Ube – der lila Lebensmittel-Hype

Wissenswertes rund um die Yamswurzel

Ube-Knollen liegen auf dunkler Erde. © Healthy Food – stock.adobe.com

(BZfE) – Mit ihrer intensiven Farbe ist Ube, eine lila Yamswurzel, ein echter Hingucker. Nach Asien, den USA und Australien ist der Trend nun auch in Deutschland angekommen. Immer häufiger macht lila Käsekuchen, Kaffee oder Eis den grünen Matcha-Produkten Konkurrenz.

Ube stammt aus Asien und wird vor allem auf den Philippinen angebaut. Dort gehört die lila Yamswurzel zum Alltag. Zum Beispiel als „Ube Halaya“, eine Art Marmelade. Ube wird auch als Wasseryams bezeichnet, da sie weicher und feuchter ist als andere Yamsarten. Auch wenn sich Ube und lila Süßkartoffeln zum Verwechseln ähnlich sehen, sind sie nicht miteinander verwandt.

Ube schmeckt mild und nussig, ein wenig nach Vanille, Pistazie und Kokosnuss. Sie verbindet bekannte und beliebte Geschmacksrichtungen mit einer exotischen Farbe, ganz ohne künstliche Zusatzstoffe. Der Geschmack passt zu cremigen Getränken, Backwaren oder Süßspeisen. In Deutschland kommt Ube in der Regel als Püree, Pulver oder Sirup in die Lebensmittel. Das Lila ist ein optisches Highlight. Kein Wunder, das der Hashtag „Ube“ auf Instagram schon knapp 800.000 Mal genutzt wurde. Tendenz steigend.

Ube sieht aber nicht nur toll aus: Das intensive Lila entsteht durch blau-rote Anthocyane, die antioxidativ, antiviral, antibakteriell und antientzündlich wirken können. Alle Yamswurzeln liefern viel Stärke und Ballaststoffe, dazu Eiweiß, kaum Fett, dafür einige Vitamine und Mineralstoffe. In Yamswurzeln steckt außerdem Diosgenin, eine Vorstufe des weiblichen Sexualhormons Progesteron. So dient die Wurzel zur Herstellung von Arzneimitteln mit bioidentischen Hormonen. Allerdings kann der Körper das enthaltene Diosgenin aus der Yamswurzel nicht in Progesteron umwandeln.

Trotz der Anthocyane und der tollen Farbe hat der Hype auch eine Kehrseite. „Immer wenn von einem Lebensmittel plötzlich viel mehr gebraucht wird als vorher, zerstört das gewachsene Anbaustrukturen“, erklärt Britta Klein vom Bundeszentrum für Ernährung. „Dieses Mal passiert das auf den Philippinen. Hypes, die durch Social Media verstärkt werden, sind maßgeblich für solche Entwicklungen verantwortlich“. Der höhere Bedarf verändert nicht nur die Strukturen in den bisherigen Anbauländern, sondern lässt auch weitere Länder auf den Zug aufspringen. Zum Beispiel tropische Länder in Asien und Afrika. In Deutschland ist Ube auf jeden Fall ein weit gereistes Produkt mit entsprechender Klimabilanz.

Julia Icking, bzfe.de

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