- Die Ernte von reifen Winterkürbissen erfordert hohe Sorgfalt, damit der Stiel intakt bleibt und die Kürbisse lagerfähig werden.
- Hauptsaison für beliebte Hokkaidokürbisse aus deutschem Anbau ist von Ende August bis Februar.
- Kürbis gibt es im Handel auch als Kürbissuppe in der Konserve, in Tiefkühlgerichten, Brotaufstrichen und anderen Fertigprodukten.
- Kürbiskernöl mit dem EU-Siegel „g.g.A.“ für „geschützte geografische Angabe“ ist eine Spezialität aus der Steiermark.
- Kürbiskerne als Zutat oder Snack stammen häufig aus Österreich oder anderen Ländern wie China.
Kürbisernte ist Handarbeit
Winterkürbisse werden geerntet, wenn sie voll ausgereift sind. Dann haben sie eine matte, feste Schale, sortentypische Farbe und einen verkorkten Stiel. Der richtige Zeitpunkt ist wichtig für Stärkegehalt, Lagerfähigkeit und Geschmack. Je nach Sorte liegt er zwischen Spätsommer und Herbst, auf jeden Fall vor dem ersten Frost.
Die Ernte ist körperlich anstrengend. Erntehelfende schneiden die Kürbisse mit einem Messer kurz oberhalb der Pflanze ab, legen sie auf ein Förderband am mitfahrenden Traktor und sortieren beschädigte Früchte direkt aus. Nur einwandfreie kommen in eine Holzbox, die ebenfalls am Traktor befestigt ist. Für die Haltbarkeit ist wichtig, dass der Stiel samt Ansatz unverletzt bleibt.
Auf dem Hof lagern die Kürbisse mindestens zwei Tage, bis Stiel und Schnittstelle trocken sind. Danach werden sie vorsichtig in einem Wasserbad gewaschen und dabei auf Flecken oder Beschädigungen kontrolliert. Dann werden sie entweder bei 10 bis 15 Grad Celsius fachgerecht eingelagert oder direkt an den Handel ausgeliefert.
Fotos und Videos einer typischen Ernte im großen Stil finden sich auf der Website der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e. V.: Ernte-Tour: Kürbisse.
Lieblingskürbis Hokkaido
Der Hokkaidokürbis wurde auf Japans nördlichster Insel gleichen Namens gezüchtet. Er gedeiht daher auch in klimatisch ähnlichen Ländern wie Deutschland, wo er seit den 1990er Jahren angebaut wird. Bereits drei Monate nach der Aussaat sind Hokkaidokürbisse reif. Sie lassen sich dann vier bis fünf Monate lagern. Die ersten Hokkaidos aus heimischem Anbau gibt es schon ab Ende August, Lagerware bis etwa Februar.
Warum sind Hokkaidokürbisse heute in aller Munde? Weil sie angenehm nussig schmecken, kalorienarm und gesund sind. Sie enthalten zum Beispiel viel Beta-Carotin. Das steckt vor allem in der leuchtend orangenen Schale, die man beim Hokkaido problemlos mitessen kann. Weil es in der Hauptsaison große Mengen Hokkaidos gibt, sind sie außerdem besonders preiswert – auch aus ökologischem Anbau.
Hätten Sie’s gewusst? Um handliche Hokkaidokürbisse von einem bis eineinhalb Kilogramm zu ernten, pflanzen die Betriebe rund 15.000 bis 20.000 Stück pro Hektar dicht nebeneinander. Der begrenzte Platz reguliert das Wachstum der Kürbisse dabei von selbst.
Kürbistrend in Fertigprodukten
Die große Beliebtheit von Kürbis motiviert Unternehmen, immer wieder neue und mehr Fertigprodukte auf den Markt zu bringen. Außer traditionell süß-sauer eingelegten Kürbiswürfeln gibt es zum Beispiel cremige Kürbissuppe im Kühlregal, im Glas oder in der Dose, pflanzliche Brotaufstriche mit Kürbis, Kürbisravioli oder Kürbishumus.
In der Tiefkühltruhe gehört Kürbis heute fest zum Gemüsesortiment: pur – also ohne Salz, Fett und weitere Zutaten – oder in Mischungen für schnelle Pfannengerichte. Für solche Produkte werden die vorbereiteten Kürbiswürfel nach der Ernte blanchiert und schockgefroren, um den Geschmack und die Nährstoffe bestmöglich zu erhalten.
Tiefgefrorener Kürbis ist außerdem die Grundlage für Kürbismus als Babynahrung. Und auch Großküchen in Mensen und Kantinen sparen mit derart vorbereitetem Kürbis in Großpackungen Zeit bei der Zubereitung.
Kürbiskernöl aus der Steiermark
Kürbiskernöl aus der Steiermark ist eine Spezialität aus dem Steirischen Ölkürbis. Dessen Kerne haben keine harte Schale, sondern nur ein dünnes Häutchen. Das macht sie ideal zum Pressen.
Früher wurden die Kürbisse von Hand geerntet und die Kerne mühsam herausgelöst. Heute laufen die meisten Arbeitsschritte maschinell: Spezielle Erntemaschinen schieben die Kürbisse auf dem Feld in Reihen, sammeln sie ein, brechen sie auf und trennen Kerne und Fruchtfleisch. Die Kerne kommen in großen Behältern zum Hof, das Fruchtfleisch bleibt als Dünger auf dem Feld.
Am Hof werden die Kerne gewaschen, acht bis zehn Stunden getrocknet und in Silos gelagert. Dann werden sie in großen Säcken zu Ölmühlen gebracht und dort weiterverarbeitet. Für einen Liter Kürbiskernöl benötigt man rund dreißig Kürbisse, was seinen hohen Preis erklärt. Es gibt aber auch preisgünstiges Kürbiskernöl aus China oder Osteuropa.
Kürbiskernöl der steierischen Erzeugergemeinschaft trägt das EU-Siegel „g.g.A.“ für „geschützte geografische Angabe“. Es kennzeichnet Spezialitäten, die aus einer bestimmten Region stammen und nur dort hergestellt werden.
Mehr zu den Inhaltsstoffen und zur Verwendung von Kürbiskernöl lesen Sie auf der Seite: Speiseöle in der Küche: Kürbiskernöl.
Kürbiskerne als Zutat und Snack
Auch Kürbiskerne im deutschen Handel stammen oft aus Österreich. Die Betriebe bringen einen Teil ihrer Ernte zu den Ölmühlen und ein Rest wird zu verschiedensten Trockenprodukten verarbeitet. Je nach Verwendungszweck werden die Kerne nach dem Trocknen nur noch für die Vermarktung abgefüllt oder zu Snackartikeln und Süßwaren weiterverarbeitet, zum Beispiel geröstet oder geröstet und gesalzen.
Es gibt aber auch Kürbiskerne aus anderen Herkunftsländern, zum Beispiel aus China. Ein Blick aufs Etikett gibt darüber Aufschluss.
Küchentipp: Die Kerne aus dem beliebten Hokkaido oder anderen Speisekürbissen sind zwar grundsätzlich essbar, haben aber meist eine feste und strohige Schale, die nicht gut schmeckt. Wer mag, kann die Kerne trotzdem zum Beispiel im Backofen oder in der Heißluftfritteuse rösten und für sich entscheiden, ob sich der Aufwand lohnt.


