Rapsöl: Vom Einkauf in die Küche

Raffiniertes und kaltgepresstes Rapsöl einkaufen, lagern und verwenden

Aus einer Rapsölflasche wird goldgelbes Rapsöl in eine Glasschüssel gegossen. © New Africa – stock.adobe.com
  • Rapsöl ist seit Jahren das beliebteste Speiseöl in Deutschland.
  • Um die Ölmühlen auszulasten und die Nachfrage nach dem Speiseöl zu erfüllen, werden in Deutschland zu einem großen Teil importierte Rapssaaten zu Öl gepresst.
  • Wer Rapsöl aus Deutschland kaufen möchte, erkennt es an freiwilligen Kennzeichnungen wie „zu 100 Prozent aus deutschem Raps“ oder „Raps aus Deutschland.“
  • Während raffiniertes Rapsöl meist in industriellen Ölmühlen hergestellt wird, kommt kaltgepresstes Rapsöl häufig aus kleinen, regionalen Betrieben.
  • Raffiniertes Rapsöl ist hoch erhitzbar und gut lagerfähig. Kaltgepresstes Rapsöl ist am besten für die kalte Küche geeignet und hat eine kürzere Haltbarkeit.

Die Nummer eins der Speiseöle

Rapsöl ist seit Jahren das beliebteste Speiseöl in Deutschland. Seit dem Jahr 2008 landete kein anderes Pflanzenöl häufiger im Einkaufswagen der Verbraucherinnen und Verbraucher. Mit 86 Millionen Litern im Jahr 2024 hat Rapsöl nicht nur erneut einen deutlichen Vorsprung vor Sonnenblumenöl auf Platz zwei und dem drittplatzierten Olivenöl, sondern baute seinen Marktanteil noch weiter aus. Im Vergleich zu 2018 stieg die Einkaufsmenge von privaten Haushalten um fast zehn Millionen Liter.

Die beliebtesten Speiseöle in privaten Haushalten in Deutschland 2025

Rapsöl aus Deutschland

Rapsöl wird häufig als regional wahrgenommen und auch so beworben. Aussagen wie „hergestellt in Deutschland“ oder „abgefüllt in Deutschland“ bedeuten aber lediglich, dass die Verarbeitung der Rapssaaten in deutschen Ölmühlen erfolgt. Um diese auszulasten und die Nachfrage nach dem wertvollen Speiseöl zu erfüllen, werden zu einem großen Teil importierte Rapssaaten zu Öl gepresst. Wer Rapsöl aus Deutschland kaufen möchte, achtet daher am besten auf Kennzeichnungen wie „zu 100 Prozent aus deutschem Raps“ oder „Raps aus Deutschland“. Diese Angaben sind freiwillig, dürfen aber nur verwendet werden, wenn sie auch zutreffen. 

Kaltgepresstes und natives Rapsöl wird häufig in kleinen Ölmühlen und Manufakturen hergestellt. Sie verarbeiten meist Raps aus eigenem Anbau oder von landwirtschaftlichen Betrieben in der Region, oft in Bio-Qualität. Die Kaltpressung ist dabei wirtschaftlich eine Nische, da sie mit geringerer Ölausbeute und höherem Aufwand verbunden ist. Für Betriebe ist sie dennoch attraktiv: Durch die Positionierung als hochwertiges, möglichst naturbelassenes Produkt lassen sich höhere Preise erzielen und die regionale Vermarktung schafft zusätzliche Wertschöpfung.

Bio-Rapsöl

Die Rapssaaten für Bio-Rapsöl stammen meist aus verschiedenen EU-Ländern. Auf dem Etikett der Flaschen ist dann beispielsweise „zu 100 Prozent aus EU-Bio-Raps“ zu lesen. Zusätzlich müssen die Produkte gemäß der EU-Öko-Verordnung mit dem grünen blattförmigen EU-Bio-Logo gekennzeichnet sein. Daneben muss die Codenummer der Öko-Kontrollstelle und eine Angabe zum Ursprung der landwirtschaftlichen Zutaten stehen, zum Beispiel „EU-Landwirtschaft“.

