- Neben dem Hokkaido sind in der Saison weitere Sorten wie der Butternut-, Spaghetti- oder Muskatkürbis in vielen Geschäften oder auf dem Markt erhältlich.
- Winterkürbisse halten sich mehrere Monate an einem dunklen, kühlen Ort und sind damit perfekt für die Vorratshaltung.
- Im Gegensatz zum Hokkaidokürbis werden die meisten anderen Sorten wegen der harten Schale geschält oder zerteilt und mit Schale im Ofen gebacken.
- Für den Verzehr dürfen nur ausdrücklich als Speisekürbisse gekennzeichnete verwendet werden. Alle Zierkürbisse sind wegen ihrer giftigen Bitterstoffe ungenießbar.
Hokkaido oder Butternut?
Wer nur hin und wieder Kürbis isst, greift meist zum Hokkaidokürbis, denn im Herbst und Winter ist er überall erhältlich und preiswert. Auch die meisten Rezepte und viele Infos rund um Kürbis beziehen sich auf den Hokkaido. Er schmeckt leicht nussig und ist schnell auf dem Tisch, weil er nicht geschält werden muss.
Das ist beim zweithäufigsten Angebot, dem Butternutkürbis (oder Butternusskürbis) anders: Seine Schale ist zwar dünn, aber im Vergleich härter. Sie sollte daher vor der weiteren Zubereitung mit einem Sparschäler entfernt werden. Dieser Zusatzaufwand lohnt sich aber, denn der Butternut sorgt mit mildem, leicht buttrigem Geschmack und einer sehr cremigen Konsistenz für Abwechslung zum Hokkaidokürbis.
Während der Hauptsaison bieten viele Märkte oder Geschäfte Butternuts an; in der Regel wie Hokkaidos im Ganzen. Größere Exemplare gibt es manchmal auch halbiert und verpackt.
Mehr Details zum Hokkaidokürbis finden Sie auf den Seiten Kürbis: Von der Ernte in den Handel und Kürbis: Gesundheit und Umwelt.
Weitere Speisekürbissorten im Überblick
Auf dem Markt oder im Hofladen, im Gemüse- oder Naturkostladen und in Online-Shops gibt es viele Kürbisspezialitäten. Auch die Auswahl von Sämereien für den eigenen Garten ist groß. Hier ein paar Beispiele interessanter Sorten.
Der längliche Spaghettikürbis ähnelt äußerlich einer ovalen Melone. Ausgereift ist er bis zu neun Monate haltbar. Seinen Namen verdankt der Spaghettikürbis seinem Fruchtfleisch. Es zerfällt nach dem Kochen in lange Fasern. Dafür wird der Kürbis zuerst mit einer Gabel oder Messer mehrfach eingestochen, damit er nicht platzt, und dann im Ganzen in reichlich sprudelndem Wasser gekocht. Anschließend kurz abkühlen, halbieren, entkernen und das faserige Fruchtfleisch mit einer Gabel herauslösen.
Es lässt sich ähnlich wie Spaghetti mit einer Nudelsoße servieren oder einfach mit etwas Butter und frischem Salbei. Alternativ kann man den Kürbis je nach Größe auch erst halbieren oder in Scheiben schneiden und dann im Backofen in einem tiefen mit wenig Wasser gefüllten Backblech garen. Wer mag, kann die Schale mitessen.
Der Muskatkürbis oder „Muscade de Provence“ gehört zur Art der Moschuskürbisse. Manchmal wird er umgangssprachlich auch so bezeichnet. Je nach Saison stammt er aus Deutschland, Frankreich, Italien oder Spanien. Muskatkürbisse werden sehr groß und schwer. Sie wiegen ausgereift zwischen drei und acht oder mehr Kilogramm. Im Handel oder in Online-Shops bekommt man auch kleinere Stücke, frisch geschnitten und verpackt.
Mit zunehmender Reife wechseln Muskatkürbisse ihre Farbe von dunkelgrün nach braunbeige bis orange und lassen sich bis zu zehn Monate lagern. Das ergiebige Fruchtfleisch ist saftig und fruchtig-aromatisch mit leichter Muskatnote. Es eignet sich roh für Salate und gekocht für Suppen, Pürees, Ofengerichte oder für Konfitüre. Die Schale ist grundsätzlich essbar, braucht aber lange, um gar zu werden. Sehr große Exemplare lassen sich leichter zerteilen, wenn man sie aus geringer Höhe kontrolliert auf den Boden fallen lässt, so dass sich Risse bilden.
