Saisonal einkaufen liegt im Trend

Großteil findet offenbar weniger Vielfalt kaum störend

An einem Marktstand werden viele Bündel mit weißem Spargel und Körbchen mit Erdbeeren angeboten. © Jürgen Fälchle – stock.adobe.com

(BZfE) – Verbraucherinnen und Verbraucher stehen einem stärker saisonal ausgerichteten Lebensmittelsortiment offenbar grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Die Mehrheit empfindet die damit verbundene geringere Produktvielfalt nicht als störend. Schwierigkeiten zeigen sich jedoch häufiger bei der praktischen Umsetzung im Alltag, etwa bei der Planung und Zubereitung saisonaler Gerichte. Zu diesem Fazit kommt zumindest eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Für die Online-Befragung machten rund 3.000 Erwachsene aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Angaben, wie sie saisonal orientierte Lebensmittelangebote wahrnehmen, bewerten und im Alltag damit umgehen.

Einige Ergebnisse der Befragung: Der Begriff „Saisonalität“ wird vor allem mit aktuell geernteten Produkten (75 %) sowie mit einer Ernährung im Einklang mit den Jahreszeiten (72 %) in Verbindung gebracht. Mehr als jede zweite befragte Person gibt an, beim Einkauf stark oder sehr stark auf saisonale Ware zu achten. Im Koch- und Essalltag verliert das Thema jedoch häufig an Bedeutung – vor allem, wenn eine ganze Mahlzeit saisonal zusammengestellt werden soll.

Insgesamt stehen 85 Prozent der Befragten einem dauerhaft stärker saisonal und regional ausgerichteten Lebensmittelangebot neutral oder positiv gegenüber. Viele trauen sich zu, trotz geringerer Auswahl abwechslungsreiche Gerichte zuzubereiten, verfügbare Zutaten flexibel einzusetzen und bei Lücken passende Alternativen zu finden. Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Altersgruppen: Während 88 Prozent der über 60-Jährigen ein eingeschränktes Sortiment akzeptieren, sind es bei den 18- bis 39-Jährigen lediglich 70 Prozent.

Für eine stärkere Verankerung saisonaler Ernährung ist offenbar vor allem eine unkomplizierte Umsetzung im Alltag wichtig. Die Befragten wünschen sich unter anderem eine klare Kennzeichnung saisonaler Produkte, ein nachvollziehbares Warenangebot sowie einfache Hilfestellungen für Einkauf und Planung.

Es gibt in jedem Fall zahlreiche gute Gründe, den Einkauf an die Saison anzupassen. „Saisonale Produkte sind häufig günstiger und klimafreundlicher“, sagt Ernährungswissenschaftler Harald Seitz vom Bundeszentrum für Ernährung. „Das gilt vor allem für heimische Ware, die in ihrer Saison meist frischer, reifer und schmackhafter ist. Zudem sorgt saisonales Essen für Abwechslung auf dem Teller und fördert einen bewussteren Genuss“. Mit etwas Übung lasse sich der Speiseplan flexibel an das saisonale Angebot anpassen. „Besonders geeignet sind einfache Grundgerichte wie Suppen, Aufläufe oder Ofengemüse, deren Zutaten sich leicht variieren lassen“, sagt Seitz.

Der Saisonkalender des Bundeszentrums für Ernährung gibt einen Überblick, wann welche Obst- und Gemüsearten geerntet werden und das Angebot besonders groß ist. Dennoch sollte man im Geschäft auf die Herkunft achten, da auch in der Hauptsaison Obst und Gemüse importiert wird. 

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

ZHAW: Ernährung zwischen Anspruch und Alltag – eine Konsumentenbefragung zu Saisonalität, Verfügbarkeit und Unterstützungsbedarf im DACH-Raum (2026)

ZHAW: Weniger Vielfalt durch saisonale Produkte wird mehrheitlich akzeptiert

BZfE: Der Saisonkalender 

BZfE: Saisonal einkaufen - Obst und Gemüse der Saison ist klima- und umweltfreundlich

(Bildquelle: © Jürgen Fälchle – stock.adobe.com)