Rapsöl: Auf dem Acker

Auf fast zehn Prozent der deutschen Felder wächst Raps

Auf einem gelbblühenden Rapsfeld steht ein Landwirt an seinem Traktor. © Curto – stock.adobe.com
  • Raps wird in Deutschland auf fast zehn Prozent der gesamten Ackerfläche angebaut. Damit ist er hierzulande die vierthäufigste Anbaukultur.
  • Rund 44 Prozent der 2024 in Deutschland verarbeiteten Rapssaat stammten aus heimischer Ernte, der Rest wurde importiert.
  • Etwa ein Sechstel des heimischen Rapsöls wurde für Nahrungszwecke verwendet, der größere Anteil überwiegend für technische und chemische Zwecke.
  • Fachleute empfehlen, Raps nicht häufiger als alle vier Jahre auf einem Feld anzubauen, um der Verbreitung von Schädlingen vorzubeugen.
  • Der Anbau von Bio-Raps ist in Deutschland eine Nische: Lediglich 0,5 Prozent der gesamten deutschen Rapsanbaufläche werden ökologisch bewirtschaftet.

Rapsöl-Erzeugung in Deutschland

Rapsöl wird durch Pressung von Rapssamen hergestellt. In Deutschland wurde Raps im Jahr 2024 auf einer Fläche von rund 1,1 Millionen Hektar angebaut. Das sind fast zehn Prozent der gesamten Ackerfläche. Damit ist Raps nach Weizen, Mais und Gerste die vierthäufigste Anbaukultur hierzulande. 

2024 wurden in Deutschland rund 9,8 Millionen Tonnen Raps verarbeitet. Rund 44 Prozent stammten aus heimischer Ernte, der Rest wurde importiert. Daraus entstanden insgesamt 4,3 Millionen Tonnen Rapsöl. Die hiesige Nahrungsmittelindustrie verwendete davon nur etwa ein Sechstel. Der größere Anteil diente der Energiegewinnung sowie technischen und chemischen Zwecken, zum Beispiel als Basis für Schmiermittel, Farben und Lacke oder Kosmetik; daneben wurde er als Futteröl genutzt.

Züchtungs-Durchbruch mit 00-Raps

Der Durchbruch für den Rapsanbau in Deutschland kam in den 1990er-Jahren, nachdem es durch Pflanzenzüchtung gelungen war, gesundheitsschädliche und unangenehm bitter schmeckende Inhaltstoffe zu reduzieren: Erucasäure und Glucosinolate. Diese erucasäure- und glucosinolatarmen Sorten werden 00-Raps (Doppel-Null-Raps) genannt. Die internationale Bezeichnung Canola geht darauf zurück, dass die neuen Sorten in Kanada gezüchtet wurden. Dort wurde „Canola“ bereits im Jahr 1978 als Warenzeichen registriert.

Inzwischen wird in Deutschland nahezu die gesamte Anbaufläche mit 00-Raps bestellt. Zudem konnten in den letzten Jahren die Erträge durch weitere Züchtung deutlich gesteigert werden.

So wird Raps angebaut

In Deutschland wird überwiegend Winterraps angebaut. Dessen Aussaat erfolgt im Spätsommer gegen Mitte oder Ende August, manchmal auch im September. Geerntet wird im darauffolgenden Frühsommer (meist Juni). 

Fachleute empfehlen, Raps nicht häufiger als alle vier Jahre auf einem Feld anzubauen. Ansonsten würde die Ausbreitung von Schädlingen gefördert, sodass ein hoher Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nötig wäre. 

Wird Raps dagegen in sogenannten weiten Fruchtfolgen angebaut – das heißt, dass in möglichst vielen Jahren zwischen zwei Anbauperioden andere Kulturen wie Weizen, Gerste, Mais oder Ackerbohnen auf dem selben Feld stehen – bringt dies mehrere Vorteile:

  • vorbeugende Eindämmung von Krankheiten und Schädlingen als Teil des integrierten Pflanzenschutzes
  • optimierte Düngemittelnutzung durch gesunde Pflanzenbestände
  • verbesserte Bodenstruktur durch vitales, tiefgehendes Wurzelwerk
  • Aufwertung des Lebensraums für Vögel und Insekten 

Ökologischer Anbau von Raps

Bio-Raps wurde beispielsweise 2019 in Deutschland auf einer Fläche von 4.000 Hektar angebaut. Das waren lediglich 0,5 Prozent der gesamten deutschen Rapsanbaufläche. Der primäre Grund für diesen geringen Umfang sind die besonderen Herausforderungen im Ökolandbau, unter anderem durch Schädlinge und Krankheiten sowie die hohen Ansprüche an die Stickstoffversorgung. Dadurch haben Öko-Betriebe ein wesentlich höheres Ertragsrisiko als konventionelle.

Trotzdem kann sich der ökologische Anbau von Raps durch deutlich höhere Erzeugerpreise und eine stabile Nachfrage wirtschaftlich lohnen. Zudem bietet er Vorteile für die Bodenqualität zum Beispiel als günstige Ergänzung der Fruchtfolge im Getreideanbau. Und mit Rapsschrot liefert er eine wertvolle Eiweißquelle für viehhaltende Bio-Betriebe.

Animationsfilm zu Rapsanbau und -verarbeitung

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Im animierten Film erklärt eine Bienen-Comicfigur anschaulich, was die Rapspflanze alles bietet und was daraus entsteht.

Quelle: OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e. V.