(BZfE) – Thymian ist ein wahres Allroundtalent in der Küche. Das Küchenkraut mit leicht pfeffriger Schärfe verleiht zahlreichen Gerichten ein mediterran-würziges Aroma. Dabei schmeckt getrockneter Thymian deutlich intensiver als die frischen Blättchen.
Thymian passt hervorragend zu Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten, aber auch zu vegetarischen Speisen. Gute Partner sind mediterranes Gemüse wie Tomaten, Zucchini und Auberginen, Oliven und Kartoffeln. Das Kraut macht fettreiche Fleischgerichte, Pilzragouts, Bohnen- und Linsensuppen bekömmlicher. Schmorgerichte wie Ratatouille, aber auch Pizza und Focaccia erhalten durch Thymian ihr typisches Aroma.
Spannende Akzente setzt das Kraut in süßen Speisen – etwa bei gegrillten Pfirsichen oder Panna Cotta mit Thymianhonig. Auch Brombeer-Tarte und dunkle Schokoladenmousse profitieren von seiner mediterranen leicht herben Würze.
Thymian harmoniert sehr gut mit anderen Mittelmeerkräutern und ist Bestandteil verschiedener französischer Kräutermischungen wie der „Kräuter der Provence“. Getrockneter Thymian kann lange mitgaren, damit sich sein Aroma voll entfaltet. Frische Blättchen oder Zweige besser erst gegen Ende der Garzeit hinzugeben, sie können sonst bitter schmecken. Da Thymian intensiv würzt, sollte er sparsam dosiert werden.
Seine Heimat liegt im Mittelmeerraum. Dort wächst der immergrüne Halbstrauch an Berghängen und auf sonnigen Wiesen. Wie viele mediterrane Kräuter gehört er zur Familie der Lippenblütler. Weltweit gibt es mehr als 200 Arten und Sorten, die sich zum Teil deutlich im Geschmack unterscheiden. Die bekannteste Kulturform ist der „Gewöhnliche Thymian“ (Thymus vulgaris), auch „Echter Thymian“ oder „Gartenthymian“ genannt. Seine verholzenden Stängel werden 20 bis 40 Zentimeter hoch und tragen kleine lanzettförmige, graugrüne, filzig behaarte Blätter. Kurz vor und während der Blüte ist das Aroma besonders intensiv. Daneben ist auch Zitronenthymian beliebt, der Fischgerichten, Desserts und Sorbets eine frische Note verleiht.
Den charakteristischen Duft und Geschmack erhält Thymian durch seine ätherischen Öle, vor allem durch Thymol und Carvacrol, welche die Bildung von Verdauungssäften anregen. Daneben sind Gerb- und Bitterstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide enthalten. Auch als Heilpflanze hat das Kraut eine lange Tradition. In Hustensäften und Erkältungstees wird es wegen seiner schleimlösenden und antibakteriellen Eigenschaften geschätzt.
Frischer Thymian ist von Mai bis September als Bundware oder im Kräutertopf erhältlich. Im Garten, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank gedeiht er an einem sonnigen Standort mit durchlässiger Erde und benötigt meist nur wenig Wasser. Die Blättchen können laufend frisch geerntet werden. Für die Vorratshaltung eignet sich getrockneter Thymian. Er wird meist gerebelt oder grob zerkleinert angeboten und bleibt lichtgeschützt und gut verschlossen über viele Monate aromatisch.
Heike Kreutz, bzfe.de
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