Rapsöl: Gesundheit und Umwelt

Viele gesunde Fettsäuren und ökologische Vorteile

Ein Jogger läuft auf einem Feldweg an einem Rapsfeld entlang. © Xalanx – stock.adobe.com
  • Rapsöl ist besonders gesund durch den hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren und an der lebensnotwendigen Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure sowie Vitamin E.
  • Natives Rapsöl hat zudem hohe Gehalte an Carotinoiden und sekundären Pflanzenstoffen wie Polyphenole.
  • Damit beim Braten oder Frittieren keine gesundheitsschädlichen Stoffe entstehen, ist dafür raffiniertes Rapsöl zu bevorzugen.
  • Der nachhaltige Anbau von Raps fördert die Vielfalt der deutschen Agrarlandschaft. Kurze Transportwege verursachen weniger Treibhausgasemissionen.
  • Mit dem Kauf von Rapsöl aus Deutschland können Verbraucherinnen und Verbraucher die regionale Wertschöpfung und Wirtschaft stärken.

Wertvolles Pflanzenöl

Rapsöl zählt aufgrund seiner Zusammensetzung zu den ernährungsphysiologisch wertvollsten Pflanzenölen. Es hat den geringsten Anteil an gesättigten Fettsäuren und einen hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren. Es enthält viel alpha-Linolensäure, eine lebensnotwendige, mehrfach ungesättigte Omega‑3‑Fettsäure, sowie Vitamin E.

Kaltgepresstes Rapsöl hat einen höheren Vitamin-E-Gehalt als raffiniertes, weil etwa ein Drittel des hitzeempfindlichen Vitamins durch die Raffination verloren geht. Darüber hinaus enthält es weitere wertvolle Begleitstoffe: Carotinoide und andere sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole. Die sekundären Pflanzenstoffe sind nicht nur verantwortlich für den Geschmack und die Farbe des Speiseöls, sondern wirken vor allem antioxidativ, schützen also die Körperzellen vor freien Sauerstoffradikalen. Weiterhin können sie positive Effekte auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit und das Immunsystem haben.

Fettsäuremuster von Pflanzenölen im Vergleich

Hoher Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren

Während Rapsöl wenig gesättigte Fettsäuren enthält, machen die einfach ungesättigten Fettsäuren den größten Anteil aus (62 Prozent), vor allem Ölsäure. Diese kann zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutcholesterinspiegels beitragen, wenn sie unerwünschte gesättigte Fettsäuren in der Nahrung ersetzt. Ein praktisches Beispiel ist der Austausch von Butter durch Rapsöl beim Braten oder Backen. Denn Ölsäure lässt das „günstige“ HDL-Cholesterin unbeeinflusst und senkt dafür das „ungünstige“ LDL-Cholesterin. So leistet sie über die Nahrungsaufnahme einen Beitrag zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die chemische Struktur der Fettsäuren bestimmt ihre physikalischen und ernährungsphysiologischen Eigenschaften. Einfach ungesättigte Fettsäuren enthalten eine Doppelbindung im Molekül, mehrfach ungesättigte haben mehrere. Je nach Position der ersten Doppelbindung, gezählt vom sogenannten Omega-Ende aus, handelt es sich beispielsweise um Omega-3-Fettsäuren oder Omega-6-Fettsäuren.

Beste pflanzliche Quelle für mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind ernährungsphysiologisch wertvoll, da sie unter anderem eine wichtige Rolle für die Struktur der Zellmembrane, die Regulation von Entzündungsprozessen und die Herz-Kreislauf-Gesundheit spielen. Darunter sind vor allem Linolsäure (eine Omega-6-Fettsäure) und Alpha-Linolensäure (eine Omega-3-Fettsäure) bedeutend. Da der menschliche Körper diese Fettsäuren nicht selbst bilden kann, ist eine Aufnahme über die Nahrung zwingend notwendig, sie sind essenziell. In Rapsöl sind durchschnittlich 20 Prozent Linolsäure und neun Prozent Alpha-Linolensäure enthalten. Damit ist Rapsöl eine der wichtigsten pflanzlichen Quellen für essenzielle Fettsäuren, insbesondere für alpha-Linolensäure.

Als Vorstufen für sogenannte Eicosanoide (Gewebshormone) spielen die Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren eine besondere Rolle. Diese besonderen Gewebshormone haben häufig entgegengesetzte Wirkungen: Die aus Linolsäure (Omega-6) gebildete Arachidonsäure fördert Entzündungen und Arterienverkalkung. Dagegen haben die aus Alpha-Linolensäure gebildeten, längerkettigen Omega-3-Fettsäuren namens Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) günstige Wirkungen. Deshalb empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) bei der Auswahl von Lebensmitteln auf ein Verhältnis von 5 zu 1 bei Linolsäure zu Alpha-Linolensäure zu achten. Praktisch liegt das bei heute üblichen Ernährungsgewohnheiten meist deutlich höher mit 7 zu 1 bis 9 zu 1. Wer Rapsöl mit seinem günstigen Verhältnis von 2 zu 1 bevorzugt, kann daher das Verhältnis der beiden Fettsäuren in der Gesamtnahrung maßgeblich verbessern.

