(BZfE) – Tipps und Informationen rund um Ernährung und Gesundheit sind vor allem im Internet und den Sozialen Medien allgegenwärtig und es ist kaum möglich, den Überblick zu behalten. Vielen fällt es zudem schwer, die Vertrauenswürdigkeit der Inhalte einzuschätzen. Das unabhängige Onlineportal „Ernährungsradar“, verwaltet durch das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn), hat sich einen Überblick verschafft, welche Ernährungsplattformen es in Deutschland gibt und insbesondere, wie diese Plattformen zu bewerten sind.
Bei der Beurteilung der Glaubwürdigkeit hat Ernährungsradar diese fünf Kriterien zugrunde gelegt:
- Transparenz: Ist erkennbar, wer hinter dem Portal steht und wie es finanziert wird? Optimal sind unabhängige Träger wie Behörden, Universitäten oder gemeinnützige Vereine.
- Wissenschaftliche Basis: Glaubwürdige Portale stützen Aussagen auf anerkannte Studien und Quellen, verlinken idealerweise auf Primärquellen oder Leitlinien und erklären Fachbegriffe verständlich.
- Neutralität und Unabhängigkeit: Optimal sind Anbieter ohne Eigeninteresse. Bei werbefinanzierten Portalen sollte klar erkennbar sein, wenn Content durch Anzeigenkunden beeinflusst wurde.
- Klare Zielgruppe und angemessene Sprache: Gute Portale definieren, wen sie ansprechen und passen Sprache und Informationstiefe entsprechend an.
- Trennung von Information und Verkauf: Wenn ein Portal eigene Produkte anbietet, sollte dieser Bereich strikt von den Informationsinhalten getrennt sein.
Ernährungsradar hat über 50 Plattformen mit Ernährungs- und Gesundheitsinformationen unter die Lupe genommen und über 30 davon in einer Übersicht zusammengestellt. Die inhaltlichen Schwerpunkte reichen von allgemeiner Gesundheitsaufklärung in Prävention und Therapie über Ernährungstipps bis hin zu Nachhaltigkeit, Klimaschutz oder Ernährungsmedizin. Dabei wurden die Plattformen in folgende Rubriken unterteilt und jeweils nach Schwerpunkten, Träger und Finanzierung sowie Unabhängigkeit beschrieben:
- Behördliche Informationsportale
- Wissenschaftliche Fachgesellschaften, Forschungszentren und Stiftungen
- NGOs, Vereine und Verbraucherplattformen
- Öffentlich-rechtliche und kommerzielle Medien/Portale
Das Fazit von Ernährungsradar lautet: Wissenschaftlich neutrale Gesundheitsinformationen sind vor allem bei Behörden und anerkannten Fachgesellschaften zu finden. Verbraucherorganisationen und NGOs können helfen, kritisch nachzufragen und Missstände aufzudecken, da sie unabhängig von Wirtschaftsinteressen agieren. Kommerzielle Portale liefern zwar oft nützliche Tipps und ansprechende Inhalte, sollten aber immer auf ihren Werbe- und Marketingcharakter geprüft werden.
Neben den Portalen in der Übersicht existiert eine Vielzahl privater Blogs und anderer privater Angebote. Diese oft populären aber wissenschaftlich nicht fundierten Seiten erreichen häufig ein großes Publikum – vor allem über soziale Medien wie Instagram oder TikTok. Für Anbieter von seriösen Informationen ist es schwer, in diesem Umfeld Gehör zu finden.
Wer die fünf Kriterien zur Beurteilung der Seriosität beachtet und Informationen stets kritisch hinterfragt, kann sich online sicher und wissenschaftlich fundiert zu Ernährung informieren.
Julia Seeher, bzfe.de
Weitere Informationen:
ErnährungsRadar: Ernährungsplattformen: der Versuch einer Übersicht
BZfE: Ernährungstipps auf Instagram – so gelingt der Durchblick im Ernährungsdschungel
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