(BZfE) – Küchenschwämme können mit Krankheitserregern wie Salmonellen verunreinigt sein, ohne dass sie schmutzig aussehen oder unangenehm riechen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), die kürzlich im „Journal of Food Protection“ erschienen ist. Deshalb sollten sie regelmäßig ausgetauscht werden, um Infektionen im Haushalt zu vermeiden.
Lebensmittelinfektionen haben nicht selten ihren Ursprung in der eigenen Küche. Typische Symptome sind Magenkrämpfe, Durchfall und Erbrechen. Für empfindliche Personengruppen wie ältere Menschen, Kranke und kleine Kinder können sie teilweise schwerwiegende Folgen haben. Krankheitserreger gelangen oft über verunreinigte Lebensmittel wie rohes Hähnchenfleisch oder Eier in die Küche und werden durch unzureichende Hygiene auf Arbeitsflächen oder andere Lebensmittel übertragen. Feuchte Schwämme mit anhaftenden Lebensmittelresten bieten für ihre Vermehrung ideale Bedingungen.
Um solche Risiken genauer zu untersuchen, führten die Forschenden experimentelle Versuche mit Küchenschwämmen durch. Sie brachten Lösungen mit Escherichia coli, Salmonellen und Staphylococcus aureus in unterschiedlichen Keimzahlen auf die Schwämme auf.
Alle drei Bakterienarten vermehrten sich auf den Schwämmen innerhalb weniger Tage und überlebten sogar eine mehrtägige Austrocknung. Schon geringe Keimzahlen führten zu einer stabilen Besiedlung. Weitere Experimente zeigten, dass die Keime bereits durch leichten Druck auf Arbeitsplatten oder Schneidbretter übertragen werden können. Wenn sie anschließend auf Lebensmittel gelangen, die nicht mehr erhitzt werden, kann es zu einer Infektion kommen.
Selbst bei einer hohen Keimbelastung stellten die Forschenden keine auffälligen äußeren Veränderungen an den Schwämmen fest. Farbe und Geruch sind daher keine zuverlässigen Anzeichen dafür, wann ein Schwamm ausgetauscht werden sollte.
Vor allem in Haushalten mit älteren oder kranken Menschen sowie kleinen Kindern empfiehlt das BfR, Küchenschwämme häufiger zu wechseln. Die Keimbelastung kann durch eine mindestens zweiminütige Behandlung mit über 70 Grad Celsius heißem Wasser verringert werden. Eine praktische Alternative sind Spülbürsten oder Mikrofasertücher, die schneller trocknen oder sich in der Spülmaschine bei mindestens 60 Grad Celsius reinigen lassen.
Heike Kreutz, bzfe.de
Weitere Informationen:
BfR: Mikrokosmos Küchenschwamm: Verunreinigung mit Bakterien sieht, riecht und fühlt man nicht immer
BZfE: Sauberkeit und Hygiene in der Küche – So lassen sich lebensmittelbedingte Krankheiten vorbeugen
BZfE: Einfache Sprache: Wie sorge ich zu Hause für Sauberkeit und Hygiene in der Küche?
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