Gut essen im Alter

Genussvoll, gesund und gemeinsam

Seniorinnen und Senioren bereiten gemeinsam Essen zu und haben dabei Spaß. © BYKentu – stock.adobe.com
  • Der Energiebedarf älterer Menschen sinkt oft durch niedrigeren Grundumsatz und Muskelabbau.
  • Geschmacks-, Geruchs- und Durstempfinden sowie die Vitamin-D-Bildung lassen altersbedingt nach.
  • Eine nährstoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit sind daher besonders wichtig.
  • Frische Kräuter, Gewürze und ansprechende Mahlzeiten fördern Appetit und Essfreude.
  • Gemeinsames Kochen und Essen stärkt soziale Bindungen und fördert einen aktiven Lebensstil.

Was sich im Alter verändert und wie Sie damit umgehen können

Der Energiebedarf bleibt auch im Alter individuell und hängt von Körpergröße, Gewicht und körperlicher Aktivität ab. Allerdings verändert sich mit zunehmendem Alter die Körperzusammensetzung: Muskel- und Knochenmasse nehmen tendenziell ab, während der Körperfettanteil steigt. Im Vergleich zu jüngeren Menschen ist der Kalorienbedarf oft niedriger, da der Grundumsatz sinkt und viele Seniorinnen und Senioren weniger Energie im Alltag verbrauchen. Für ältere Erwachsene, die sich regelmäßig bewegen, kann der Bedarf jedoch ähnlich hoch bleiben wie bei jüngeren, aktiven Menschen. Der Vorteil: Wer regelmäßig aktiv ist, kann mehr essen und deckt so leichter den Bedarf an wichtigen Nährstoffen.

"Im Alter ändern sich natürlicherweise Appetit, Geschmack, Durstempfinden und Verdauung. Gute Routinen und neue Esserlebnisse sorgen für eine dauerhaft gute Nährstoffversorgung und aktives, gesundes Altern."

Nadia Röwe, BZfE-Referatsleiterin Gesunde Ernährung 

Altersbedingte Veränderungen beeinflussen die Ernährung im Alter: Der Geschmacks- und der Geruchssinn lassen nach, die Kauleistung kann abnehmen und das Durstgefühl wird schwächer. Auch die Verdauung arbeitet oft langsamer und die Haut bildet weniger Vitamin D durch Sonnenlicht. Umso wichtiger ist es, auf eine abwechslungsreiche, nährstoffreiche Ernährung zu achten, viel und regelmäßig zu trinken und bei Bedarf gezielt Nährstofflücken auszugleichen. So bleiben die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität hoch.

Diese Nährstoffe sind im Alter besonders wichtig

Tipps und Strategien für gesundes und lecker-leichtes Essen als "Best Ager"

Abwechslung auf den Teller bringen

Monotonie kann auf Dauer den Appetit mindern. Probieren Sie neue Lebensmittel, Gewürze oder Rezepte aus. Vielleicht entdecken Sie eine neue Lieblingsspeise. Auch farbenfrohe Teller machen das Essen ansprechender. Kombinieren Sie verschiedene Gemüse- und Obstarten und Kräuter, um Ihre Mahlzeiten optisch und geschmacklich aufzuwerten. 

Küchenkräuter machen viele Speisen neben der Würze gleichzeitig schmackhafter und bekömmlicher. Bitterstoffe, zum Beispiel in Salbei, Lorbeer, Basilikum oder Rosmarin wirken appetitanregend. Dill, Fenchel, Bohnenkraut oder Wacholder können den Magen beruhigen, entkrampfend wirken und Blähungen verringern. Wer reichlich Küchenkräuter verwendet, kann leichter Salz als Würzmittel einsparen und so zum Beispiel dem Bluthochdruck-Risiko vorbeugen

Kreativ einkaufen und kochen

Jetzt haben Sie endlich die Zeit fürs Einkaufen und Kochen – das bringt richtig Spaß machen und bietet eine Möglichkeit für Kreativität, Gemeinschaft und kleine Glücksmomente im Alltag. Statt zu hetzen, schlendern Sie vielleicht jetzt ganz entspannt durch den Supermarkt und entdecken dabei neue Produkte. Auch bei einem Besuch auf dem Wochenmarkt oder in einem Hofladen kann man nicht nur frische, regionale Produkte entdecken, sondern direkt mit den Erzeugerinnen und Erzeugern ins Gespräch kommen oder sich Inspiration für neue Rezepte holen. 

