(BZfE) – Die meisten Mütter möchten ihr Baby stillen: Stillen hat viele gesundheitliche Vorteile für Mutter und Kind. Allerdings stillen nur 68 Prozent ihr Kind nach der Geburt ausschließlich. Dr. Constance Rybak, Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung, erklärt: „Am Anfang besteht häufig die Vorstellung, dass es mit dem Stillen einfach so klappt. Ist das nicht der Fall und mangelt es in dieser Phase zusätzlich an kompetenter Beratung und Unterstützung, hören viele Frauen auf.“
In den kürzlich aktualisierten Handlungsempfehlungen Schwangerschaft des Netzwerks wird eine wiederkehrende Stillberatung durch Fachkräfte ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft empfohlen. „Die frühe Beratung wirkt sich positiv auf Stillstart und Stilldauer aus. Schwangere wissen dann, wie wichtig Stillen ist und wer ihnen bei Problemen helfen kann“, sagt Rybak.
Tatsache ist: Stillen fördert vielfältig und wirksam die Gesundheit von Mutter und Kind. Beispielsweise sinkt bei Frauen das Risiko für Wochenbett-Depressionen und sie leiden seltener an Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes. Gestillte Säuglinge haben unter anderem ein geringeres Risiko für Atemwegsinfekte, Mittelohrentzündungen, aber auch ein Zusammenhang mit ADHS und Autismus ist belegt. Auf dieses gesundheitliche Potenzial macht das Netzwerk Gesund ins Leben im Rahmen der diesjährigen Weltstillwoche vom 28. September bis 4. Oktober 2026 unter dem Motto „Stillen. Deine Superkraft“ aufmerksam.
Wer sich ein Kind wünscht oder bereits erwartet, ist meist offen dafür, sein Verhalten der neuen Lebensphase anzupassen und sich mehr mit der eigenen Gesundheit zu befassen. Das gelingt besser, wenn Fachkräfte den Familien mit einheitlichen und klaren Informationen zur Seite stehen, sie ernst nehmen und ihnen helfen, realistische und zu ihrer Situation passende Entscheidungen zu treffen. Die Handlungsempfehlungen geben wertvolle Impulse und Informationen, was einen guten Stillstart unterstützt:
In der Schwangerschaft: Wiederkehrende Beratung zum Stillen ab dem zweiten Schwangerschaft-Trimester durch Fachkräfte wie Hebammen und Frauenärztinnen und -ärzte wird empfohlen.
Zur Geburt: Die Wahl der Geburtsklinik kann sich positiv auf den Stillstart auswirken. Die Antworten auf folgende Fragen verraten, wie stillfreundlich eine Klinik ist:
- Können Mutter und Kind unmittelbar nach der Geburt ungestörten Hautkontakt haben?
- Wird das Baby bei der Mutter im Zimmer sein (24-Stunden-Rooming-in)?
- Darf das Baby jederzeit an die Brust?
- Informiert die Klinik umfassend über das Stillen?
- Wird das Baby nur zusätzlich zum Stillen gefüttert, wenn es medizinisch notwendig ist?
Nach der Geburt: Begleitung vom Wochenbett bis zum Ende der Stillzeit durch fachkundige Hebammen, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger, Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte, Gesundheitsfachkräfte der Frühen Hilfen oder Stillberatungen ist sinnvoll.
Weitere Informationen:
Im Rahmen der Weltstillwoche engagieren sich unterschiedlichste Institutionen dafür, bestmögliche Rahmenbedingungen für das Stillen zu schaffen und frühzeitig zu informieren, damit alle Familien selbstbestimmte Entscheidungen treffen können. Unter Beteiligung von WHO und UNICEF ist die Weltstillwoche die größte gemeinsame Kampagne aller stillfördernden Organisationen weltweit. Ziel ist es, Stillen als natürliche und selbstverständliche Ernährung für Säuglinge in den Mittelpunkt zu stellen und über die positiven Effekte des Stillens zu informieren.
Netzwerk Gesund ins Leben: Weltstillwoche 2026
Netzwerk Gesund ins Leben: Warum gehört Stillvorbereitung zur Geburtsvorbereitung?
BZfE: Gut essen in der Stillzeit
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