(BZfE) – Rapsöl ist hierzulande seit vielen Jahren der Favorit unter den Speiseölen. Und das aus gutem Grund: Kaltgepresstes und raffiniertes Rapsöl ist vielseitig einsetzbar – zum Beispiel für Salate und Dips oder beim Kochen und Backen. Außerdem besitzt es ein ernährungsphysiologisch wertvolles Fettsäuremuster. Raps wird auch in Deutschland angebaut, die Saaten in regionalen Ölmühlen gepresst und das Öl abgefüllt. Woran man Rapsöl aus heimischer Erzeugung erkennt, ist nur ein Aspekt, den vier neuen Artikelseiten des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) auf dessen Internetseite beleuchten. Darüber hinaus gibt es umfassende Informationen rund um das beliebte Speiseöl:
Auf dem Acker: Im Frühjahr blüht der Raps in strahlendem Gelb. Dieses Schauspiel ist in ganz Deutschland zu bestaunen, denn auf fast sieben Prozent der heimischen Felder wächst Raps. Und das ist gut für die Umwelt und die Landwirtschaft, sofern die Pflanze in weiten Fruchtfolgen angebaut wird. Das bedeutet, dass in möglichst vielen Jahren zwischen zwei Anbauperioden andere Kulturen wie Weizen, Mais oder Ackerbohnen auf demselben Feld stehen. So bleiben die Böden gesünder und es werden zum Beispiel weniger Dünger und Pflanzenschutzmittel benötigt.
Von der Ernte in den Handel: In Deutschland werden die Rapssaaten überwiegend in industriellen Ölmühlen zu raffiniertem Rapsöl verarbeitet. Kleinere regionale Ölmühlen stellen hauptsächlich kaltgepresstes Rapsöl her. Wie wirtschaftlich die Herstellung ist, wird wesentlich vom Verkauf des Rapsextraktionsschrots mitbestimmt, der nach der Ölpressung übrigbleibt. Denn dieses Koppelprodukt ist eine wertvolle Eiweißkomponente im Futter für Rinder und Schweine. Wichtig für die Wirtschaftlichkeit ist auch die Auslastung der Ölmühle. Daher wird neben heimischen Rapssaaten auch Importware verarbeitet.
Vom Einkauf in die Küche: Wer Rapsöl aus Deutschland kaufen möchte, achtet am besten auf Auszeichnungen wie „zu 100 % aus deutschem Raps“ oder „Raps aus Deutschland“. Aussagen wie „hergestellt in Deutschland“ oder „abgefüllt in Deutschland“ bedeuten dagegen lediglich, dass die Rapssaaten in deutschen Ölmühlen verarbeitet wurden.
Kaltgepresstes und natives Rapsöl ist ideal für kalte Speisen wie Salate oder Dips. Zum Dünsten oder Braten ist das geschmacksneutrale, raffinierte Rapsöl besser geeignet, denn es ist bis über 200 Grad Celsius erhitzbar. Kühl und dunkel aufbewahrt, hält sich raffiniertes Rapsöl in ungeöffneter Flasche bis zu zwei Jahre lang, kaltgepresstes etwa ein Jahr lang. Auch angebrochene Flaschen sollten gut verschlossen kühl und dunkel stehen und zeitnah verbraucht werden.
Gesundheit und Umwelt: Aufgrund seiner Zusammensetzung zählt Rapsöl zu den ernährungsphysiologisch wertvollsten Pflanzenölen. Es hat den geringsten Anteil an gesättigten Fettsäuren und einen hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren. Es enthält viel alpha-Linolensäure, eine lebensnotwendige, mehrfach ungesättigte Omega‑3‑Fettsäure, sowie Vitamin E.
Rapsöl gilt aber auch als nachhaltig. Aus heimischen Rapssaaten – hierzulande gepresst und abgefüllt – entfallen im Vergleich zu importierten Pflanzenölen lange Transportwege und damit CO2-Emissionen. Mit dem Kauf von Rapsöl aus Deutschland können Verbraucherinnen und Verbraucher außerdem die regionale Wertschöpfung stärken, indem sie heimische Landwirtschaftsbetriebe und regionale Ölmühlen unterstützen.
Melanie Kirk-Mechtel, bzfe.de
Weitere Informationen:
BZfE: Einstiegsseite zur den Webartikeln “Rapsöl – beliebtestes Speiseöl in Deutschland"
BZfE: Rapsöl in der Küche
BZfE: Fett – wichtiger Energielieferant und Nährstoff
BZfE: Ernährungspyramide: Was esse ich?
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