Besser essen in der Schwangerschaft

Tipps für eine ausgewogene Ernährung

Eine schwangere Frau bereitet in ihrer Küche zu Hause gesundes Essen mit viel Obst und Gemüse zu. © lordn – stock.adobe.com

(BZfE) – Der Mythos, dass Frauen in der Schwangerschaft „für zwei“ essen sollten, ist weit verbreitet – aber leider falsch. Ab Beginn der Schwangerschaft braucht der Körper mehr Proteine, Vitamine und Mineralstoffe als sonst. Zusätzliche Kalorien sind meistens nicht nötig – wenn überhaupt erst im späteren Verlauf der Schwangerschaft. Das bedeutet: Nicht mehr essen, sondern besonders nährstoffreiche Lebensmittel auswählen.

Zu den Nährstoffen, von denen Schwangere mehr benötigen, gehören unter anderem Folat, Eisen, Jod und Proteine. Der Mehrbedarf lässt sich in weiten Teilen durch eine angepasste, ausgewogene Ernährung decken:

  • Pflanzliche Lebensmittel sollten reichlich auf dem Speiseplan stehen. Dazu gehören neben Gemüse, Obst und Kartoffeln auch Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und täglich eine Handvoll Nüsse.
  • Tierische Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte, Fleisch, Wurst, Meeresfisch und Eier gehören regelmäßig auf den Teller, sollten aber nur in Maßen und bewusst genossen werden.
  • Süße und salzige Snacks sind ab und zu in Ordnung.
  • Bei Fetten auf solche mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren achten. Rapsöl ist zum Beispiel eine gute Option, tierische Fette eher weniger.
  • Bei den Getränken ist Wasser die erste Wahl. Wer mehr Abwechslung möchte, kann auf andere ungesüßte Getränke wie Tees zurückgreifen. 

Der zusätzliche Bedarf an Folsäure und Jod ist durch die Ernährung alleine nur schwer zu decken. Diese Nährstoffe sollte jede Schwangere supplementieren, das heißt, durch Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen. Auch der Status anderer Nährstoffe wie Eisen oder die Omega-3-Fettsäure DHA kann in der Schwangerschaft kritisch werden. Am besten besprechen die Frauen sich dazu mit ihrer Frauenärztin, ihrem Frauenarzt oder ihrer Hebamme. 

Rein rechnerisch brauchen Schwangere mehr Energie, besonders gegen Ende der Schwangerschaft. Diese Rechnung geht aber nur auf, wenn die Frauen drei Voraussetzungen erfüllen: Sie sind mit Normalgewicht in die Schwangerschaft gestartet, bewegen sich weiterhin genügend und nehmen bis zur Geburt nicht mehr als die empfohlenen 12 Kilo zu. In der Realität treffen auf die wenigsten Frauen alle drei Punkte zu. Deswegen müssen sie ihre Kalorienzufuhr nicht erhöhen. Individuelle Tipps geben qualifizierte Fachkräfte, zum Beispiel Frauenärztin oder Frauenarzt, Hebamme oder eine Ernährungsberatung. 

bzfe.de

Weitere Informationen:

BLE-Medienservice: Handlungsempfehlungen „Ernährung, Bewegung und weitere Gesundheitsaspekte vor und während der Schwangerschaft“ 

Netzwerk Gesund ins Leben: Ernährung in der Schwangerschaft – besser essen statt für zwei essen

Netzwerk Gesund ins Leben: Supplemente vor und in der Schwangerschaft – Folsäure, Jod und Co.

Netzwerk Gesund ins Leben: Wie sind die Empfehlungen zu Gewicht und Energiebedarf in der Schwangerschaft?

BLE-Medienservice: Flyer „Schwangerschaft – Gesund und aktiv“

(Bildquelle: © lordn – stock.adobe.com)