Trend: Near-Water-Getränke

Wie sinnvoll ist „Wasser mit Geschmack“?

Eine Frau steht vor der großen Auswahl an Getränken im Kühlregal eines Supermarkts. © 8th – stock.adobe.com

(BZfE) – Die immer wiederkehrende Frage in der heißen Jahreszeit lautet: Welches Getränk ist der beste Durstlöscher? „Wasser“ ist hier die Antwort Nummer eins. Aber was ist eigentlich mit sogenannten Near-Water-Getränken? Diese finden sich in vielen verschiedenen Sorten im Getränkeregal und sind um einiges teurer als „normales“ Wasser. „Near water“ bezeichnet Getränke auf Wasserbasis mit Kräuter- oder Fruchtzusätzen, Aromen, Zuckerarten oder Süßungsmittel. Manchmal werden sie auch als „Wasser mit Geschmack“ bezeichnet. In der Werbung heißen sie Wellness-, Vitamin- oder Sport-Wasser und es stehen Begriffe wie „fresh“, „balance“ oder „vital“ auf den Flaschen. Ob sie aber aus gesundheitlicher Sicht eine geeignete Alternative zu Wasser sind, hängt von den jeweiligen Zutaten ab.

Geschmack erhalten die Getränke meist durch verschiedene Aromen. Auch Pflanzenextrakte wie zum Beispiel aus Zitronengras, Ingwer, Guarana oder Sanddorn kommen dabei zum Einsatz. Sie sind allerdings häufig nur in sehr geringer Menge enthalten und geben dem Getränk daher mehr Farbe als Geschmack. Der wird meist mit Aroma- oder Süßungsmitteln verstärkt. Viele der Getränke sind zuckerfrei, es gibt aber auch welche mit Haushaltszucker, Trauben- oder Fruchtzucker. Manchmal wird auch Honig zugesetzt. Ein Blick auf das Etikett lohnt sich, denn Getränke sollen den Wasserverlust ausgleichen, den Durst löschen und möglichst kalorienarm sein.

Oft werden den Getränken auch Vitamine in unterschiedlichen Mengen zugesetzt, zum Beispiel Vitamin C oder Vitamine der B-Gruppe. Eine ungezielte Aufnahme verschiedener Vitamine durch solche Getränke ist jedoch nicht nötig oder gar sinnvoll. Im Gegenteil können Lebensmittel mit zugesetzten Vitaminen zu einer Überversorgung führen, wenn verschiedene so angereicherte Produkte, also zum Beispiel Säfte, Frühstücks-Cerealien und Joghurtdrinks, regelmäßig verzehrt werden.

Das Wasser, das die Basis der Near-Water-Getränke bildet, kann je nach Quelle zur Mineralstoffversorgung beitragen. In den Produkten kann Mineralwasser oder anderes Trinkwasser mit oder ohne Kohlensäure stecken. Die Hersteller sind nicht verpflichtet, den natürlichen Mineralstoffgehalt auf dem Etikett anzugeben. Eine Pflicht gibt es dagegen für zugesetzte Mineralstoffe. Hier gelten die gleichen Hinweise wie bei zugesetzten Vitaminen.

Alles in allem sind Near-Water-Getränke oft kalorienarm und können hin und wieder eine Alternative zu Wasser sein. Die enthaltenen Pflanzenextrakte, Vitamine und Mineralstoffe bieten jedoch keinen gesundheitlichen Vorteil. Zugesetzter Zucker führt dazu, dass Zucker und damit Kalorien ohne Sättigung aufgenommen werden. Wer ein solches Getränk kaufen möchten, achtet am besten auf natürliche Zutaten und außerdem auf eine Mehrwegflasche für mehr Nachhaltigkeit. Am einfachsten ist es, Wasser mit Geschmack selber zu machen. Ein Schuss Frucht- oder Gemüsesaft, etwas abgekühlter Früchte- oder Kräutertee, Ingwer, Zitronensaft oder Minze sind gute Geschmacksgeber.

Julia Icking, bzfe.de

Weitere Informationen:

BZfE: Coole Drinks für die Sommerzeit

BZfE: Summer In The City – ausreichend Trinken! Kinder und Senioren besonders gefährdet

BZfE: So unterscheiden sich die Wassersorten

Verbraucherzentrale: Fitness-, Vitamin- oder Wellness-Wasser: Was steckt drin in Near Water Getränken?

(Bildquelle: © 8th – stock.adobe.com)