Kürbisse: Auf dem Acker

Trendgemüse aus heimischem Anbau

Auf einem Acker liegen viele reife, orangene Kürbisse. © Ralf Gosch – stock.adobe.com
  • Kürbisse gibt es in einer Fülle an Arten und Sorten, aber als Speisekürbis spielen nur wenige eine Rolle.
  • Bei der Anbaufläche belegen Kürbisse den sechsten Platz und zählen damit zu den wichtigsten Gemüsearten aus Deutschland.
  • Die Sorte Hokkaido ist mit Abstand der beliebteste Kürbis in Deutschland.
  • Auf rund 40 Prozent aller Flächen erzeugen die Betriebe Kürbisse in Bioqualität.
  • Von Herbst bis Frühjahr bietet der Handel viele Arten und Sorten an.

Bunte Kürbisvielfalt

Der Kürbis ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Erde. Alle Kürbisarten stammen aus Mittel- und Südamerika, wo sie schon vor 10.000 Jahren angebaut wurden. Spanische Seefahrer brachten ihre Samen nach der Entdeckung Amerikas nach Europa.

Kürbispflanzen sind einjährige, meist rankende Pflanzen mit großen Blättern. Sie gehören zum Fruchtgemüse und erzeugen die größten Beeren im Pflanzenreich. Botanisch gehören Kürbisse wie Gurken und Melonen zur sehr variantenreichen Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Es gibt unterschiedlich geformte und gefärbte Kürbisse: in Mini- oder Maxigröße, rund, oval, platt oder flaschenförmig; mit glatter, gerillter oder warzenartiger Oberfläche; von rot über orange oder grün bis schwarz; mit Streifen, Flecken oder Netzmuster. 

Weltweit umfasst die Familie der Kürbisgewächse rund 100 Gattungen und über 850 Arten. Diese Vielfalt kann verwirren, und die botanische Einordnung ist nicht immer einheitlich. Dazu kommen neue Sorten, die widerstandsfähige und möglichst einheitliche Früchte oder auffällige Zierkürbisse hervorbringen sollen. Beschränkt man sich jedoch auf die in Deutschland üblichen Speisekürbisse, wird es deutlich übersichtlicher.

Die wichtigsten Speisekürbisse

Den Handel in Deutschland dominieren drei Kürbisarten und darunter jeweils wenige Sorten. Mehr Auswahl gibt es im Direktverkauf oder bei spezialisierten Saatgutbetrieben. 

Die Art Riesenkürbis (Cucurbita maxima) verdankt ihren Namen Sorten, die bei Wettbewerben mehrere hundert Kilogramm auf die Waage bringen. Nicht ganz so riesig ist der „Gelbe Zentner“ mit bis zu fünfzig Kilogramm. 

Die meisten Riesenkürbisse entfalten ihr Aroma erst bei voller Reife. Sie haben eine sehr feste und daher ungenießbare Schale. Anders der „Hokkaido“, der nicht zuletzt wegen seiner gut essbaren Schale so beliebt ist. Diese Kürbisse werden auch Winterkürbisse genannt und lassen sich monatelange lagern.

Zur Art Gartenkürbis (Cucurbita pepo) gehören zum einen teils unreif geerntete Kürbisse mit einer weichen, essbaren Schale. Sie kommen ab Juni auf den Markt und werden daher auch Sommerkürbisse genannt. Am bekanntesten sind hier die Zucchini, die zum Saisonstart aus heimischer Ernte erhältlich sind. Vertreter dieser Art sind zum anderen auch der ab September als Winterkürbis geerntete Spaghettikürbis, der steierische Ölkürbis und Sorten, die als „Halloweenkürbis“ nachgefragt werden.

Bei der Art Moschuskürbis (Cucurbita moschata) deutet der Name auf den intensiven süßlichen Duft der voll ausgereiften Früchte hin. Sie haben meist festes und oft kräftig gefärbtes Fruchtfleisch. Bekannte Beispiele sind „Butternut“ und der nach Muskat duftende „Muscade de Provence“. 

Im Gegensatz zu anderem Gemüse bedeutet „unreif“ bei Zucchini das übliche Erntestadium. Mit etwa zwanzig Zentimeter haben sie ihre ideale Genussreife erreicht. Je jünger und kleiner die Früchte, desto zarter sind Schale, Kerne und Fruchtfleisch. Mit zunehmender Größe verhärtet sich deren Konsistenz.

