(BZfE) – Sommerportulak bringt Abwechslung auf den Teller. Sein erfrischend säuerliches bis leicht nussiges Aroma bereichert viele Gerichte – von Salaten über Suppen und Soßen bis hin zu Pesto, Kräuterquark oder Smoothies.
Für einen sommerlichen Salat lassen sich die jungen Triebe und fleischigen Blättchen mit Salatgurke, Tomate oder Radicchio kombinieren. Knusprige Croûtons oder geröstete Kerne sorgen für einen angenehmen Kontrast. Fein gehackt verleiht Portulak Dips oder Kräuterbutter eine besondere Note. Das Gemüse schmeckt aber auch kurz gegart als spinatähnliche Beilage. Nach holländischer Art dafür die fein gehackten Blätter in Butter dünsten und mit Eigelb sowie Mehl binden. Da das Kraut von Natur aus leicht salzig schmeckt, nur sparsam nachwürzen.
Sommerportulak (Portulaca oleracea) gehört zur Familie der Portulakgewächse. Er ist in vielen warmen Regionen weltweit verbreitet und wächst auch wild in Mittel- und Südeuropa. Die einjährige Pflanze breitet sich kriechend aus und speichert Wasser in ihren dickfleischigen Blättern und Stängeln. Dadurch übersteht sie auch längere Trockenperioden. Ab Mai erscheinen die kleinen gelben Blüten.
Bereits im Mittelalter wurde Sommerportulak als Gemüse und Heilpflanze geschätzt. Das Kraut liefert unter anderem Vitamin C, Omega-3-Fettsäuren sowie Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium und Eisen. Wie Spinat enthält Sommerportulak roh relativ viel Oxalsäure. Das kann für Menschen mit Nierenerkrankungen problematisch sein, für Gesunde ist der Verzehr in üblichen Mengen jedoch unbedenklich. Die wasserlösliche Oxalsäure reduziert sich einfach durch Blanchieren, Erhitzen und das Wegschütten des Kochwassers. Auch die Kombination mit calciumreichen Milchprodukten hilft: Das Calcium bindet sie und so kann sie über den Darm ausgeschieden werden.
Häufig wird Sommerportulak mit Winterportulak (Claytonia perfoliata), auch Postelein genannt, verwechselt. Trotz des ähnlichen Namens sind die beiden Pflanzen nicht miteinander verwandt. Winterportulak besitzt längere, dünnere Stiele sowie zartere Blätter und wird in der Küche ähnlich verwendet.
Sommerportulak hat von Mai bis September Saison. Mit etwas Glück findet man ihn auf dem Wochenmarkt oder im Bio-Laden. Die pflegeleichte Pflanze lässt sich auch problemlos an einem sonnigen Platz im eigenen Garten anbauen. Sie wächst schnell und liefert den ganzen Sommer über frische Blätter. Am besten die jungen Blätter vor der Blüte ernten, da sie später zunehmend bitter schmecken. Im Gemüsefach des Kühlschranks hält sich Sommerportulak nur wenige Tage lang.
Heike Kreutz, bzfe.de
Weitere Informationen:
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