Cadmium in Lebensmitteln untersucht

Kein Risiko für die Mehrheit der Bevölkerung

 Auf einem karierten Tischtuch steht ein weißer Teller mit Rahmspinat, Kartoffeln und einem Spiegelei. © A_Lein – stock.adobe.com

(BZfE) – Die Cadmiumaufnahme über Lebensmittel stellt für die meisten Menschen in Deutschland kein Gesundheitsrisiko dar. Allerdings können Kinder unter sechs Jahren über Lebensmittel wie Spinat vergleichsweise hohe Mengen des Schadstoffs aufnehmen. Das zeigen Ergebnisse der MEAL-Studie, über die das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kürzlich berichtet hat.

MEAL steht für „Mahlzeiten für die Expositionsschätzung und Analytik von Lebensmitteln“ und berücksichtigt als Total-Diet-Studie den gesamten typischen Speiseplan in Deutschland. Die Forschenden verglichen die Cadmiumgehalte zubereiteter Lebensmittel mit Verzehrdaten verschiedener Altersgruppen, um die durchschnittliche Aufnahme über die Nahrung abzuschätzen und gesundheitlich zu bewerten.

Cadmium ist ein Schwermetall, das durch natürliche Prozesse und menschliche Aktivitäten in die Umwelt freigesetzt wird und in die Nahrungskette gelangt. Bei Nichtrauchenden gelten Lebensmittel als Hauptquelle für Cadmium (90 %). Da sich der Schadstoff vor allem in Leber und Nieren anreichert und nur langsam ausgeschieden wird, kann eine langfristig hohe Aufnahme gesundheitliche Folgen haben. Dazu zählen etwa Nierenschäden und Knochen-Demineralisierung. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat daher einen tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmewert von 2,5 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt.

Besonders hohe Cadmiumgehalte fanden sich in Steinpilzen, Kakaopulver, Sonnenblumenkernen, Leinsamen und Algen. Bei tierischen Lebensmitteln waren Leber, Nieren, Tintenfisch und Muscheln am stärksten belastet. Den größten Beitrag zur gesamten Cadmiumaufnahme lieferten jedoch Getreide und Getreideprodukte (40 bis 50 %) sowie Kartoffeln und Kartoffelerzeugnisse (13 bis 15 %), da sie häufig verzehrt werden.

Für den Großteil der Bevölkerung liegt die durchschnittliche Aufnahme unterhalb des gesundheitlichen Richtwerts. Kinder unter sechs Jahren können dagegen über Lebensmittel wie Spinat, Kartoffeln sowie Getreide und Getreideprodukte vergleichsweise hohe Mengen Cadmium aufnehmen.

Um die Cadmiumaufnahme möglichst gering zu halten, empfiehlt das BfR Verbraucherinnen und Verbrauchern eine abwechslungsreiche Ernährung. Dies gilt insbesondere für Kinder. Lebensmittel mit höheren Cadmiumgehalten wie Steinpilze oder Tintenfisch sollten nur gelegentlich auf dem Speiseplan stehen.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

BfR: BfR-MEAL-Studie: Was steckt im Essen?

BfR: BfR-MEAL-Studie zu Cadmium in Lebensmitteln