Als „Bischofsmütze“ werden ausgereifte Winterkürbisse aus der Gruppe der Turbankürbisse angeboten. Die Bezeichnung stammt von der charakteristischen wulstigen Form mit dem aufsitzendem „Turban“. Die Schale ist orange, grün, weiß oder mehrfarbig gemustert und ungenießbar. Das Gewicht liegt beim ausgereiften Exemplar zwischen ein und fünf Kilogramm. Das gelb-orange Fruchtfleisch schmeckt mild bis leicht süßlich-würzig und etwas nussig. Weil sich der Kürbis nur schwer zerteilen lässt, schneidet man am besten oben einen Deckel ab, entfernt Fasern und Kerne und etwas Fruchtfleisch. Das Fruchtfleisch kommt dann zum Beispiel mit gekochtem Reis und weiteren Zutaten wieder hinein und der gefüllte Kürbis zum Garen in den Backofen.
Der Sweet Dumpling ist ein dekorativer und zugleich aromatischer Kürbis mit weiß-gelblicher Schale und oft grünen Streifen. Je nach Exemplar wiegt er nur wenige hundert Gramm und eignet sich damit gut für kleine Haushalte. Sein hellgelbes bis orangefarbenes Fruchtfleisch erinnert geschmacklich an Maronen. Die Schale ist essbar. So kann der Sweet Dumpling samt Schale geraspelt und als Rohkost gegessen werden, am besten in Bio-Qualität. Er schmeckt aber auch sehr gut gebraten als Pfannengemüse oder gebacken aus dem Ofen als Beilage.
Der Baby Bear ist ein kleiner runder und kräftig orangefarbener Kürbis von nur bis zu einem Kilogramm Gewicht. Er schmeckt leicht süßlich und eignet sich daher gut für Suppen, Püree, Kuchen und Ofengerichte. Entweder entfernt man die recht harte Schale oder holt das Fruchtfleisch aus dem Kürbis heraus. Die verbliebene Hülle eignet sich auch zum Bemalen oder Schnitzen für die Herbstdeko oder einen dekorativen Halloweenkürbis.
Tipps für den Kürbiseinkauf
Meist kauft man einen Kürbis im Ganzen. Unter den Kennzeichnungsvorschriften ist für den Einkauf die Bezeichnung der Kürbissorte relevant, außerdem das Herkunftsland. Beides muss auf einem Schild an der Ware vermerkt sein. Wer möchte, kann so gezielt Kürbis aus deutschem Anbau kaufen.
Gesetzlich vorgeschrieben ist zudem, dass Speisekürbisse ganz, sauber, gesund, ohne Fäulnis oder andere Mängel und ausreichend reif sein müssen. Letzteres erkennt man an der sortentypischen Farbe und einem braunen verholzten (verkorkten) Stiel.
In der Herbstsaison liegen Speisekürbisse und Zierkürbisse im Handel oft nahe beieinander. Da Zierkürbisse giftige Bitterstoffe (Cucurbitacine) enthalten, dürfen nur ausdrücklich als Speisekürbis gekennzeichnete Kürbisse verzehrt werden. Zierkürbisse sind dagegen in der Regel mit einem Vermerk „nur zur Dekoration” oder „nicht für den Verzehr geeignet” gekennzeichnet. Im Zweifel immer beim Verkaufspersonal nachfragen.
Einkaufstipp: Kürbisse am besten im regulären Handel und nicht von „privat" oder aus unbekannter Herkunft kaufen. Durch unbeabsichtigte Kreuzungen mit Zierkürbissen können Speisekürbisse giftige Bitterstoffe enthalten. Schmeckt ein rohes Stück bitter, ist der ganze Kürbis ungenießbar!
Kürbis zuhause richtig lagern
Gut ausgereifte Winterkürbisse mit harter, unversehrter Schale und intaktem Stiel halten sehr lange und sind ideal für die Vorratshaltung.
