- Tomaten sind kalorienarm und punkten mit vielen gesunden Inhaltsstoffen.
- Der sekundäre Pflanzenstoff Lykopin steckt besonders in verarbeiteten Tomaten.
- Unreife, noch grüne Tomaten enthalten Tomatin; in Maßen ist der Verzehr unbedenklich.
- Bio-Tomaten enthalten seltener Rückstände von Pflanzenschutzmitteln als konventionell erzeugte.
- Kaufen Sie Tomaten am besten zur Hauptsaison aus regionaler Erzeugung und in Bio-Qualität.
Nährstoffe in Tomaten
Tomaten enthalten kaum Kalorien, bestehen größtenteils aus Wasser und liefern viele wichtige Nährstoffe, darunter Vitamin C, Kalium, Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Bei letzteren sind es vor allem gelbrote Pflanzenfarbstoffe, die Carotinoide wie Beta-Carotin und Lykopin: Sie wirken unter anderem antioxidativ, senken das Risiko bestimmter Krebserkrankungen, schützen das Herz-Kreislauf-System und stärken die Abwehrkräfte.
Pflanzenfarbstoff Lykopin
Je nach Rotfärbung der Tomate macht der Anteil an Lykopin etwa 90 Prozent aller Carotinoide aus. Da die Schale besonders viel Lykopin enthält, sollte man sie mitessen. Unser Körper nimmt Lykopin aus gekochten und verarbeiteten Tomaten besser auf als aus frischen. Der Grund: Beim Erhitzen und Zerkleinern brechen die Zellwände auf und setzen das Lykopin frei.
Diese Mengen an Lykopin sind pro 100 Gramm in Tomatenprodukten enthalten:
- Roh: 2,5 Gramm
- Ketchup: 14,3 Gramm
- Püree: 21,7 Gramm
- Soße: 14,0 Gramm
- Suppe: 10,9 Gramm
- Saft: 9,1 Gramm
Quelle: USDA National Nutrient Database for Standard Reference, Release 25, fdc.nal.usda.gov/
Unreife, grüne Tomaten sind in Maßen unbedenklich
Die Tomatenpflanze bildet das Glykoalkaloid Tomatin. Es gehört zur gleichen Gruppe wie Solanin, das sich in Kartoffeln bilden kann, ist aber weniger giftig. Tomatin kommt vor allem in den Blättern, Stängeln, Blüten sowie in grünen, unreifen Früchten vor und dient der Pflanze als natürlicher Schutz vor Insekten und Pilzbefall. Während der Reifung wird es weitgehend abgebaut. In reifen, roten Tomaten ist Tomatin daher nur noch in sehr geringen Mengen vorhanden. Auch aus biologischer Sicht ist das sinnvoll: Reife Früchte werden von Tieren gefressen, die so zur Verbreitung der Samen beitragen.
Für Menschen sind die in den unreifen Früchten enthaltenen Mengen an Tomatin unschädlich, solange der Verzehr sich im Rahmen hält. Es gibt übrigens auch Tomatensorten, die im reifen Zustand grün bleiben, wie etwa „Green Zebra“.
Der grüne Stielansatz muss aus gesundheitlicher Sicht nicht entfernt werden, da er nur sehr wenig Tomatin enthält. Er hat allerdings einen leicht bitteren Geschmack und schmeckt deshalb nicht allen.
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Sind Bio-Tomaten gesünder?
Im Bio-Anbau sind synthetische Pflanzenschutzmittel verboten. Die Betriebe setzen beim Tomatenanbau stattdessen auf vorbeugende Maßnahmen wie resistente Sorten und bestimmte Hygienemaßnahmen. Das zahlt sich aus: Die amtlichen Lebensmittelüberwachungen der Länder finden in untersuchten Proben von Bio-Tomaten deutlich seltener und weniger Rückstände von Pflanzenschutzmitteln als bei konventionellen Tomaten. Überschreitungen der Höchstgehalte kommen jedoch auch bei konventiollen Tomaten so gut wie nie vor.
Bio-Tomaten sind nicht grundsätzlich gesünder, enthalten laut Studien jedoch häufig mehr Nährstoffe wie Vitamin C und sekundäre Pflanzenstoffe. Viele empfinden Bio-Tomaten auch als aromatischer. Allerdings beeinflussen Sorte, Reifegrad und Sonnenscheindauer den Geschmack noch stärker als die Art des Anbaus.
Regional und saisonal einkaufen
Heimische Tomaten haben von Juni bis August Hauptsaison. Dann erhält man sie besonders frisch und vollreif – und unterstützt die regionale Landwirtschaft. Kurze Transportwege schonen außerdem die Umwelt und verursachen weniger CO2. Außerhalb der Hauptsaison gedeihen heimische Tomaten in beheizten Gewächshäusern oder werden von weit her importiert.
Nachhaltigkeitstipp: Verarbeiten Sie frische regionale Tomaten – am besten in Bio-Qualität – zu Püree oder Soßen und frieren Sie diese ein. Dann können Sie auch im Winter das Aroma sommerreifer Früchte genießen.
Viel Zucker in Ketchup
Tomatenprodukte wie zum Beispiel Pastasoßen und insbesondere Ketchup enthalten mitunter viel Zucker. Namhafte Produkte kommen sogar auf einen Zuckergehalt von über 20 Gramm pro 100 Milliliter. Beim Kauf empfiehlt sich daher ein Blick aufs Etikett und die Entscheidung für ein Produkt mit weniger Zucker.