Zusätzlich zum verpflichtenden EU-Bio-Logo ist auf Bio-Rapsöl öfters auch das sechseckige deutsche Bio-Siegel abgebildet. Zuständig für die Vergabe und die Kontrolle der Nutzung dieser freiwilligen Kennzeichnung ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Die Kennzeichnung mit diesem Siegel bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die Bio-Rapssaaten komplett aus Deutschland kommt. Auch Pressung und Abfüllung müssen nicht in Deutschland erfolgt sein. Aber das staatliche Bio-Siegel sichert die Verarbeitung von reinem Bio-Raps nach den strengen ökologischen Standards, auch aus anderen Ländern. Es wird gerne genutzt, da es hierzulande sehr bekannt ist und als vertrauenswürdig bei der Produktauswahl gilt.

Ohne Gentechnik

Häufig sind Rapsöl-Flaschen auch mit dem freiwilligen Label „Ohne Gentechnik“ gekennzeichnet. Das vergibt der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Zwar ist in der EU derzeit kein gentechnisch veränderter Raps (GVO-Raps) für den kommerziellen Anbau zugelassen, sodass die Angabe prinzipiell nicht notwendig wäre. Dies könnte sich aber bald ändern. Denn im Juni 2026 verabschiedete die EU ein neues Regelwerk, nach dem bestimmte Pflanzen, die mithilfe sogenannter Neuer Genomischer Techniken (NGT) wie der Genschere CRISPR/Cas gezüchtet wurden, zukünftig teilweise nicht mehr unter die bislang geltenden strengen Vorschriften des EU-Gentechnikrechts fallen. 

So werden bestimmte NGT-Pflanzen, deren genetische Veränderungen auch auf natürlichem Weg oder durch konventionelle Züchtung entstehen könnten, weitgehend wie herkömmlich gezüchtete Pflanzen behandelt. Für sie entfallen große Teile der bisherigen Zulassungs- und Risikoprüfungsverfahren sowie die bisher für gentechnisch veränderte Lebensmittel vorgeschriebene Kennzeichnung. Bei Raps könnten darunter künftig Sorten fallen, deren Fettsäurezusammensetzung gezielt verändert wurde. Die Reform wird unterschiedlich beurteilt. Nicht nur wegen möglicher Risiken der Gentechnik, sondern auch, weil nun mögliche Patente auf solche Pflanzen zu einer Monopolisierung des Marktes durch große Agrarkonzerne führen könnten. Die neuen Vorschriften sollen voraussichtlich ab Mitte 2028 angewendet werden. 

Verwendung von kaltgepresstem und raffiniertem Rapsöl

Kaltgepresstes, natives Rapsöl hat eine honiggelbe Farbe und schmeckt leicht nussig. Es eignet sich am besten für kalte Speisen wie Salate oder Dips. Zum scharfen Anbraten ist es dagegen nicht geeignet, da dabei schnell der Rauchpunkt (130 bis 190 Grad Celsius, je nach Produkt) überschritten wird. Aber schon bevor Rauch sichtbar wird, zersetzen sich bei starker Erhitzung die Fettbegleitstoffe. Dadurch können unerwünschte und zum Teil gesundheitsschädigende Stoffe entstehen, auch schmeckt das Öl dann schnell bitter. Daher sollte kaltgepresstes Rapsöl maximal zum sanften Andünsten von Speisen genutzt werden. Zum Braten besser Produkte wählen, die explizit als Bratöl ausgewiesen sind. Diese werden aus speziell gezüchteten Rapssorten gepresst, die viel Ölsäure enthalten und mit dieser Zusammensetzung hitzestabiler sind. Auch Rapskernöl ist trotz Kaltpressung relativ hitzestabil.

Raffiniertes Rapsöl ist sehr geschmacksneutral, bis über 200 Grad Celsius erhitzbar und daher ideal zum Dünsten, Braten oder Frittieren. In der kalten Küche kommt es immer dann zum Einsatz, wenn es den Geschmack der anderen Zutaten nicht beeinflussen soll. Und auch beim Backen, zum Beispiel von Muffins oder Waffeln, ist der neutrale Geschmack von Vorteil.

