(BZfE) – Algen und Algenprodukte liegen hierzulande als Lebensmittel im Trend. Zu den Algenprodukten zählt auch Salz mit Algenzusatz, das zur Jodversorgung beitragen kann. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Denn Meeresalgen nehmen während des Wachstums Jod aus dem Meerwasser auf. Sie sind daher von Natur aus jodhaltig. Je nach Algenart, Herkunft und Dauer der Wachstumsphase im Meer können die Jodgehalte aber extrem schwanken.
Analysen des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Stuttgart (CVUA) an Algen und Algenprodukten zeigten sehr große Schwankungen der Werte. Besonders bei Braunalgen wie Kombu und Wakame ist der Jodgehalt manchmal sehr hoch. Die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) abgeleitete sichere obere Aufnahmemenge von 600 µg Jod täglich kann schon mit kleinen Portionen erreicht oder überschritten werden.
Deshalb empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für verzehrfertige Algen und algenhaltige Produkte die Kennzeichnung des Jodgehalts auf der Verpackung, eine Verzehrempfehlung sowie Warnhinweise zum Schutz von besonders empfindlichen Personengruppen wie Schwangeren oder Kindern. Denn ein Jodüberangebot kann die hierzulande an geringe Mengen Jod angepasste Schilddrüse in ihrer Funktion massiv stören. Laut einem Marktcheck der Verbraucherzentralen mit über 140 essbaren Algen und Algenprodukten war die Mehrzahl der untersuchten Produkte nicht ausreichend gekennzeichnet. Damit steigt das Risiko, zu viel Jod aufzunehmen. Das gilt auch für Algensalz. Das ist häufig Meersalz, das mit getrockneten, gemahlenen Algen versetzt ist. Auch hier ist der Jodgehalt schwankend und daher nicht vorhersehbar.
Anders ist es bei industriell hergestelltem Jodsalz: Es hat einen gesetzlich festgelegten Jodgehalt von durchschnittlich 20 µg Jod je Gramm Salz. Der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zur Vorbeugung von Bluthochdruck höchstens empfohlene Teelöffel Salz (6 g) am Tag – als Zutat in verarbeiteten Lebensmitteln, in der Gastronomie, beim Kochen zuhause und beim Nachsalzen – deckt die empfohlene Zufuhrmenge von 150 µg Jod am Tag für Jugendliche und Erwachsene zu 80 % ab. Weitere jodliefernde Lebensmittel wie Milch, Brot, Wurst und Seefisch sowie mit Jod angereicherte oder mit Jodsalz hergestellte Lebensmittel (z. B. manche Milch- und Wurstalternativen) können außerdem zur Jodversorgung beitragen.
Tipps für Verbrauchende:
- Wenn Algensalz gewünscht ist, nur solche Salze wählen, die den genauen Jodgehalt und eine Dosierungsempfehlung auf der Verpackung ausweisen.
- Algenhaltiges Salz bewusst einsetzen, etwa als Prise zum Würzen und nicht im Kochwasser oder zum Backen verwenden.
- Am besten Jodsalz mit gesetzlich festgelegtem Jodgehalt verwenden, etwa jodiertes Meer- oder Speisesalz.
Dr. Birgit Jähnig, www.bzfe.de
Weitere Informationen:
BZfE: Wenn Salz, dann Jodsalz
DGE: Jod
CVUAS: Algen – eine gute Jodquelle?
Verbraucherzentrale: Marktcheck essbare Algen: Nährstoffquelle mit potenziellem Gesundheitsrisiko
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