(BZfE) – Tafeltrauben gehören mit einem Pro-Kopf-Verzehr von knapp fünf Kilogramm pro Jahr zu den beliebtesten Obstarten in Deutschland. Sie wachsen an der Echten Weinrebe (Vitis vinifera), einer der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Archäologische Funde in Georgien belegen, dass sie schon seit 8.000 Jahren kultiviert wird. Heute gibt es rund 10.000 Traubensorten, die in Keltertrauben für Wein oder Saft und Tafeltrauben zum direkten Verzehr unterteilt werden.
Tafeltrauben sind größer, länglicher und haben eine dünnere Schale als Keltertrauben. Sie enthalten etwas weniger Aromastoffe und Zucker. Besonders beliebt sind kernlose Trauben. Dabei handelt es sich entweder um spezielle Sorten oder um Früchte, die ohne Befruchtung wachsen. So entstehen keine Kerne, denn das sind die Samen der Pflanze, mit denen sie sich fortpflanzen würden. Auch Sorten mit sehr kleinen, weichen Kernen werden als „kernlos“ vermarktet, da sie beim Verzehr kaum auffallen.
Tafeltrauben enthalten vor allem Frucht- und Traubenzucker, außerdem Fruchtsäuren und B-Vitamine. Dazu kommen Ballaststoffe wie Pektin und sekundäre Pflanzenstoffe, wie das Flavonoid Quercetin und das Anthocyan Resveratrol, die beide entzündungshemmend und antioxidativ wirken können. Rote und blaue Sorten enthalten besonders viele Anthocyane, die für die Farbe der Früchte sorgen. Tatsächlich stecken auch in den Traubenkernen hochwertige Inhaltsstoffe wie Gerb- und weitere Ballaststoffe. Um sie zu verwerten, müsste man die oft recht bitteren Kerne allerdings zerbeißen.
Hauptsaison für Trauben ist der Herbst, auch wenn sie das ganz Jahr erhältlich sind. Bei heimischen Früchten beginnt die Saison im Spätsommer etwa Mitte August und geht bis Ende Oktober. Das deutsche Angebot ist klein, denn der Aufwand und das Risiko für Ernteausfälle ist hoch. Tafeltrauben aus Deutschland werden meist regional vermarktet. Importiert werden besonders viele Früchte von August bis November, vor allem aus Italien, Südafrika und Spanien.
Da Trauben ein empfindliches Produkt sind, werden sie am besten in den frühen Morgenstunden von Hand geerntet. Dabei sollten sie möglichst wenig berührt werden, um den natürlichen äußeren Duftfilm zu erhalten. Das ist eine dünne, weiß-graue und wachsartige Schicht, die sich leicht stumpf anfühlt und die Früchte unter anderem vor dem Austrocknen schützt. Ein unbeschädigter Duftfilm ist ein Hinweis auf eine hohe Produktqualität und wird am besten erst direkt vor dem Verzehr abgewaschen. Frische Trauben sind außerdem an einer gleichmäßigen Farbe und sauberen, prallen Beeren mit grünen Stielen zu erkennen.
Zum Lagern gehören die Trauben gut verpackt ins Gemüsefach des Kühlschranks, wo sie ein bis zwei Wochen frisch bleiben. Die Früchte dort regelmäßig auf Druck- oder Faulstellen durchsehen, denn eine einzelne schimmelige Beere kann die umliegenden schnell „anstecken“.
Trauben schmecken im Obstsalat, eignen sich als Reiseproviant und ergänzen jede Käseplatte auch optisch. Wer etwas Neues probieren möchte, kombiniert sie mit bunter Paprika und Schafskäse zu einem herzhaft-süßen Salat oder friert die gewaschenen Beeren einzeln nebeneinander ein. So sind sie nach wenigen Stunden ein erfrischender sommerlicher Snack oder können als Frucht-Eiswürfel auch Getränke kühlen, ohne sie zu verwässern.
Julia Icking, bzfe.de
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