Weniger Lebensmittelabfälle in der Gemeinschaftsverpflegung

Kosten senken, Ressourcen schonen

In einer Essensausgabe sind mehrere Edelstahlbehälter mit Brokkoli, Reis und Fisch gefüllt. Eine Küchenkraft steht dahinter und füllt einen Teller. © pjjaruwan – stock.adobe.com

(BZfE) – Über 16 Millionen Menschen essen täglich in Mensen, Kantinen und Co. Dabei landen große Mengen an Lebensmitteln im Müll. Gleichzeitig wächst der Handlungsdruck in der Gemeinschaftsverpflegung, denn nationale und europaweite Ziele sehen vor, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 deutlich zu verringern. Für Caterer, Schulträger und Küchenverantwortliche bietet das konkrete Chancen: Kosten lassen sich senken, Abläufe optimieren und gleichzeitig Ressourcen schonen.

Ergebnisse eines Projekts in Nordrhein-Westfalen zeigen, in Kindertageseinrichtungen werden durchschnittlich 20 Prozent der Speisen entsorgt, in Schulen sogar etwa ein Drittel. Neben Tellerresten tragen auch Überproduktion, Fehlplanung und Lagerverluste zur Abfallmenge bei.

Weniger Lebensmittelabfälle senken nicht nur die Kosten für Einkauf, Lagerung und Entsorgung. Im Sinne der Nachhaltigkeit schonen sie auch Ressourcen, da für die Lebensmittelproduktion Energie, Rohstoffe und Wasser benötigt werden. 

Ein erfolgreicher Einstieg in die Optimierung der Abfallvermeidung beginnt mit Transparenz: Wer Abfälle systematisch erfasst und analysiert, kann gezielt gegensteuern. Bewährt hat sich ein vierstufiges Vorgehen aus Bestandsaufnahme, Auswertung, Umsetzung und kontinuierlicher Überprüfung. Entscheidend ist, alle Beteiligten einzubeziehen – von der Küchenleitung über das Ausgabepersonal bis hin zu den Gästen.

Schon einfache Veränderungen zeigen dabei Wirkung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt folgende Praxistipps:

  • Kleinere Portionen mit dem Angebot, dass Gäste einen Nachschlag erhalten können
  • Auswahl verringern (zum Beispiel nur noch eine Tagessuppe statt zwei)
  • Geringere Auswahl und Menge an solchen Tagen, an denen in der Betriebsgastronomie weniger Gäste erwartet werden (Urlaubszeiten, Freitage)
  • Weniger Portionen verzehrbereit vorhalten, stattdessen Zubereitung chargenweise und damit bedarfsgerecht

Der neue Artikel „Weniger Lebensmittelabfälle in der Gemeinschaftsverpflegung“ von IN FORM Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung bietet Caterern, Schulträgern und Küchenverantwortlichen eine kompakte und praxisorientierte Unterstützung beim Thema Lebensmittelabfälle in der Gemeinschaftsverpflegung. Sie finden dort:

  • Informationen zu verschiedenen Anbietern von online-basierten Tools zur Abfallmessung und Auswertung
  • Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Abfälle im eigenen Betrieb erfasst und ausgewertet werden können
  • Hintergrundinformationen zu Ursachen und Auswirkungen von Lebensmittelverschwendung
  • weiterführende Materialien und Beispiele, die den Einstieg erleichtern und zur Umsetzung motivieren.

bzfe.de

Weitere Informationen:

IN FORM: Weniger Lebensmittelabfälle in der Gemeinschaftsverpflegung

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