Kürbis ist im Trend

Kürbis boomt. Zum einen, weil das Halloween-Fest am 31. Oktober auch in Deutschland beliebt geworden ist. Das hat das Interesse an reinen Zierkürbissen, amerikanischen Rezepten wie Kürbiskuchen oder speziell gewürzten Trendgetränken wie „Pumpkin Spice Latte“ geweckt. Zum anderen ist gleichzeitig das Image von Kürbis als gesundem, einfach und vielfältig zu verarbeitendem Herbstgemüse gestiegen. So lockt der Handel inzwischen von Herbst bis Frühjahr mit großem Sortenangebot.

Parallel hat sich die Anbaufläche für Speisekürbis in Deutschland zwischen 2007 und 2024 vervierfacht, die Erntemenge fast verdreifacht. Bezogen auf die Anbaufläche stand Kürbis im Jahr 2025 auf Platz sechs hinter Spargel, Zwiebeln, Möhren, Salaten und Weißkohl. Gut 70 Prozent der Flächen liegen in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Auf rund 40 Prozent aller Flächen erzeugen die Betriebe Kürbis in Bioqualität. 

Kürbis ist damit ein gut verfügbares, regionales Gemüse. Dennoch gibt es auch Importe, beispielsweise aus den Niederlanden, Italien oder Spanien.

Kürbis auf Platz 6 der Anbaufläche

Anbau von Kürbis im großen Stil

Kürbispflanzen sind robust und perfekt für den Freilandanbau. Sie vertragen allerdings keinen Frost und brauchen als Starkzehrer ausreichend Dünger und Wasser. Die Aussaat auf dem Feld erfolgt daher erst ab Mitte Mai – am besten auf einer Fläche, auf der vorher Gründüngerpflanzen wie Klee gestanden haben und in den Boden eingearbeitet wurden. 

Je nach Sorte und Standort und um eine frühere Ernte zu ermöglichen, können die Pflanzen auch im Gewächshaus oder geschützt vorgezogen und später ins Freiland gesetzt werden. Schwarze Mulchfolie oder Vlies können bei der Erwärmung des Bodens und der Tropfenbewässerung helfen und Unkraut fernhalten.

Für die Erzeugung von Biokürbis wird der Boden zusätzlich schon im Herbst oder sehr zeitigen Frühjahr mit organischem Dünger vorbereitet, beispielsweise Stallmist. Bevor die Kürbisse zu ranken beginnen, werden Unkräuter von Hand oder maschinell entfernt. Abhängig von der Art des Bodens, der Menge an zu erwartendem Unkraut und der gewünschten Zahl und Größe der Kürbisse werden sie mehr oder weniger dicht gesät oder gepflanzt: Viele Pflanzen pro Hektar erzeugen kleine, gleichmäßige Kürbisse und lassen weniger Platz für Unkraut, allerdings auch für die Geräte zum Unkrautjäten.

Kürbis aus dem eigenen Garten

Kürbisse lassen sich nach der Frostperiode direkt aus Samen im eigenen Garten ziehen. Ideal ist ein sonniger und windgeschützter Platz mit reichlich Nährstoffen im Boden. Das kann neben dem Komposthaufen sein oder in einem mit Kompost oder Dünger vorbereiteten Beet. Für kleinfrüchtige Sorten reicht auch ein Kübel – je größer der ist, desto seltener muss gegossen werden.

Im Topf vorgezogene Pflänzchen kommen tagsüber zur „Abhärtung“ nach draußen. Traditionell werden sie nach den Eisheiligen-Tagen ab Mitte Mai an die vorgesehene Stelle gepflanzt. Ein „Schneckenkragen“ kann die zarte Pflanze anfangs vor den Fraßfeinden schützen. Rankende Sorten brauchen außerdem einen Zaun oder eine andere Rankhilfe; ohne solche Hilfen passt sich die Pflanze den Gegebenheiten an und breitet sich auch am Boden aus. 

Mehr Anbautipps finden Sie beim Bundesinformationszentrum Landwirtschaft.


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Das Informationsportal Ökolandbau.de bietet aktuelle Nachrichten, Dossiers und Tipps rund um den ökologischen Landbau und Bio-Lebensmittel.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen informiert Verbrauchende und Beschäftigte in der Landwirtschaft und im Gartenbau.

  • Rund um den Kürbis (externer Link auf PDF-Datei, 310 KB, 21 Seiten, eventuell nicht barrierefrei)

Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) zeigt Verbrauchenden, wie Landwirtschaft heute funktioniert.