(BZfE) – „Mein Sohn isst momentan nur Nudeln pur!“, „Meine Tochter wartet beim Essen lieber auf den Nachtisch.“ und „Unsere Einjährige bleibt bei den Mahlzeiten einfach nicht sitzen.“ – die Erfahrung zeigt: Beim Essen zeigt jedes Kind seine ganz eigene Art. Kinder haben unterschiedliche Vorlieben, Verhaltensweisen und Temperamente. Die Beschreibung typischer kindlicher Verhaltensmuster kann Eltern helfen, das Essverhalten ihres Kindes besser zu verstehen und achtsam zu begleiten. Die Einteilung in Ess-Typen greift überzeichnete, aber typische Verhaltensmuster auf. Hier sieben ausgewählte kindliche Ess-Typen mit Tipps im Überblick:
- „Der Selbständige“: Dieser Ess-Typ wehrt sich mit beiden Händen oder presst die Lippen fest zusammen, sobald er gefüttert wird. Ruhig am Tisch zu sitzen und sich auf das Essen zu konzentrieren, fällt ihm schwer. Viel lieber isst er nebenbei – im Laufen, beim Spielen oder unterwegs. Tipps für Eltern: Bei der „Zwei-Löffel-Methode“ dürfen Kinder schon früh mit einem zweiten Löffel eigene Essversuche machen. Klare Strukturen und vorhersehbare Abläufe entspannen unruhige Mahlzeiten.
- „Der Süßschnabel“: Süßes geht immer – dieser Ess-Typ zeigt große Begeisterung bei süßem Brotbelag, isst aus der Brotbox die süßen Snacks vor dem Herzhaften und wartet beim Mittagessen lieber auf den Nachtisch. Tipps für Eltern: Klare Regeln über Süßigkeiten geben Orientierung. Auch der Austausch mit der Kita und anderen Bezugspersonen über gemeinsame Absprachen ist hilfreich. Das Kind nicht mit Süßigkeiten belohnen, trösten oder sanktionieren.
- „Der Skeptiker“: Gemüse sortiert dieser Ess-Typ aus, besonders wenn es leicht bitter schmeckt. Selbst bei grünem oder saurem Obst ist er zurückhaltend. Tipps für Eltern: Je abwechslungsreicher das Angebot, desto mehr können Kinder testen. Neue Lebensmittel lassen sich gut mit Vertrautem kombinieren – etwa auf dem Gemüseteller oder fein gerieben im Salat.
- „Der Vorsichtige“: „NEIN!“ – ganz plötzlich wird dieser Ess-Typ kritisch für neue Geschmackserfahrungen. Nun isst er nur noch sehr vertraute Speisen, oft auch nur einzelne Bestandteile einer Mahlzeit. Tipps für Eltern: Nicht drängen, sondern geduldig sein. Eine lockere Tisch-Atmosphäre und gute Vorbilder machen die Kinder mutig, nach und nach ihren Speiseplan zu erweitern.
- „Der Trennköstler“: „Pur“ ist angesagt: Brot ohne Belag, Nudeln ohne Soße, Suppen fein püriert – so mag dieser Ess-Typ sein Essen am liebsten. Bei Käsebroten, Aufläufen, gemischten Gerichten oder sogar gefüllten Keksen fühlt er sich schnell überfordert. Tipps für Eltern: Die Speisen nur nach Absprache mischen, beispielweise die Tomatensoße getrennt von den Nudeln anbieten und statt Käsebrot gibt es trockene Brotsticks und Käsewürfel.
- „Der Spatz am Tisch“: Dieser Ess-Typ fühlt sich wohl am Esstisch, erzählt viel und gerne. Allerdings isst er an vielen Tagen nur sehr kleine Portionen. Tipps für Eltern: Kleine Mengen zum Start und ein regelmäßiges Essangebot (ca. alle zwei bis zweieinhalb Stunden) helfen.
- „Der Genießer“: Dieser Ess-Typ isst mit strahlenden Augen und Hingabe – häufig ganz schön schnell und manchmal auch große Mengen. Tipps für Eltern: Strukturierte Essenszeiten unterstützen ein gesundes Ess-Tempo.
Essen ist für Kinder weit mehr als Nahrungsaufnahme: Es ist gemeinsames Erleben, Lernen und Wachsen. Eltern können durch achtsame Begleitung, Geduld und klare Strukturen dazu beitragen, dass Kinder Vertrauen in ihren eigenen Körper, ihren Geschmack und ihre Bedürfnisse entwickeln.
Weitere Informationen:
BZfE: Kindliche Ess-Typen – Typische Verhaltensmuster beim Essen achtsam begleiten
BZfE: Gemeinsam essen mit Kleinkindern – Tipps für Eltern
Netzwerk Gesund ins Leben: So lernen Kleinkinder essen – Abenteuer Esstisch
Netzwerk Gesund ins Leben: Was kommt auf den Teller? Ideen für kindgerechte Mahlzeiten
Netzwerk Gesund ins Leben: Was tun, wenn Kleinkinder sehr wählerisch beim Essen sind? Nachgefragt beim Netzwerk Gesund ins Leben
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