Vom Snack bis ins Einmachglas

Gurken für jede Gelegenheit

Die Bildfläche ist ausgefüllt mit Salatgurken. © ganolmc – stock.adobe.com

(BZfE) – Wer glaubt, Gurken seien nur grünes Wasser in Stangenform, hat weit gefehlt. Das knackige Gemüse überrascht mit einer beachtlichen Sortenvielfalt und macht von Fingerfood über Pausensnack bis zum Einmachglas fast alles mit. Nach Zwiebeln, Tomaten und Möhren ist die Gurke auf Platz vier der beliebtesten Gemüse in Deutschland. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag 2024/25 bei 8,5 Kilogramm.

Die Gurke (Cucumis sativus) ist eine einjährige Pflanze und mit Melonen und Zucchini verwandt. Mit ihren gelben Blüten und mitunter meterlangen, rankenden Trieben ist sie eine wahre Kletterkünstlerin. Doch Gurke ist nicht gleich Gurke. Auch wenn uns im Alltag meist nur ein paar bekannte Sorten begegnen, gibt es noch viele weitere:

  • Salat- oder Schlangengurken sind die klassischen langen, eher schlanken Gurken mit glatter, meist dünnerer Schale. Sie werden überwiegend im Gewächshaus angebaut. Am häufigsten landen sie roh im Salat.  
  • Snack- und Minigurken sind klein, meist rund und 10 bis 15 Zentimeter lang, sehr knackig und ideal zum Snacken.
  • Landgurken sind robuster, mit etwas dickerer, oft leicht stacheliger Schale. Sie wachsen im Freiland und die Früchte sind kräftig und aromatisch. Sie eignen sich für Salate, aber auch zum Dünsten und Schmoren.
  • Gewürz- und Einlegegurken sind deutlich kleiner und breiter, häufig bestachelt und werden traditionell unreif geerntet, um sie ganz in Gläser einzulegen. Sind sie kürzer als sechs Zentimeter, nennt man sie Cornichons.
  • Schälgurken erreichen deutlich höhere Gewichte, werden voll ausgereift geerntet, dann geschält, entkernt und anschließend etwa zu Senfgurken oder Schmorgurken verarbeitet.
  • Bunte Gurken zählen zu den Exoten wie etwa Zitronengurken mit runden, gelben Früchten, weiße Sorten oder braune Varianten wie die Sikkim-Gurke, mit netzartiger Schale.

Die heimische Gurken-Saison reicht von März bis Oktober. Während Salat- und Minigurken in Gewächshäusern wachsen, gibt es Land-, Einlege- und Schälgurken von Juni bis September aus dem Freiland. Der Großteil der hierzulande gegessenen Gurken wird allerdings aus Spanien und den Niederlanden importiert. Wer sich beim Einkauf an der Gurkensaison orientiert und auf regionale Angebote setzt, unterstützt die heimische Landwirtschaft, was auch Transportwege reduziert. 

Beim Einkauf lohnt sich ein genauer Blick: Frische Salatgurken sind bis in die Enden fest und fühlen sich prall an. Die Schale ist gleichmäßig durchgefärbt und ohne Druckstellen, Beschädigungen oder gelbliche Verfärbungen.

Gurken mögen es kühl, aber nicht zu kalt: Temperaturen unter 12 Grad Celsius führen zu Kälteschäden wie wässrigen Stellen und Aromaverlust. Angeschnitten halten sie sich im Gemüsefach des Kühlschranks ein bis zwei Tage lang. Eingemachte Gurken – ob Essig-, Senf- oder Salzgurken – gehören nach dem Öffnen der Konserven in den Kühlschrank und sollten stets mit einer Gabel entnommen werden.

Obwohl Gurken zu etwa 94 Prozent aus Wasser bestehen, liefern sie wertvolle Inhaltsstoffe. Sie besitzen geringe Mengen an Vitaminen, unter anderem B-Vitamine, Vitamin C und Vitamin K, sowie Mineralstoffe wie Kalium und Eisen. Pro 100 Gramm enthalten sie nur 14 Kilokalorien und eignen sich gut für eine energiearme, aber volumenreiche Ernährung. Schmeckt eine Gurke bitter – vor allem aus dem Garten – hat die Pflanze giftige Schutzstoffe (Cucurbitacine) gebildet. Solche Gurken sind deshalb nicht mehr verzehrbar.

Bei der Zubereitung gilt: Gurken möglichst frisch verarbeiten und erst kurz vor dem Servieren schneiden oder raspeln, damit sie nicht auswässern. Klassisch werden Gurken mit Joghurt und Kräutern zu Gurkensalat oder in gemischten Salaten und Bowls verarbeitet. Sie passen auch in kalte Suppen, Sandwiches und Wraps. Gekocht schmecken geeignete Sorten als Gemüse, als Schmorgurke zu Fisch und Kartoffeln oder in asiatischen Currys. Selbst Braten und Grillen ist möglich. 

Tipp: Wer im Sommer viel erntet oder Saisonware günstig kauft, kann sie beispielsweise zu Dill-Essiggurken, sauren Gurken mit Pfeffer oder Honig-Senfgurken verarbeiten. 

Verena Dorloff, bzfe.de

Weitere Informationen:

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