Wie sicher sind Slush-Ice-Getränke?

BfR warnt vor Glycerin in bunten Eisdrinks

Zwei Hände halten zwei rot-blaue Slush-Eis-Getränke. © Zoran Jesic – stock.adobe.com

(BZfE) – Ob im Freibad, auf der Kirmes oder im Kino – Slush-Ice-Getränke sind besonders bei Kindern beliebt. Die knallbunten und eiskalten Drinks können jedoch den Zusatzstoff Glycerin enthalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt, dass Glycerin vor allem für jüngere Kinder gesundheitlich problematisch sein kann.

Glycerin, auch Glycerol oder Glyzerin genannt, ist in der Europäischen Union als Lebensmittelzusatzstoff (E 422) zugelassen. Es kann ohne Höchstmengenbegrenzung verwendet werden. Glycerin wird unter anderem als Feuchthaltemittel, Süßungsmittel und Gefrierschutz verwendet. Slush-Ice-Getränke erhalten dadurch ihre typische halbgefrorene, weiche Konsistenz. Der Stoff wird aber auch in der Medizin zur Senkung eines erhöhten Hirndrucks eingesetzt. Die niedrigste therapeutisch wirksame Dosis von Glycerin liegt bei 250 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Für eine Risikobewertung untersuchte das BfR 62 Slush-Ice-Proben. Im Mittel enthielten die Getränke rund 26 Gramm Glycerin pro Liter. Demnach können jüngere Kinder bereits mit einem kleinen Becher (weniger als 200 ml) die therapeutisch wirksame Dosis erreichen oder sogar überschreiten. Je geringer das Körpergewicht, desto eher wird eine kritische Glycerinmenge aufgenommen. Mögliche Folgen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Benommenheit.

Die Ergebnisse stehen laut BfR im Einklang mit der akuten Referenzdosis, welche die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) 2026 für glycerinhaltige Getränke festgelegt hat. Danach können bei einmaligem Verzehr höchstens 125 Milligramm Glycerin pro Kilogramm Körpergewicht aufgenommen werden, ohne dass ein erkennbares Gesundheitsrisiko besteht. Die EFSA empfiehlt, Höchstmengen für Glycerin in Getränken zu prüfen. Zudem sollten Hersteller ihre Rezeptur überdenken, da ein Drittel der Getränke auch ohne den Zusatzstoff auskommt.

Wie viel Glycerin ein Slush-Ice tatsächlich enthält, lässt sich für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht erkennen. Wer mögliche Nebenwirkungen vermeiden möchte, sollte den Verzehr – insbesondere bei jüngeren Kindern – geringhalten oder ganz auf glycerinhaltige „Slushys“ verzichten. 

Eine gute Alternative sind selbstgemachte Eisdesserts wie Wassereis am Stiel oder ein fruchtiges Sorbet. Wer die halbgefrorene Konsistenz mag, kann auch eine Granita selbst herstellen – etwa aus Zitronensaft, Wasser und etwas Zucker. Nach dem Einfrieren wird die Masse im Mixer oder mit einer Gabel zu feinen Eiskristallen verarbeitet.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

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(Bildquelle: © Zoran Jesic – stock.adobe.com)