Frankfurter Grüne Soße

Frühlingsklassiker aus sieben frischen Kräutern

Auf einem weißen Teller sind Pellkartoffeln, hartgekochte Eier mit grüner Soße und Salatblätter angerichtet. © Tanja – stock.adobe.com

(BZfE) – Die Frankfurter Grüne Soße – im Hessischen auch „Grie Soß“ genannt – gilt als typisches Gericht der Frühlingsküche. Die aromatische Spezialität wird traditionell aus sieben frischen Kräutern zubereitet und rund um Ostern, besonders am Gründonnerstag, häufig zu hartgekochten Eiern und Kartoffeln serviert.

Die Soße hat im Raum Frankfurt am Main eine lange Geschichte und trägt seit 2016 auch das Gütezeichen der „geografisch geschützten Angabe (g.g.A.)“. Für das Original gilt: Alle Kräuter – mit Ausnahme von Petersilie – müssen aus Frankfurt oder den umliegenden Gemeinden stammen.

Sieben Kräuter sind in der kalten Soße zu finden: Petersilie, Schnittlauch, Boretsch, Kerbel, Kresse, Sauerampfer und Pimpinelle. Die Kräuter haben von April bis zum Spätherbst Saison und werden frisch als Schnittkräuter, im Bund oder als Topfpflanze angeboten. Wer sich gut auskennt, kann Sauerampfer und Pimpinelle selbst in der Natur an dafür geeigneten Plätzen sammeln. Im Frankfurter Raum gibt es auch fertige Bündel auf Wochenmärkten oder in Supermärkten zu kaufen. Im Gemüsefach des Kühlschranks bleibt Schnittware noch etwa zwei Tage lang frisch im feuchten Tuch eingeschlagen oder als Bund im Wasserglas. 

Viele Familien und Gastronomiebetriebe in der Region schätzen ihre eigenen Rezeptvarianten. Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Kräuter, deren harmonische Kombination ein gewisses Fingerspitzengefühl erfordert. Wenn nicht alle Arten verfügbar sind, kann man sich auf Petersilie, Schnittlauch, Kresse und Kerbel beschränken. Als Basis dienen – je nach Geschmack – Schmand, Quark, saure Sahne, Buttermilch, Joghurt, Crème fraîche oder auch Mayonnaise. 

Für ein einfaches Rezept die Kräuter gründlich waschen, trocknen und sehr fein hacken. Anschließend eine kleine Zwiebel würfeln und zusammen mit den Kräutern und einer Mischung aus Schmand und saurer Sahne verrühren oder grob pürieren. Zitronensaft, etwas Öl und Senf sowie ein fein gewürfeltes, hartgekochtes Ei hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und ein wenig Honig abschmecken. Vor dem Servieren sollte die Soße mindestens eine Stunde lang im Kühlschrank gut durchziehen. 

Klassisch wird die „Grie Soß“ mit Pell-, Brat- oder Salzkartoffeln und hartgekochten Eiern serviert. Sie passt aber ebenso gut zu Lachs oder Kasseler. Auch als Brotaufstrich, Pastasoße, Pizzabelag oder Dip zu Rohkost und Spargel ist die Soße ein frischer Genuss. Die enthaltenen Kräuter versorgen den Körper mit wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen, gesunden ätherischen Ölen und Bitterstoffen – und alles zusammen ergibt das unverwechselbare Aromaerlebnis.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

EU: Frankfurter Grüne Soße EU-weit geschützt

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(Bildquelle: © Tanja – stock.adobe.com)