(BZfE) – Bei warmem, feuchtem Wetter vermehren sie sich Vorratsschädlinge besonders schnell. Im Sommer haben sie daher Hochsaison. Mit einigen einfachen Maßnahmen lassen sich die ungebetenen Gäste jedoch fernhalten oder wirksam bekämpfen.
Zu den häufigsten Vorratsschädlingen in deutschen Haushalten zählen Mottenarten wie Dörrobst- und Mehlmotte sowie Käferarten wie Brot- und Reismehlkäfer. Sie gelangen meist unbemerkt über eingekaufte Lebensmittel oder durch geöffnete Fenster und Türen ins Haus. Befallen werden bevorzugt unter anderem Mehl, Grieß, Reis, Nudeln, Müsli, Haferflocken, Nüsse, Trockenobst, Hülsenfrüchte, Backwaren, Schokolade, Tee und Gewürze.
Um einem Befall vorzubeugen, sollten Vorräte stets fest verschlossen, kühl, trocken und möglichst dunkel gelagert werden – etwa im Vorratsschrank, in der Speisekammer oder im Keller. Wer Lebensmittel nicht zu lange lagert und regelmäßig verbraucht, erschwert Schädlingen die Ausbreitung. Vorratsschränke und Gewürzregale sollten vor allem in den Sommermonaten regelmäßig gereinigt und die Vorräte kontrolliert werden. Hinweise auf einen Befall sind etwa Gespinste, Fraßmehl oder lebende Insekten.
Trockene Lebensmittel werden idealerweise in fest verschließbaren Behältern aus Glas, Keramik oder Kunststoff aufbewahrt, beispielsweise in Schraub- oder Bügelgläsern. So bleibt ein Befall auf einzelne Behälter beschränkt und lässt sich schneller erkennen.
Wer Vorratsschädlinge entdeckt, sollte betroffene Lebensmittel entsorgen. Dazu werden sie am besten in einen dicht schließenden Plastikbeutel verpackt, über Nacht eingefroren und anschließend im Restmüll entsorgt. So können sich die Schädlinge über den Müll nicht weiterverbreiten. Anschließend werden Vorratsschrank und Regale sorgfältig gereinigt. Bei Mottenbefall müssen außerdem die weißlichen Wanderlarven aufgespürt werden, die sich häufig in Ritzen, Fugen oder an der Zimmerdecke verpuppen. Zur Eindämmung können bei Lebensmittelmotten auch Pheromonfallen zum Einsatz kommen, mit sogenannten synthetischen Lockstoffen.
Eine weitere Sommerplage sind Fruchtfliegen, die häufig mit Obst aus dem Supermarkt oder dem eigenen Garten eingeschleppt werden. Ihre Eier legen sie bevorzugt auf überreifen Früchten ab. Das ist zwar gesundheitlich unbedenklich, aber wenig appetitlich. Zudem verderben die befallenen Früchte schneller, da Fäulnisbakterien und Hefepilze übertragen werden. Deshalb sollte Obst an heißen Sommertagen möglichst nur in kleinen Mengen gekauft und nicht offen gelagert werden. Viele Obstarten, etwa Beerenfrüchte, bleiben im Obst- und Gemüsefach des Kühlschranks länger frisch. Eine Haube oder ein Baumwolltuch über der Obstschale schützt zusätzlich vor Fruchtfliegen. Am besten den Bioabfall täglich leeren und den Mülleimer gründlich reinigen.
Wenn Fruchtfliegen bereits in der Küche umherfliegen, können Lockstofffallen aus dem Handel oder ein Gemisch aus Apfelsaft oder Essig mit einem Spritzer Spülmittel in einer Schale helfen. Die Fliegen ertrinken in der Flüssigkeit, da das Spülmittel die Oberflächenspannung herabsetzt. Diese beiden Anwendungen sind jedoch umstritten, da unter Umständen weitere Fliegen angelockt werden.
Heike Kreutz, bzfe.de
Weitere Informationen:
Julius Kühn-Institut: Vorräte richtig schützen
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: Motten, Käfer & Co. in der Küche: Vorräte vor Schädlingen schützen
BZfE: Private Ernährungsvorsorge – gut versorgt in jeder Lage
(Bildquelle: © Thomas Heitz – stock.adobe.com)