Selbstgeerntete Kürbisse reifen in einem trocknen und warmen Zimmer oder Gewächshaus nach. Sind sie fertig ausgereift, ist die Schale hart und lässt sich nicht mehr leicht mit dem Fingernagel einritzen.
Je nach Sorte und Lagerbedingungen halten sich Kürbisse mehrere Monate. Ideal ist ein luftiges Holzregal in einem dunklen, trockenen und kühlen Raum bei etwa 10 bis 12 Grad Celsius. Eine regelmäßige Kontrolle hilft, Druckstellen frühzeitig zu entdecken und einem möglichen Verderb zuvorzukommen.
Kürbishälften oder -stücke lassen sich luftdicht verpackt im Gemüsefach des Kühlschranks ein paar Tage bis etwa eine Woche aufbewahren. Kürbisreste lassen sich sogar roh einfrieren, ob küchenfertig klein geschnitten oder püriert als Kürbismus; beides sollte dann vor dem Verzehr einmal gut aufgekocht werden. Fertig gekocht lassen sich Stücke, Mus oder die Kürbissuppe ebenso gut einfrieren.
So frieren Sie Kürbis am besten ein
Rohen Kürbis (Ausnahme Hokkaido) schälen und Fasern und Kerne entfernen. In küchenfertige Würfel oder in Spalten schneiden, wenn der Kürbis später gebacken oder gegrillt werden soll. Kurzes Blanchieren in kochendem Wasser erhält Farbe und Inhaltsstoffe, ist aber nicht zwingend nötig. Püriert man den blanchierten Kürbis und friert das Püree ein, erhält man eine praktische Zutat für Kürbissuppe.
Kürbis vorbereiten
Wenn Sie externe Inhalte von YouTube aktivieren, werden Daten automatisiert an diesen Anbieter übertragen.
Mehr Informationen
Das Video vom BZfE zeigt in unter einer Minute, wie Hokkaidokürbis gewaschen, zerteilt und entkernt wird.
Zubereitung von Kürbis in der Küche
Grundsätzlich lässt sich die Schale vieler Kürbissorten mitessen. Bleibt sie auch nach dem Garen noch eher hart oder braucht sehr lange, um weich zu werden, empfiehlt sich das vorherige Schälen.
- Hokkaidokürbis wird samt Schale verarbeitet (siehe Video). Andere Sorten mit härteren Schalen schneidet man am besten erst in handliche Stücke und schält sie dann. Das gelingt manchmal leichter, nachdem sie dreißig Minuten bei 150 Grad Celsius im Ofen vorgegart wurden.
- Je nach Rezept wird das Fruchtfleisch in kleine oder größere Stück geschnitten und entweder in wenig Wasser weichgekocht oder direkt mit anderen Zutaten gegart: kleine Würfel zum Beispiel für Risotto, Pasta oder Pfannengemüse, größere Stücke für Kürbissuppe oder Püree.
- Kürbisspalten eignen sich für Ofengemüse, Flammkuchen oder den Grill. Im Backofen oder in der Heißluftfritteuse gelingen auch ausgehöhlte kleine Kürbisse oder Hälften vom Butternut – mit oder ohne Füllung. Dann erübrigt sich das Schälen, sie können einfach ausgelöffelt werden.
- Kürbispüree ist Zutat für Brotaufstriche, Humus, Pesto, selbstgebackenes Brot oder Brötchen.
- Kürbis eignet sich für süße Speisen wie Pie, Muffins oder Waffeln und Konfitüre. Leckere Mischungen entstehen mit weiteren Zutaten wie Äpfeln, Zitrusfrüchten und Vanille.
- Kürbis lässt sich traditionell süß-sauer einlegen. Moderne Rezepte kombinieren ihn dazu mit roten Zwiebeln, Chili, Ingwer oder buntem Pfeffer.
Hätten Sie’s gewusst? Kürbis schmeckt auch als Rohkost. Dazu schneidet man ihn in feine Würfel oder raspelt ihn auf einer Küchenreibe. Das Fruchtfleisch kann wie Möhren verwendet werden und passt zu Blattsalaten, Chinakohl, Fetakäse, Äpfeln und Birnen.






