Hype um Omega-3-Fettsäuren

Ist eine Nahrungsergänzung sinnvoll?

Auf einem dunklen Untergrund steht eine gläserne Ofenform mit zwei ganzen gebackenen Makrelen, Tomatenhälften, Zwiebeln, Kräutern und Zitronenscheiben darin. © timolina – stock.adobe.com

(BZfE) – Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren werden häufig wegen ihrer positiven Effekte auf die Gesundheit beworben – etwa die Herz- und Hirnfunktion. Für gesunde Menschen ist die Einnahme nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) jedoch in der Regel nicht notwendig und kann unter Umständen sogar gesundheitliche Risiken mit sich bringen.

Omega-3-Fettsäuren zählen zu den langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Zu den bekanntesten Vertretern gehören Alpha-Linolensäure (ALA), Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). DHA ist Bestandteil der Zellmembranen und spielt zudem eine wichtige Rolle für den Cholesterinstoffwechsel. EPA und DHA dienen als Vorstufen bestimmter Gewebshormone. Für die Entwicklung des Fötus und des gestillten Säuglings ist DHA von besonderer Bedeutung.

ALA kann der Körper nicht selbst herstellen, sie muss daher über die Nahrung aufgenommen werden. Bei einem Erwachsenen entspricht der tägliche Bedarf etwa 1.300 Milligramm. Diese Menge steckt beispielsweise in einem Esslöffel Rapsöl, einem Esslöffel Leinsamen oder in vier Walnüssen. Der Körper kann ALA in EPA und DHA umwandeln, aber die dabei entstehenden Mengen sind relativ gering. Höhere Mengen liefern vor allem fettreiche Meeresfische wie Makrele, Hering und Lachs. Deshalb wird empfohlen, ein- bis zweimal pro Woche Fisch zu essen.

Nach Einschätzung des BfR lässt sich der Bedarf an Omega-3-Fettsäuren bei gesunden Menschen in der Regel durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung decken – insbesondere bei regelmäßigem Fischverzehr. Auch Menschen, die keinen Fisch essen, können ausreichend versorgt sein, wenn sie gezielt ALA-reiche Lebensmittel konsumieren.

Eine Nahrungsergänzung – etwa in Form von Fischöl-Kapseln oder marinen Algen-Ölen – ist im Normalfall nicht erforderlich. Viele Präparate sind zudem noch sehr hoch dosiert. Das ist problematisch, da eine übermäßige Aufnahme etwa einen erhöhten Cholesterinspiegel oder eine gesteigerte Blutungsneigung zur Folge haben kann. Insbesondere bei bestehenden oder drohenden Herzerkrankungen ist die Einnahme bedenklich und sollte nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen. Bei Algenprodukten ist der zum Teil sehr hohe Jodgehalt zu beachten. Schwangeren, die keinen Fisch essen, wird dagegen in ärztlicher Absprache eine Nahrungsergänzung mit DHA empfohlen.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

BfR: Omega-3-Fettsäuren: Wichtig – aber in Maßen

BZfE: Fett – wichtiger Energielieferant und Nährstoff

(Bildquelle: © timolina – stock.adobe.com)