- Rapsöl ist besonders gesund durch den hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren und an der lebensnotwendigen Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure sowie Vitamin E.
- Natives Rapsöl hat hohe Gehalte an Carotinoiden und geringere an weiteren sekundären Pflanzenstoffen wie Polyphenole.
- Damit beim Braten oder Frittieren keine gesundheitsschädlichen Stoffe entstehen, ist dafür raffiniertes Rapsöl zu bevorzugen.
- Der nachhaltige Anbau von Raps fördert die Vielfalt der deutschen Agrarlandschaft. Kurze Transportwege verursachen weniger Treibhausgasemissionen.
- Mit dem Kauf von Rapsöl aus Deutschland können Verbraucherinnen und Verbraucher die regionale Wertschöpfung und Wirtschaft stärken.
Wertvolles Pflanzenöl
Rapsöl zählt aufgrund seiner Zusammensetzung zu den ernährungsphysiologisch wertvollsten Pflanzenölen. Es hat den geringsten Anteil an gesättigten Fettsäuren und einen hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren. Es enthält viel alpha-Linolensäure, eine lebensnotwendige, mehrfach ungesättigte Omega‑3‑Fettsäure, sowie Vitamin E.
Kaltgepresstes Rapsöl hat einen höheren Vitamin-E-Gehalt als raffiniertes, weil etwa ein Drittel des hitzeempfindlichen Vitamins durch die Raffination verloren geht. Darüber hinaus enthält es weitere wertvolle Begleitstoffe: Carotinoide und andere sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole. Die sekundären Pflanzenstoffe sind nicht nur verantwortlich für den Geschmack und die Farbe des Speiseöls, sondern wirken vor allem antioxidativ, schützen also die Körperzellen vor freien Sauerstoffradikalen. Weiterhin können sie positive Effekte auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit und das Immunsystem haben.
Hoher Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren
Während Rapsöl wenig gesättigte Fettsäuren enthält, machen die einfach ungesättigten Fettsäuren den größten Anteil aus (62 Prozent), vor allem Ölsäure. Diese kann zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutcholesterinspiegels beitragen, wenn sie unerwünschte gesättigte Fettsäuren in der Nahrung ersetzt. Ein praktisches Beispiel ist der Austausch von Butter durch Rapsöl beim Braten oder Backen. Denn Ölsäure lässt das „günstige“ HDL-Cholesterin unbeeinflusst und senkt dafür das „ungünstige“ LDL-Cholesterin. So leistet sie über die Nahrungsaufnahme einen Beitrag zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die chemische Struktur der Fettsäuren bestimmt ihre physikalischen und ernährungsphysiologischen Eigenschaften. Einfach ungesättigte Fettsäuren enthalten eine Doppelbindung im Molekül, mehrfach ungesättigte haben mehrere. Je nach Position der ersten Doppelbindung, gezählt vom sogenannten Omega-Ende aus, handelt es sich beispielsweise um Omega-3-Fettsäuren oder Omega-6-Fettsäuren.
Beste pflanzliche Quelle für mehrfach ungesättigte Fettsäuren
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind ernährungsphysiologisch wertvoll, da sie unter anderem eine wichtige Rolle für die Struktur der Zellmembranen, die Regulation von Entzündungsprozessen und die Herz-Kreislauf-Gesundheit spielen. Darunter sind vor allem Linolsäure (eine Omega-6-Fettsäure) und Alpha-Linolensäure (eine Omega-3-Fettsäure) bedeutend. Da der menschliche Körper diese Fettsäuren nicht selbst bilden kann, ist eine Aufnahme über die Nahrung zwingend notwendig, sie sind essenziell. In Rapsöl sind durchschnittlich 20 Prozent Linolsäure und neun Prozent Alpha-Linolensäure enthalten. Damit ist Rapsöl eine der wichtigsten pflanzlichen Quellen für essenzielle Fettsäuren, insbesondere für alpha-Linolensäure.
Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren sind unter anderem an der Bildung besonderer Gewebshormone oder Botenstoffen beteiligt. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) angegebenen Referenzwerte für die Zufuhr von Linolsäure (Omega-6) und α-Linolensäure (Omega-3) stehen in einem Verhältnis von 5 zu 1. Es wird empfohlen, Öle mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren zu bevorzugen und Öle mit einem hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren einzuschränken. Daher gilt Rapsöl auch hier als gute Wahl, da es doppelt so viel α-Linolensäure enthält wie Linolsäure. Rapsöl kann somit dazu beitragen, die Anteile beider Fettsäuren in der Gesamtnahrung maßgeblich zu verbessern.
Rapsöl statt Fisch? Die Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) sind vor allem in fettem Seefisch wie Hering oder Makrele enthalten. Zwar können sie im Körper auch aus alpha-Linolensäure gebildet werden, aber nur in geringem Umfang. Zur Ergänzung der Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren spielt Rapsöl als pflanzliches Lebensmittel trotzdem eine wichtige Rolle.