Hätten Sie's gewusst? Die Höhe des Rauchpunkts von Speiseölen hängt wesentlich vom Gehalt an freien Fettsäuren und anderen Begleitstoffen ab. Diese werden durch die Raffination weitestgehend entfernt. So ist raffiniertes Speiseöl höher erhitzbar ohne Bildung von gesundheitsschädlichen Stoffen, als ein kaltgepresstes.

Was ist Rapskernöl?

Rapskernöl wird aus zuvor geschälten Rapssaaten durch kalte Pressung gewonnen. Durch das Entfernen der Schale ist das Öl milder und etwas hitzestabiler als ein kaltgepresstes Rapsöl aus den kompletten Saatkörnern. Daher eignet es sich auch besser zum Braten.

Küchentipp: Bei der Herstellung von kaltgepressten Pflanzenölen achten die Betriebe sehr auf niedrige Temperaturen, um die wertvollen Aroma- und Nährstoffe zu erhalten. Solche Öle in der Küche stark zu erhitzen, macht diese Bemühungen zunichte. Auch das typische milde Aroma von kaltgepresstem Rapsöl entfaltet sich in kalten Gerichten wie Salat oder Dips am besten. Ein guter Kompromiss für die warme Küche ist: Zuerst mit einem preiswerten, raffinierten Öl etwas anbraten, dann die Speisen vor dem Servieren mit kaltgepresstem Öl verfeinern oder abschmecken.

Lagerung von Rapsöl

Wie alle Speiseöle wird Rapsöl am besten kühl und dunkel aufbewahrt, außerdem stets gut verschlossen. In der Speisekammer oder einem kühlen Schrank ist es vor Licht und zu viel Wärme gut geschützt – das gilt vor allem bei durchsichtigen Flaschen. 

Nicht nur die Hitzestabilität ist abhängig von der Verarbeitung, sondern auch die Haltbarkeit. Je weniger Begleitstoffe im Öl enthalten sind, desto länger hält es sich. Entsprechend kann raffiniertes Rapsöl am längsten gelagert werden. Ungeöffnet in der Flasche hält es bis zu zwei Jahre, teilweise auch länger. Wird die Flasche geöffnet, ist das Öl noch etwa sechs bis acht Monate genießbar. 

Natives Rapsöl hält sich in der ungeöffneten Flasche etwa ein Jahr, nach Anbruch nur etwa drei Monate. Da niedrige Temperaturen das Ranzigwerden fettreicher Lebensmittel verlangsamen, kann für angebrochene Flaschen eine Lagerung im Kühlschrank sinnvoll sein. Durch die Kälte können sich Fettflocken bilden, die sich bei Erwärmung wieder auflösen. Leichte Trüb- oder Schwebstoffe im Öl sind ein Zeichen des naturbelassenen Charakters und stellen in der Regel keine Qualitätsbeeinträchtigung dar. 

Speiseöl-Reste richtig entsorgen

Speiseöl-Reste gehören keinesfalls in den Abfluss oder die Toilette, denn sie erschweren die Abwasserreinigung in den Kläranlagen. Sowohl im Haushalt als auch in der Kanalisation setzt sich das Öl an den Abflussrohren ab und kann so zu Verstopfungen und üblen Gerüchen führen.

Abgekühlte Ölreste aus der Pfanne oder dem Topf wischen Sie am besten mit Küchenkrepp heraus und entsorgen dieses in der Restmülltonne. Alternativ können Sie kleinere Reste auch in eine Flasche oder ein altes Schraubglas füllen. Gut verschließen und ebenfalls über den Restmüll entsorgen. Größere Mengen, zum Beispiel Frittieröl, können bei Sammelstellen für Altspeisefette und -öle abgegeben werden. Das sind meist die örtlichen Wertstoffhöfe oder Sie fragen bei den städtischen Abfallbetrieben nach.


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