(BZfE) – „Alles neu macht der Mai“ ist eine bekannte Liedzeile aus einem Volkslied des 19. Jahrhunderts. Sie thematisiert den Aufbruch und die Erneuerung der Natur. Im „Wonnemonat“ Mai ist das Angebot an saisonalem Obst und Gemüse besonders vielfältig – ob Spargel, Erdbeeren, Radieschen, Kohlrabi oder knackige Salate. Viele dieser Lebensmittel stammen nun aus regionalem Freilandanbau und gelangen durch kurze Transportwege besonders frisch und aromatisch auf den Teller. Manche Spezialitäten tragen den Wonnemonat sogar im Namen – etwa Mairübchen oder Maigouda.
Ein besonderes Highlight ist regionaler Spargel. Die feinen Stangen schmecken klassisch gekocht mit jungen Kartoffeln und Sauce Hollandaise oder zerlassener Butter, aber auch modern interpretiert: gegrillt mit Parmesan, karamellisiert mit Erdbeeren oder im Sesammantel mit Lachs.
Auch Rhabarber gehört im Mai unbedingt auf den Speiseplan. Ob als Kompott, im Baiser-Kuchen oder als Chutney zu Ziegenkäse – das fein-säuerliche Gemüse ist vielseitig einsetzbar. Dabei gilt: Je rötlicher die Stangen sind, desto milder und süßer ist das Aroma. Das Gemüse lässt sich hervorragend mit frischen Erdbeeren kombinieren, zum Beispiel in Smoothies und Muffins. Raffiniert ist auch ein Frühlingssalat mit Rucola, karamellisiertem Rhabarber, Erdbeeren, Hirtenkäse und gerösteten Haselnüssen.
Zu den wiederentdeckten Gemüsearten zählen Mairübchen. Die weiß bis leicht violett gefärbten Knollen besitzen ein mild-süßliches Aroma mit feiner Schärfe, das an Rettich und Radieschen erinnert. Sie schmecken roh mit Dip, im Salat, in Suppen oder als Beilage zu Schmorgerichten.
Ein Frühsommerbote ist der Maigouda, dessen Hauptsaison im Juni beginnt. Für die holländische Spezialität wird die erste Weidemilch des Jahres verwendet – von Kühen, die nach dem Winter im Stall erstmals wieder frisches Gras fressen. Dadurch wird der Käse besonders cremig, pikant und reich an wertvollen Fettsäuren. Daher kommt auch der Begriff „Wonnemonat“ für den Mai, der ursprünglich vom althochdeutschen Wort „winnimanod“ abgeleitet ist, was „Weidemonat“ bedeutet.
Eine kulinarische Besonderheit sind die hellgrünen Triebe von Tanne und Fichte, die im Mai gesammelt werden können. Vor dem Sammeln am besten den Waldbesitzer oder die Waldbesitzerin fragen und dabei vorsichtig vorgehen, damit der Baum nicht beschädigt wird. Die sogenannten Maiwipfel besitzen ein angenehm frisches Zitrus-Aroma und lassen sich etwa zu Sirup oder Pesto verarbeiten. Dagegen bereichert der Waldmeister die Frühlingsküche mit seiner intensiven Würze und dem typischen Duft nach Heu. Das „Maikraut“ ist eine schmackhafte Zutat für Süßspeisen, Fischgerichte und Getränke wie Maibowle.
Früher galten Maischollen als Zeichen für das Ende des Winters, wenn Fischer erstmals wieder frischen Seefisch an Land brachten. Heute weiß man jedoch: Ab Juni sind Schollen deutlich fester und geschmackvoller – zum Beispiel klassisch nach „Finkenwerder Art“ mit Speck und Petersilienkartoffeln.
Heike Kreutz, bzfe.de
Weitere Informationen:
BZfE: Der Saisonkalender
BZfE: Spargel – vom Acker bis zum Teller
BZfE: Rhabarber – Frühlingsgenuss von der Stange
BZfE: Erdbeeren – vom Acker bis zum Teller
BZfE: Waldmeister – für Maibowle, Sirup & Co.
BZfE: „Maiwipfel“ von Tanne und Fichte - für Sirup und Pesto
(Bildquelle: © Pictures news – stock.adobe.com)
