sollte der Einkauf von seriösen Händlern stammen. Für den persönlichen Bedarf sind kleinere Mengen meist unproblematisch. Zu größeren Mengen- und spezifischen Länderbestimmungen informiert der Zoll.
Für eine optimale Qualität und deren Erhalt empfiehlt es sich, Küchenkräuter und Gewürze nur in kleineren Mengen zu kaufen. Zu Hause werden sie am besten in luftdicht schließenden und lichtundurchlässigen Behältern an einem kühlen Ort gelagert. So bleiben Aroma, Würzkraft und Qualität der Naturprodukte am besten erhalten. Nicht über dem Herd aufbewahren, da dort Kochdämpfe aufsteigen und den Kräutern und Gewürzen schaden können. Nach dem Öffnen sollten gemahlene oder gerebelte Gewürze innerhalb eines Jahres verbraucht werden, denn ihre vergrößerte Oberfläche lässt das Aroma schneller verfliegen. Ganze Gewürze wie Muskatnuss oder Pfefferkörner sind dagegen bei kühler, dunkler und trockener Lagerung mehrere Jahre lang haltbar.
Noch ein Tipp: Gewürze sollten nicht direkt aus der Dose in die Pfanne oder den Kochtopf gestreut werden. Aufsteigender Wasserdampf kann Feuchtigkeit in den Behälter bringen, was das Aroma beeinträchtigt und Klumpen- oder sogar Schimmelbildung begünstigt.
Heike Kreutz, bzfe.de
Weitere Informationen:
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