- Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen und stammen ursprünglich aus Südamerika.
- Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von rund 22,7 Kilogramm ist die Tomate das beliebteste Gemüse in Deutschland.
- Der Anbau der empfindlichen Pflanzen erfolgt fast ausschließlich geschützt unter Folie oder Glas.
- Trotz hoher Erntemengen unterstützen Importe, hauptsächlich aus den Niederlanden und Spanien, den heimischen Bedarf.
Äußerst beliebt: Tomaten auf Platz 1
Die Tomate (Solanum lycopersicum) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und hat ihre Wurzeln in den Andenregionen Südamerikas. Im 16. Jahrhundert fand sie ihren Weg nach Europa, zunächst als Zierpflanze, bevor sie dann im 19. Jahrhundert als Nutzpflanze kultiviert wurde. Mit einer Gesamtproduktion von rund 186 Millionen Tonnen sind Tomaten heute die bedeutendste Gemüseart der Welt. Rund elf Prozent dieser Menge entfällt auf Europa, während allein China für mehr als ein Drittel der Weltproduktion verantwortlich ist.
In Deutschland ist die Tomate das beliebteste Gemüse – der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 22,7 Kilogramm (2024/25). Ihr Konsum ist in den vergangenen Jahren jedoch stetig zurückgegangen.
Die Erntemenge hingegen lag 2025 mit gut 108.600 Tonnen über der des Vorjahres. Auch die Anbaufläche folgt diesem Wachstumstrend und umfasste rund 388 Hektar. Obwohl sich die Menge der in Deutschland geernteten Tomaten allein in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt hat, reicht sie bei Weitem nicht, um unseren Eigenbedarf zu decken: Nur knapp fünf Prozent der Tomaten stammen aus heimischem Anbau. Den überwiegenden Teil decken Importe – vor allem im Winter, aber auch während der Sommermonate. Die eingeführten frischen Tomaten kommen überwiegend aus den Niederlanden, gefolgt von Spanien, Marokko und Belgien.
Rund ein Viertel der Anbaufläche wird ökologisch bewirtschaftet. Bei der Erntemenge entfallen rund 18 Prozent auf Biotomaten.
Geschützter Anbau unter Folie oder Glas
Als wärmeliebende und frostempfindliche Pflanze gedeiht die Tomate hierzulande fast ausschließlich unter Glas oder in Folientunneln. Der geschützte Anbau bewahrt die Pflanzen zuverlässig vor Kälte, Nässe und Pilzkrankheiten. Freilandanbau spielt in Deutschland kaum noch eine Rolle. Die Bestäubung übernehmen in der Regel Hummelvölker, die in den Gewächshäusern freigelassen werden.
Dank des geschützten Anbaus startet die heimische Tomatensaison bereits im März und reicht bis in den Dezember; die Hauptsaison erstreckt sich von Juni bis August/September. Eine ganzjährige Produktion ist in Deutschland nur mit Heizung möglich, denn Tomaten benötigen tagsüber Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad Celsius, nachts mindestens 14 Grad. Computergesteuerte Klimaanlagen regeln dabei nicht nur die Temperatur, sondern auch Luftfeuchtigkeit sowie Wasser- und Düngergaben. Dieses Anbauverfahren ist allerdings sehr energieintensiv.
Seit Mitte der 1990er Jahre dominieren Rispentomaten, wie Cocktail- und Cherrytomaten, den deutschen Anbau. Ihr entscheidender Vorteil: Die Früchte bleiben länger an der Pflanze, reifen gleichmäßig aus und nehmen dabei mehr Nährstoffe auf, was sich auch positiv auf den Geschmack auswirkt.
Hätten Sie's gewusst? Tomaten sind aus botanischer Sicht Obst und gehören zu den Beeren. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden sie jedoch aufgrund ihrer Zubereitung als Gemüse (genauer als Fruchtgemüse) eingestuft.
Optimale Wachstumsbedingungen
Das Wachstum ist von Sorte und den Bedingungen abhängig. So sind etwa Buschtomaten beim Wachstum natürlicherweise begrenzt. Bis zu 15 Meter lang werden hingegen die in Gewächshäusern gezogenen Schnurtomaten.
Im Erwerbsanbau wachsen Tomatenpflanzen meist in Containern oder Säcken, die mit natürlichen oder künstlichen Substraten gefüllt sind. Dabei handelt es sich in den allermeisten Fällen um Steinwolle, teils auch Perlite (vulkanisches Gestein) oder Kokosfaser. Wichtig ist, dass der Boden oder das Substrat
- den Pflanzen mechanischen Halt gibt,
- durchgehend gleichmäßig feucht ist,
- gut belüftet ist,
- ausreichend Nährstoffe verfügbar sind.
Die Bewässerung erfolgt meist über Tropfbewässerung im Wurzelbereich, damit das Laub keinesfalls nass wird.
Vorbeugender Pflanzenschutz
Tomatenpflanzen sind anfällig für Pilzkrankheiten wie die Kraut- und Braunfäule. In Deutschland sind jedoch für den Tomatenanbau mittlerweile viele chemische Pflanzenschutzmittel nicht mehr zugelassen. Im ökologischen Landbau sind sie ohnehin nicht erlaubt. Daher kommt dem Pflanzenschutz durch vorbeugende Maßnahmen eine umso größere Bedeutung zu.
Für gesundes Wachstum und hohe Erträge sind mehrere Faktoren entscheidend:
- die Klimaregulierung
- ausreichend lange Fruchtfolgen
- der Einsatz resistenter beziehungsweise toleranter Sorten
- optimale Kulturbedingungen
- die Einhaltung von Hygieneregeln
Quelle: Bundeszentrum für Landwirtschaft (BZL)

