#8 Müsli, Müll und Miteinander

Neue Folge des Podcasts „Foodsteps“

In einem Geschäft sind viele lose Lebensmittel in Gläsern oder durchsichtigen Behältern gelagert, die auf Holzregalen und Tischen stehen. Manches wird auch in Spendern angeboten oder abgefüllt in Gläsern und Flaschen. © BLE, Claudia Eck

(BZfE) – Unverpacktläden für nachhaltigen Konsum tauchten vor etwa zehn Jahren in vielen Städten auf. Viele wurden mit großer Motivation gegründet – und verschwanden bald wieder vom Markt. Das Bundeszentrum für Ernährung traf sich mit Lisa-Marie Hagels, deren Geschäft weit mehr ist als ein klassischer Unverpacktladen. Was macht „LiMa’s fairpackte Welt“ anders? Und warum gibt es diesen Laden noch?

Hier kann man Nudeln, Mehl, Nüsse, Müsli und sogar Waschmittel kaufen – alles unverpackt. Und schnell wird klar: LiMa’s ist keine anonyme Einkaufswelt. Hier geht es nicht nur um Produkte, sondern um Menschen, Geschichten und Beziehungen. Die Kundschaft interessiert sich dafür, wo Lebensmittel herkommen und wer sie produziert. Hagels kennt viele ihrer Kundinnen und Kunden persönlich – oft inklusive Lieblingsprodukt und Lebensgeschichte.

Vielleicht liegt genau darin das Erfolgsgeheimnis von „LiMa’s fairpackter Welt“. Hagels war viele Jahre lang Sozialarbeiterin. Sie kann Menschen verbinden, Netzwerke schaffen und Ideen entwickeln, zum Beispiel, wie lokale Anbieter, Gastronomie und Kundschaft gemeinsam nachhaltiger handeln können. Ihr Laden ist nicht nur Verkaufsraum, sondern Treffpunkt, Austauschort und Ideenschmiede für ein nachhaltigeres Morgen – in Bonn und darüber hinaus.

Die Wurzeln dafür reichen bis nach Südamerika. Auf einer Reise durch die Atacama-Wüste träumte Hagels von einem Raum, in dem Menschen zusammenkommen und bewusster konsumieren können. Ihre erste Reaktion auf diesen Gedanken beschreibt sie selbst ironisch mit den Worten: „Backpackerin verändert die Welt – herzlichen Glückwunsch, Lisa.“ Doch aus dem Gedanken wird Realität. Sie wagt den Schritt in die Selbstständigkeit – mitten in unsicheren Zeiten.

Dass LiMa’s heute noch existiert, ist nicht selbstverständlich. Der Weg war geprägt von Herausforderungen und viel persönlichem Risiko. Möglich wurde er durch Mut, familiären Rückhalt und den festen Willen, etwas zu verändern.

Die neue Foodsteps-Folge erzählt die Geschichte einer Frau, die Nachhaltigkeit nicht als Trend versteht, sondern als soziale Aufgabe. Und sie zeigt, warum Zukunft dort beginnt, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen. 

In der nächsten Folge von „Foodsteps: Nachhaltigkeitsstorys aus dem Bundeszentrum für Ernährung“ am 24. Juni 2026 ist Podcast-Host Sebastian H. Schroeder in einem kleinen Dorf in der Altmark. Dort besucht er die erste Bio-Bäckerin in Sachsen-Anhalt. Karin Beier backt hier Brot für eine ganze Region und hat pfiffige Ideen, wie das Brot zu den Menschen kommt.

bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE:  Podcast – Geschichten über Ernährung, Nachhaltigkeit und Zukunft

BZfE: Wenn Essen im Müll landet – wie groß das Problem ist und wie es angegangen wird

BZfE: Solidarische Landwirtschaft – gemeinsam für eine vielfältige, regionale Landwirtschaft

BZfE: Weniger Verpackungsmüll – so geht’s!