Das Kochen selbst lässt sich leicht in ein gemeinsames Erlebnis verwandeln. Wie wäre es mit einem thematischen Kochabend, bei dem jeder Gast eine Zutat mitbringt und alle gemeinsam ein Gericht kreieren? Wer Lust auf etwas Neues hat, probiert eine unbekannte Kochtechnik aus, etwa Fermentieren, Brot backen oder Sushi rollen. Volkshochschulen und Familienbildungsstätten haben einige Kurse dazu im Angebot.

Regelmäßig essen und kleinere Portionen

Versuchen Sie, feste Mahlzeiten einzuhalten. Das gibt eine Struktur. Wenn Sie weniger Hunger oder Appetit haben, können kleinere, häufigere Mahlzeiten eine gute Lösung sein. Fünf bis sechs kleine Portionen über den Tag verteilt sind oft auch besser verträglich als drei große Mahlzeiten.

Schöne Atmosphäre beim Essen schaffen

Die Umgebung spielt eine große Rolle für das Wohlbefinden. Decken Sie den Tisch schön, zünden Sie Kerzen an oder hören Sie Ihre Lieblingsmusik. Wenn Sie allein essen, können Sie Radio, einen Podcast oder ein Hörbuch hören, um die Mahlzeit angenehmer zu gestalten.

Typische Herausforderungen rund ums Essen

Gemeinsam genießen im Alter!

Essen ist nicht nur eine Frage der Nährstoffe – es ist auch ein soziales Erlebnis. Gemeinsame Mahlzeiten mit Familie, Freunden oder Nachbarn können den Appetit anregen und das Essen zu einem besonderen Moment machen. Auch das Kochen mit Enkel- oder Nachbarschaftskindern macht Spaß, stärkt die Bindung zwischen den Generationen und bietet die Gelegenheit, Rezepte, Erfahrungen und kleine Küchentricks weiterzugeben. In vielen Städten und Kommunen gibt es Seniorentreffs, Mittagstische, Kochkurse oder Gemeinschaftsküchen, bei denen Sie neue Bekanntschaften machen können und gemeinsam genießen können. 

Falls Sie nicht die Möglichkeit haben, mit anderen zu essen, können auch Telefonate beim Essen oder das Hören von Musik oder Radio auflockern. Dazu ein schönes Gedeck - vielleicht auch das “Gute”, weil es so schön fürs Auge ist. Hauptsache, Sie fühlen sich wohl und genießen Ihre Mahlzeiten bewusst.

Wo kann ich mich informieren oder beraten lassen?

Individuelle Beratung und Unterstützung für genussreiche und gesunde Ernährung im Alter gibt es in der Ernährungsberatung mit dem Schwerpunkt für Seniorenernährung. Übrigens ist der Begriff Ernährungsberaterin und Ernährungsberater nicht geschützt, daher achten Sie auf zertifizierte Ernährungsfachkräfte. Bundesweit sind diese über die Berufsverbände oder Fachgesellschaften,aufgelistet auf der Seite der Verbraucherzentralen, zu finden.

Genuss am Nachbarschaftstisch

Wie organisiert man Nachbarschaftstische für und mit älteren Menschen? Das zeigt dieses Video am konkreten Beispiel in 4 Minuten.

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Mehr Informationen

Quelle: IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung


Weitere Informationen

Die Magazinreihe Gutes Essen für Seniorinnen und Senioren des BMELH bietet weitere Informationen für Seniorinnen und Senioren sowie Rezeptideen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) vertritt die Interessen der älteren Generationen in Deutschland. 

Die Vernetzungsstellen Seniorenernährung in den Ländern bieten Beratung, vermitteln Wissen vor Ort und vernetzen in der Seniorenarbeit. 

Das Projekt „Fit im Alter – Gesund essen, besser leben“ hat die qualitätsgesicherte Verpflegung älterer Menschen in Senioreneinrichtungen und bei Essen auf Rädern im Fokus.

Das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) bietet auf seinem Portal: Gesund & aktiv älter werden weitere Informationen.