- Raps wird in Deutschland auf fast zehn Prozent der gesamten Ackerfläche angebaut. Damit ist er hierzulande die vierthäufigste Anbaukultur.
- Etwa 42 Prozent der 2025 in Deutschland verarbeiteten Rapssaaten stammten aus heimischer Ernte, der Rest wurde importiert.
- Etwa ein Sechstel des heimischen Rapsöls wurde für Nahrungszwecke verwendet, der größere Anteil überwiegend für technische und chemische Zwecke.
- Fachleute empfehlen, Raps nicht häufiger als alle vier Jahre auf einem Feld anzubauen, um der Verbreitung von Schädlingen vorzubeugen.
- Der Anbau von Bio-Raps ist in Deutschland eine Nische: Lediglich 0,6 Prozent der gesamten deutschen Rapsanbaufläche werden ökologisch bewirtschaftet.
Rapsöl-Erzeugung in Deutschland
Rapsöl wird durch Pressung von Rapssamen hergestellt. In Deutschland wurde Raps im Jahr 2025 auf einer Fläche von rund 1,1 Millionen Hektar angebaut. Das sind fast zehn Prozent der gesamten Ackerfläche. Damit ist Raps nach Weizen, Mais und Gerste die vierthäufigste Anbaukultur hierzulande.
2025 wurden in Deutschland knapp 8,6 Millionen Tonnen Raps in Ölmühlen verarbeitet. Rund 42 Prozent stammten aus heimischer Ernte, der Rest wurde importiert. Daraus entstanden insgesamt 4,1 Millionen Tonnen Rapsöl. Die hiesige Nahrungsmittelindustrie verwendete davon etwa ein Sechstel. Der größere Anteil diente der Energiegewinnung als Biokraftstoff sowie technischen und chemischen Zwecken, zum Beispiel als Basis für Schmiermittel, Farben und Lacke oder Kosmetik; daneben wurde er als Futteröl genutzt.
(Quelle Zahlen: AMI Marktbilanz Getreide, Ölsaaten, Futtermittel 2026, Statistisches Bundesamt)
Züchtungs-Durchbruch mit 00-Raps
Der Durchbruch für den Rapsanbau in Deutschland kam in den 1980er-Jahren, nachdem es durch gezielte Pflanzenzüchtung gelungen war, gesundheitsschädliche und unangenehm bitter schmeckende Inhaltsstoffe weiter zu reduzieren: Schon 1973 erfolgreich bei der bei der Erucasäure erreicht, folgten nun die Glucosinolate. Diese erucasäure- und glucosinolatarmen Sorten werden 00-Raps (Doppel-Null-Raps) genannt. Die internationale Bezeichnung Canola geht darauf zurück, dass die erste Doppel-Null-Sorte in Kanada gezüchtet wurde. Dort wurde „Canola“ bereits im Jahr 1978 als Warenzeichen registriert.
Inzwischen wird in Deutschland nahezu die gesamte Anbaufläche mit 00-Raps bestellt. Zudem konnten in den letzten Jahren die Erträge durch weitere Züchtung deutlich gesteigert werden.
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So wird Raps angebaut
In Deutschland wird überwiegend Winterraps angebaut. Dessen Aussaat erfolgt im Spätsommer gegen Mitte oder Ende August, manchmal auch im September. Geerntet werden die Rapssaaten in der Regel Mitte Juli des darauffolgenden Jahres.
Fachleute empfehlen, Raps nicht häufiger als alle vier Jahre auf einem Feld anzubauen. Ansonsten würde die Ausbreitung von Schädlingen gefördert, sodass ein hoher Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nötig wäre.
Wird Raps dagegen in sogenannten weiten Fruchtfolgen angebaut – das heißt, dass in möglichst vielen Jahren zwischen zwei Anbauperioden andere Kulturen wie Weizen, Gerste, Mais oder Ackerbohnen auf dem selben Feld stehen – bringt dies mehrere Vorteile:
- vorbeugende Eindämmung von Krankheiten und Schädlingen als Teil des integrierten Pflanzenschutzes
- optimierte Düngemittelnutzung durch gesunde Pflanzenbestände
- verbesserte Bodenstruktur durch vitales, tiefgehendes Wurzelwerk
- Aufwertung des Lebensraums für Vögel und Insekten
Ökologischer Anbau von Raps
Bio-Raps wurde 2025 in Deutschland auf einer Fläche von 6.600 Hektar angebaut. Das waren lediglich 0,6 Prozent der gesamten deutschen Rapsanbaufläche. Der primäre Grund für diesen geringen Umfang sind die besonderen Herausforderungen im Ökolandbau, unter anderem durch Schädlinge und Krankheiten sowie die hohen Ansprüche an die Stickstoffversorgung. Dadurch haben Öko-Betriebe ein wesentlich höheres Ertragsrisiko als konventionelle.
Trotzdem kann sich der ökologische Anbau von Raps durch deutlich höhere Erzeugerpreise und eine stabile Nachfrage wirtschaftlich lohnen. Zudem bietet er Vorteile für die Bodenqualität zum Beispiel als günstige Ergänzung der Fruchtfolge im Getreideanbau. Und mit Rapskuchen liefert er eine wertvolle Eiweißquelle für viehhaltende Bio-Betriebe.
Animationsfilm zu Rapsanbau und -verarbeitung
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Im animierten Film erklärt eine Bienen-Comicfigur anschaulich, was die Rapspflanze alles bietet und was daraus entsteht.
Quelle: OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e. V.
