Joghurt, Probiotika und Präbiotika

Studie beobachtet halb so viele Darmkrebsfälle

Auf einem hellblauen Hintergrund liegt das Modell eines Darms und daneben eine Pillenverpackung. Einzelne Pillen formen ein Fragezeichen. © Elena – stock.adobe.com

(BZfE) – Wer regelmäßig Joghurt isst oder Probiotika beziehungsweise Präbiotika in den Speiseplan einbaut, hat möglicherweise ein geringeres Risiko für eine Krebserkrankung des Dick- oder Mastdarms. Das zumindest lassen die Ergebnisse einer aktuellen Studie vermuten, für die Daten von rund 9.400 US-amerikanischen Erwachsenen über 50 Jahren ausgewertet wurden.

Die Entstehung von Darmkrebs hat viele verschiedene Ursachen. Dabei gibt es zunehmend Hinweise, dass auch das Darmmikrobiom eine Rolle spielen könnte. Damit ist die Gemeinschaft von Bakterien und anderen Mikroorganismen gemeint, die im menschlichen Darm leben. Erwiesen ist, dass Ernährung und Lebensstil die Zusammensetzung und Aktivität des Darmmikrobioms beeinflussen. Welche Bedeutung dies für die Entstehung von Darmkrebs hat, ist noch nicht vollständig geklärt. So können Veränderungen des Darmmikrobioms zum Beispiel entzündliche Prozesse begünstigen, die möglicherweise an der Krebsentstehung beteiligt sind.

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die bei Aufnahme in ausreichender Menge einen gesundheitlichen Nutzen für den Menschen haben können. Sie können in Lebensmitteln wie Buttermilch, Salzgurken und Miso vorkommen. Joghurt und andere fermentierte Lebensmittel wie Quark, Skyr, Kefir und Sauerkraut können ebenfalls lebende Kulturen enthalten. Präbiotika sind natürliche Bestandteile unserer Nahrung. Es handelt sich um bestimmte Ballaststoffe wie Inulin und Oligofruktose, die von Darmbakterien als „Futter“ genutzt werden können und dafür sorgen, dass diese gestärkt werden. Präbiotika kommen unter anderem in Chicorée, Knoblauch und Zwiebeln, aber auch in Bananen vor.

Für die aktuelle Studie wurden Daten der US-amerikanischen Bevölkerungsstudie National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) aus den Jahren 2001 bis 2020 ausgewertet. Die Teilnehmenden machten unter anderem Angaben zu ihren Ernährungsgewohnheiten und zur Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Insgesamt wurden 151 Fälle von Krebs des Dick- oder Mastdarms erfasst, basierend auf selbstberichteten Diagnosen. Nach Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren wurde beobachtet, dass die Personen mit einem höheren Konsum von Probiotika oder Präbiotika nur halb so häufig an Darmkrebs erkrankten.

Allerdings handelt es sich um eine Beobachtungsstudie mit Selbstauskunft, die keine ursächlichen Zusammenhänge nachweisen kann. Weitere Untersuchungen müssen folgen, um die Ergebnisse zu prüfen und die Zusammenhänge besser zu verstehen.

Generell gilt: Eine abwechslungsreiche, überwiegend pflanzliche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten ist eine gute Grundlage für ein gesundes Darmmikrobiom. Ausreichend Flüssigkeit und Bewegung im Alltag tragen ebenfalls zur Darmgesundheit bei.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

Nutrition & Diabetes: https://doi.org/10.1038/s41387-026-00432-y

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