Rapsöl statt Fisch? Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sind vor allem in fettem Seefisch wie Hering oder Makrele enthalten. Zwar können sie im Körper auch aus alpha-Linolensäure gebildet werden, aber nur in geringem Umfang. Zur Ergänzung der Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren spielt Rapsöl als pflanzliches Lebensmittel trotzdem eine wichtige Rolle.

Regionales Rapsöl ist nachhaltig

Der nachhaltige Anbau von Raps liefert einen messbaren Beitrag zur Vielfalt der deutschen Agrarlandschaft. Rapspflanzen lockern nicht nur den Boden (siehe auch Rapsöl: Auf dem Acker), sondern brauchen wegen ihres hohen Ölertrags auch weniger Fläche als andere Ölsaatpflanzen. Da sie meist nicht zusätzlich bewässert werden müssen, schonen sie auch Wasserressourcen.

Wird Rapsöl hierzulande gepresst und abgefüllt, entfallen im Vergleich zu importierten Pflanzenölen viele Transportwege und damit CO2-Emissionen.

Mit dem Kauf von Rapsöl aus Deutschland können Verbraucherinnen und Verbraucher außerdem die regionale Wertschöpfung und Wirtschaft stärken. So unterstützen sie die heimischen Landwirtschaftsbetriebe und regionale Ölmühlen sowie die angegliederten Händler und Verkaufsstätten.

Nebenprodukte der Rapsölerzeugung – Rückstände als Gewinn

Raps ist ein Paradebeispiel für ressourceneffiziente Landwirtschaft: Der Pressrückstand (Rapsschrot) dient als hochwertiges, gentechnikfreies Eiweißfuttermittel. Dadurch ersetzt Rapsschrot importiertes Soja und reduziert indirekt Umweltprobleme wie Entwaldung in Südamerika. Fachleute sprechen hier von einer Doppelnutzung, die die ökologische Bilanz deutlich verbessert.

Und auch für die menschliche Ernährung könnten die Rückstände der Rapsölpressung einen Beitrag zur Eiweißversorgung leisten. Im Jahr 2025 wurde fermentierter Rapskuchen in der EU als „Novel Food“ zugelassen und darf jetzt gezielt als Lebensmittelzutat eingesetzt werden, zum Beispiel für Brot und Backwaren oder für die Herstellung von pflanzlichen Alternativen zu tierischen Produkten.

Positive Auswirkungen des Rapsanbaus auf die Umwelt

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Im Video erfahren Sie, wie vielfältig der Rapsanbau zum Klima- und Umweltschutz beiträgt.

Quelle: agrarheute.com

Rauchen verboten!

Der Rauchpunkt von Ölen und Fetten ist die Temperatur, bei der sie sich unter Hitzeeinwirkung zersetzen und sichtbaren Rauch bilden. Weil dabei gesundheitsschädliche Stoffe entstehen, sind für hohe Temperaturen beim Braten oder Frittieren hitzestabile Öle wie raffiniertes Rapsöl ideal. Durch die Entfernung der Fettbegleitstoffe bei der Raffination liegt dessen Rauchpunkt bei etwa 200 Grad Celsius. Kaltgepresstes Rapsöl ist weniger hitzestabil und wird daher primär für die kalte Küche empfohlen.

Informationen zur Verwendung von kaltgepresstem und raffiniertem Rapsöl finden Sie auch auf unserer Artikelseite Rapsöl: Vom Einkauf in die Küche.

Kann Rapsöl wirklich schaden?

Auf Social-Media-Plattformen warnen beispielsweise Influencerinnen und Influencer immer wieder vor der Verwendung von Rapsöl: Es soll krebserregend und entzündungsfördernd sein, das Herz schädigen und Schlaganfälle auslösen. Diese Panikmache fußt auf Studienergebnissen, die falsch interpretiert wurden. Diese Auslegungen konnten bei einer systematischen Überprüfung durch Ernährungsfachleute nicht bestätigt werden. 

In der Kritik steht Rapsöl auch öfter, weil es Erucasäure enthält. Das ist eine natürlicherweise in Kreuzblütlern wie dem Raps vorkommende einfach ungesättigte Fettsäure. Sie ist heute durch gezielte Sortenzüchtung bereits stark reduziert. Da eine dauerhaft hohe Aufnahme von Erucasäure zu einer Verfettung des Herzens führen kann, hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine tägliche Menge abgeleitet, die über die gesamte Lebenszeit ohne erkennbares Gesundheitsrisiko aufgenommen werden kann (Tolerable Daily Intake). Dieser TDI-Wert wird laut EFSA “bei durchschnittlicher ernährungsbedingter Exposition aus allen Lebensmittelquellen sowohl für Erwachsene als auch für Kleinkinder” nicht überschritten. 

Auch für Säuglinge ergaben Modellrechnungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) kein erhöhtes gesundheitliches Risiko. Zudem gelten EU-weit verbindliche Höchstgehalte für Erucasäure in bestimmten Lebensmitteln, die von der Lebensmittelüberwachung im Rahmen der amtlichen Kontrolle regelmäßig überprüft werden.