Die Plant Point Challenge

Punktesammeln mit pflanzlichen Lebensmitteln

Mediterraner Salat mit Kichererbsen, Tomaten, Gurken, Spinat und roten Zwiebeln. © Olga – stock.adobe.com

(BZfE) – Pflanzenpunkte, auch Plant Points genannt, sind keine Währung aus einem Online-Spiel oder Bonuspunkte im Handel, sondern eine Challenge für eine Ernährung mit möglichst vielen pflanzlichen Lebensmitteln. Das Konzept wurde unter anderem durch das Forschungsteam des „American Gut Project“ bekannt gemacht und in den letzten Jahren von Ernährungsfachleuten, Medien und Influencern verbreitet. Grundlage sind Studien, die zeigen, dass der Verzehr vieler verschiedener pflanzlicher Lebensmittel mit einer vielfältigeren Darmflora verbunden ist. 

Ein Plant Point entspricht dem Verzehr eines pflanzlichen Lebensmittels. Das Ziel ist, mindestens 30 Punkte in einer Woche zu sammeln. Folgende Lebensmittel gelten dabei als Plant Point:

  • Jede Art Obst und Gemüse, egal ob frisch, tiefgefroren, fermentiert, roh oder gegart
  • Getreide (am besten Vollkorn) wie Weizen, Roggen oder Hafer, aber auch Pseudogetreide, wie Hirse, Buchweizen oder Quinoa
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen oder Kichererbsen
  • Nüsse, Samen und Kerne wie Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln, Leinsamen, Kürbis- und Sonnenblumenkerne
  • Kräuter und Gewürze zählen je nach Quelle einen viertel oder einen halben Punkt bei einer Menge von einem Teelöffel.

Die Punkte werden über eine Woche hinweg gesammelt, wobei jedes Lebensmittel nur einmal zählt. Tomaten gelten also als ein Plant Point, auch wenn es sie im Salat und in der Nudelsoße gibt. 

Besonders viele Pflanzenpunkte lassen sich mit Mahlzeiten sammeln, die mehrere pflanzliche Lebensmittel kombinieren. Zum Beispiel bringt es ein Müsli aus Haferflocken, Leinsamen, Walnüssen und einem Apfel bereits auf vier Plant Points. Eine Gemüsepfanne aus Paprika, Zucchini, Tomaten und Zwiebeln mit (Natur-)Reis zählt sogar fünf Punkte. In der Summe kommt man zum Beispiel mit Müsli, Gemüsepfanne und einem belegten Brot mit Gurke schon an einem Tag auf elf Pflanzenpunkte. In den folgenden Tagen kommt es dann darauf an abzuwechseln: Banane statt Apfel ins Müsli, Salat statt Gemüsepfanne, Radieschen statt Gurke auf dem Brot.

Hinter dem Punktezählen steckt die Idee, etwas Gutes für die Gesundheit zu tun. Studien zeigen, dass es die Vielfalt der Bakterien im Darm erhöht, wenn viele verschiedene pflanzliche Lebensmittel gegessen werden. Das gilt als positiv für Darmgesundheit, Verdauung und Immunsystem. Wer regelmäßig Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse, Samen, Kräuter und Gewürze auf den Speiseplan setzt, profitiert zudem von einer breiten Palette an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Je vielfältiger die Ernährung, desto mehr unterschiedliche Nährstoffe stehen dem Körper zur Verfügung.

Dennoch hat das Punktesystem auch Schwächen: Für manche Menschen kann das Zählen von Punkten motivierend sein. Andere empfinden solche Systeme als zusätzlichen Druck im ohnehin unübersichtlichen Ernährungsalltag. Die Anzahl unterschiedlicher pflanzlicher Lebensmittel sagt außerdem wenig über die tatsächliche Qualität der gesamten Ernährung aus. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist daher weniger die Zahl entscheidend als die grundlegende Botschaft: Vielfalt auf dem Teller tut gut. Wer täglich unterschiedliche pflanzliche Lebensmittel auswählt, ist bereits auf einem guten Weg – auch ohne Plant Points zu zählen.

Julia Icking und Julia Seeher, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: How-to: Obst und Gemüse

BZfE: Die Ernährungspyramide

BZfE: Der Saisonkalender

BZfE: Studie zu Kost für Herz und Kreislauf

(Bildquelle: © Olga – stock.adobe.com)