(BZfE) – Dass verschimmelte Lebensmittel in den Abfall gehören, ist den meisten Menschen grundsätzlich klar. Das zeigt eine Bevölkerungsbefragung, die das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Frühjahr 2026 durchgeführt hat. Demnach entsorgen 80 Prozent der Befragten verschimmelte Lebensmittel sofort und lassen sie nicht offen liegen. Für weitere 15 Prozent trifft die Aussage zwar nicht voll und ganz, aber eher zu. Allerdings hängt es bei sichtbarem Schimmel stark davon ab, um welche Produkte es sich handelt: Mindestens 90 Prozent der befragten Personen würden Joghurt, Fleisch, Müsli oder Brot gänzlich wegwerfen, wenn sie bei diesen einen Schimmelbefall bemerken. Bei frischem Obst und Gemüse tendiert fast ein Drittel der Befragten dazu, nur die verschimmelten Teile zu entfernen.
Schimmelpilze können in Lebensmitteln gesundheitsschädliche Stoffe bilden, sogenannte Mykotoxine. Der Schimmel kann sich auch in weichen und wasserreichen Lebensmitteln wie Gemüse und Obst über die sichtbar befallenen Stellen hinaus ausbreiten. Daher reicht das Entfernen dieser Stellen nicht aus, um sich vor gesundheitlichen Risiken durch Schimmelpilzgifte zu schützen. Je nach Art und aufgenommener Menge können Mykotoxine die Gesundheit negativ beeinflussen – von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall über Leber- und Nierenschäden bis hin zu Krebserkrankungen. Dieses potenzielle Risiko scheint jedoch nur knapp der Hälfte der Befragten bewusst zu sein. Das unterstreicht das Ergebnis, dass über 40 Prozent angaben, sich zu den gesundheitlichen Risiken von Schimmelpilzgiften eher schlecht oder sogar sehr schlecht informiert zu fühlen. Zwei Drittel der befragten Personen finden zudem, dass nie oder selten über Schimmelpilzgifte in den Medien berichtet wird.
Die Ergebnisse der BfR-Befragung zeigen, dass teilweise große Wissenslücken bestehen. So ist zum Beispiel nur etwa der Hälfte der Befragten bewusst, dass auch industriell hergestellte Produkte aus Obst oder Gemüse und getrocknete Gewürze Schimmelpilzgifte enthalten können und dass diese nicht durch starkes Erhitzen unschädlich gemacht werden. Wegen der möglichen Gesundheitsrisiken empfiehlt das BfR, die Risikokommunikation zu Schimmelpilzgiften zu verstärken und Verbraucherinnen und Verbrauchern eindeutige Handlungsempfehlungen zu geben.
Melanie Kirk-Mechtel, bzfe.de
Weitere Informationen:
BfR: Schimmelpilze in Lebensmitteln – Gesundheitliche Risiken und wie sie sich vermeiden lassen
BZfE: Lebensmittel richtig lagern–Welche Lebensmittel halten sich wie und wo am besten?
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