Deutlich mehr vegane Gerichte in deutschen Hochschulmensen

Grundlegender Wandel des Angebots

 In einer Mensa sitzen zwei Studentinnen und ein Student gemeinsam beim Essen an einem Tisch. © qunica.com – stock.adobe.com

(BZfE) – Das Speiseangebot in deutschen Hochschulmensen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert: Immer häufiger stehen vegane Hauptgerichte auf dem Speiseplan. Ihr Anteil stieg zwischen 2015 und 2024 von etwa 11 auf 40 Prozent und hat sich damit nahezu vervierfacht. Überraschend ist, dass der Ausbau veganer Angebote stärker mit einem Rückgang vegetarischer Gerichte einherging als mit einem Rückgang fleischhaltiger: Der Anteil vegetarischer Hauptgerichte sank von 44 auf 25 Prozent, der Anteil der fleischhaltigen nur von 40 auf 30 Prozent. Fischgerichte blieben mit rund fünf Prozent durchgehend selten.

Die Ergebnisse stammen aus einer gemeinsamen Studie der Universität Konstanz und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Die Forschenden werteten rund 3,7 Millionen Menüangebote aus 340 deutschen Hochschulmensen aus, die zwischen 2015 und 2024 erfasst wurden. Die Daten stammten aus der OpenMensa-Datenbank, die Speisepläne von Mensen aus unterschiedlichen Quellen bündelt und standardisiert. Insgesamt bildet der Datensatz etwa ein Drittel der deutschen Hochschulmensen ab.

Da ausschließlich erfasst wurde, welche Gerichte auf dem Speiseplan standen, zeigt die Studie nicht, was die Mensa-Gäste tatsächlich gegessen haben. Daher lässt sich aus den Daten auch nicht direkt ableiten, ob vegane Gerichte tatsächlich häufiger gewählt wurden. Dennoch ist die Veränderung des Angebots ein wichtiger Ansatzpunkt für eine nachhaltigere Ernährung: Mensen beeinflussen mit ihrem Angebot, welche Speisen und Ernährungsweisen im Alltag sichtbar, verfügbar und so selbstverständlich werden. Ein größeres Angebot an pflanzlichen Gerichten schafft damit mehr Möglichkeiten, sich auch tatsächlich pflanzlicher zu ernähren und damit Umwelt und Klima zu schützen. 

Britta Renner, Professorin für Psychologische Diagnostik und Gesundheitspsychologie an der Universität Konstanz und Leiterin der Studie, betont: „Eine nachhaltige Ernährungswende bedeutet nicht, dass alle Menschen gleich essen. Entscheidend ist, dass Ernährungsumgebungen mehr attraktive pflanzliche Optionen bieten und damit mehr Wahlmöglichkeiten für den gemeinsamen Tisch schaffen.“

Melanie Kirk-Mechtel, bzfe.de

Weitere Informationen:

Studie: Decade-long shift toward vegan meal options as part of dietary transition in German university canteens

Universität Konstanz: Hochschulmensen verändern ihre Menüauswahl grundlegend

BZfE: Alternativen zu Fleisch in Kantine und Co. –Nachhaltige Produkte als „neues Normal“ etablieren

BZfE: Gemeinschaftsverpflegung kann besser für alle werden – Mensa, Kantine und Co. gestalten den Speiseplan der Zukunft mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln

BMLEH: WBAE-Gutachten „Mehr Auswahl am gemeinsamen Tisch – Alternativprodukte zu tierischen Lebensmitteln als Beitrag zu einer nachhaltigeren Ernährung“

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