Regionales Rapsöl ist nachhaltig
Der nachhaltige Anbau von Raps liefert einen messbaren Beitrag zur Vielfalt der deutschen Agrarlandschaft. Rapspflanzen lockern nicht nur den Boden (siehe auch Rapsöl: Auf dem Acker), sondern brauchen wegen ihres hohen Ölertrags auch weniger Fläche als andere Ölpflanzen. Da sie meist nicht zusätzlich bewässert werden müssen, schonen sie auch Wasserressourcen.
Wird Rapsöl hierzulande gepresst und abgefüllt, entfallen im Vergleich zu importierten Pflanzenölen viele Transportwege und damit CO2-Emissionen.
Mit dem Kauf von Rapsöl aus Deutschland können Verbraucherinnen und Verbraucher außerdem die regionale Wertschöpfung und Wirtschaft stärken. So unterstützen sie die heimischen Landwirtschaftsbetriebe und regionale Ölmühlen sowie die angegliederten Händler und Verkaufsstätten.
Nebenprodukte der Rapsölerzeugung – Rückstände als Gewinn
Raps ist ein Paradebeispiel für ressourceneffiziente Landwirtschaft: Der Pressrückstand (Rapsschrot) dient als hochwertiges Eiweißfuttermittel. Dadurch kann Rapsschrot importiertes Soja teilweise ersetzen. Fachleute sprechen hier von einer Doppelnutzung, die die ökologische Bilanz verbessert.
Und auch für die menschliche Ernährung könnten die Rückstände der Rapsölpressung einen Beitrag zur Eiweißversorgung leisten. Im Jahr 2025 wurde fermentierter Rapskuchen in der EU als „Novel Food“ zugelassen und darf jetzt gezielt als Lebensmittelzutat eingesetzt werden, zum Beispiel für Brot und Backwaren oder für die Herstellung von pflanzlichen Alternativen zu tierischen Produkten.
Positive Auswirkungen des Rapsanbaus auf die Umwelt
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Mehr Informationen
Im Video erfahren Sie, wie vielfältig der Rapsanbau zum Klima- und Umweltschutz beiträgt.
Quelle: agrarheute.com
Rauchen verboten!
Der Rauchpunkt von Ölen und Fetten ist die Temperatur, bei der sie sich unter Hitzeeinwirkung zersetzen und sichtbaren Rauch bilden. Weil dabei gesundheitsschädliche Stoffe entstehen, sind für hohe Temperaturen beim Braten oder Frittieren hitzestabile Öle wie raffiniertes Rapsöl ideal. Durch die Entfernung der Fettbegleitstoffe bei der Raffination liegt dessen Rauchpunkt bei etwa 200 Grad Celsius. Kaltgepresstes Rapsöl ist weniger hitzestabil und wird daher primär für die kalte Küche empfohlen.
Informationen zur Verwendung von kaltgepresstem und raffiniertem Rapsöl finden Sie auch auf unserer Artikelseite Rapsöl: Vom Einkauf in die Küche.
Kann Rapsöl wirklich schaden?
Auf Social-Media-Plattformen warnen beispielsweise Influencerinnen und Influencer immer wieder vor der Verwendung von Rapsöl: Es soll krebserregend und entzündungsfördernd sein, das Herz schädigen und Schlaganfälle auslösen. Diese Panikmache fußt auf Studienergebnissen, die falsch interpretiert wurden. Diese Auslegungen konnten bei einer systematischen Überprüfung durch Ernährungsfachleute nicht bestätigt werden.
In der Kritik steht Rapsöl auch öfter, weil es noch geringe Mengen an Erucasäure enthalten kann. Das ist eine natürlicherweise in Kreuzblütlern wie dem Raps vorkommende einfach ungesättigte Fettsäure. Sie ist jedoch schon lange durch gezielte Sortenzüchtung weitestgehend reduziert. Da eine dauerhaft hohe Aufnahme von Erucasäure zu einer Verfettung des Herzens führen kann, hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zum Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern eine tägliche Menge abgeleitet, die über die gesamte Lebenszeit ohne erkennbares Gesundheitsrisiko aufgenommen werden kann (Tolerable Daily Intake). Dieser TDI-Wert wird laut EFSA “bei durchschnittlicher ernährungsbedingter Exposition aus allen Lebensmittelquellen sowohl für Erwachsene als auch für Kleinkinder” nicht überschritten.
Auch für Säuglinge ergaben Modellrechnungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) kein erhöhtes gesundheitliches Risiko. Zudem gelten EU-weit verbindliche Höchstgehalte für Erucasäure in bestimmten Lebensmitteln, die von der Lebensmittelüberwachung im Rahmen der amtlichen Kontrolle regelmäßig überprüft werden.


