Gesund essen, langsamer altern?

Verschiedene Ernährungsweisen zeigen ähnliche Zusammenhänge

In einer Küche sitzt ein grauhaariger, bärtiger Mann im T-Shirt und isst Obst aus einer Schüssel. © Lumos sp – stock.adobe.com

(BZfE) – Wer sich ausgewogen ernährt, altert offenbar biologisch langsamer. Dafür braucht es keine bestimmte „perfekte“ Diät: Verschiedene Ernährungsweisen können positive Effekte haben. Das zeigt eine Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), für die Daten von rund 7.500 Erwachsenen ausgewertet wurden.

Die Forschenden untersuchten die Ernährungsgewohnheiten von 6.470 Teilnehmenden der Bonner Rheinland Studie des DZNE und überprüften die Ergebnisse anhand von rund 1.000 Personen aus der EPIC-Potsdam-Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Mithilfe von Punktesystemen verglichen sie zehn Ernährungsweisen, die als gesund gelten. Dazu gehörten unter anderem die mediterrane und nordische Kost sowie die DASH-Diät, die ursprünglich zur Senkung des Blutdrucks entwickelt wurde.

Doch wie lässt sich biologisches Altern messen? Dafür analysierte das Forschungsteam Blutproben auf sogenannte DNA-Methylierungsmuster. Dabei handelt es sich um chemische Markierungen an der DNA, die die Aktivität von Genen beeinflussen können, ohne die Erbinformation selbst zu verändern. Diese Muster wandeln sich im Laufe des Lebens und können Hinweise auf biologische Alterungsprozesse geben.

Alle zehn untersuchten Ernährungsweisen waren mit einem langsameren biologischen Altern verbunden. Je höher die Ernährungsqualität, desto stärker war dieser Zusammenhang. Die beobachteten Effekte waren zwar eher gering, könnten aber zur Vorbeugung altersbedingter Erkrankungen wie Demenz und Herz-Kreislauf-Leiden von Bedeutung sein.

Auch wenn jede Diät eigene Muster der DNA-Methylierung zeigte, überschnitten sich mehr als 70 Prozent der beeinflussten biologischen Signalwege. Sie betrafen unter anderem die Zellstruktur, die Kommunikation zwischen Zellen und die Stoffwechsel-Prozesse, die für das Altern und chronische Erkrankungen wichtig sind.

Besonders ausgeprägt war der Zusammenhang zwischen Ernährungsqualität und langsamerem biologischen Altern bei Rauchenden. Dabei ernährten sie sich nicht gesünder als Nichtrauchende. Möglicherweise profitieren sie besonders von einer gesunden Ernährung, da Rauchen die Gesundheit stark belastet. Warum der Zusammenhang in dieser Gruppe stärker ausfiel, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Ergebnisse bedeuten keinesfalls, dass eine gesunde Ernährung die gesundheitlichen Folgen des Rauchens ausgleichen kann. 

„Unsere Daten zeigen, dass verschiedene Ernährungsstile mit einem langsameren Altern verbunden sind – einige mehr, andere weniger“, resümiert Professorin Monique Breteler, Direktorin für Populationsbezogene Gesundheitsforschung am DZNE und Leiterin der Rheinland Studie. Eine gesunde Ernährung muss demnach nicht nach einem einzigen Muster gestaltet sein. Persönliche und kulturelle Vorlieben, Budget und Geschmack können bei der Auswahl eine Rolle spielen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Nature Communications“ veröffentlicht. Sie könnten künftig dazu beitragen, gezieltere Ernährungsempfehlungen für gesundes Altern zu entwickeln.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

DZNE: Gesunde Ernährung ist mit langsamerem biologischen Altern verknüpft – doch es gibt nicht DIE „beste“ Diät

Zur Studie: Associations between diet quality, epigenetic aging and epigenome in two population-based cohorts

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