Jod in der Schwangerschaft

So gelingt die Versorgung von Mutter und Kind

Eine schwangere Frau steht in der Küche vor einem Teller mit Brot, Ei und Käse sowie Obst und einem Glas Wasser und öffnet eine Pillenverpackung. © stockbusters – stock.adobe.com

(BZfE) - Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das für das Wachstum und die Entwicklung eines ungeborenen Kindes unverzichtbar ist. Es wird benötigt, um Schilddrüsenhormone zu bilden. Diese beeinflussen zahlreiche Stoffwechselprozesse. Während der Schwangerschaft ist eine ausreichende Jodversorgung besonders wichtig, weil sich der Bedarf der Frau erhöht und das ungeborene Kind auf eine ausreichende Versorgung mit Schilddrüsenhormonen angewiesen ist. Die Jodversorgung in Deutschland ist allerdings nicht optimal und zeigt einen rückläufigen Trend. 

Viele Frauen nehmen bereits vor einer Schwangerschaft zu wenig Jod auf. Deshalb lohnt es sich, bereits bei Kinderwunsch auf eine jodreiche Ernährung zu achten und die Versorgung während der Schwangerschaft im Blick zu behalten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Schwangeren 220 Mikrogramm (µg) Jod pro Tag. Erwachsene, die nicht schwanger sind, brauchen 150 µg Jod pro Tag. 

„Selbst bei sorgfältiger Lebensmittelauswahl, Verwendung von Jodsalz und einem regelmäßigen Verzehr von Meeresfisch sowie Milch und Milchprodukten ist es schwer, den erhöhten Jodbedarf in der Schwangerschaft zu decken“, sagt Constance Rybak, Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung. Daher empfiehlt das Netzwerk Schwangeren, zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung mit jodiertem Speisesalz ein Nahrungsergänzungsmittel mit 100-150 µg Jod täglich einzunehmen. Bei Schilddrüsenerkrankungen sollte vor der Supplementierung eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin erfolgen

Eine bewusste Lebensmittelauswahl hilft dabei, die Jodzufuhr zu verbessern:

  • Wöchentlich Fisch: Kabeljau und andere Meeresfische sind eine gute natürliche Jodquelle.
  • Täglich Milch(-produkte) und regelmäßig Eier: Milch, Joghurt, Käse und Eier können einen wichtigen Beitrag zur Jodversorgung leisten, wenn dem Tierfutter Jod zugesetzt wurde.
  • Jodiertes Speisesalz: Wer Salz verwendet, sollte Jodsalz wählen. Dennoch gilt, Salz insgesamt sparsam verwenden. Auch beim Einkauf lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste. Bei Brot, Wurst und anderen verarbeiteten Lebensmitteln solche mit Jodsalz wählen.

Wer sich vegan ernährt, Fisch und Milchprodukte meidet, lässt sich am besten individuell beraten.

Bei Jod kommt es auf die richtige Menge an. Getrocknete Algen und Seetang-Produkte können sehr hohe und stark schwankende Jodgehalte aufweisen. Sie sind deshalb keine verlässliche Möglichkeit, den täglichen Bedarf zu decken und können zu einer übermäßigen Jodaufnahme führen. Schwangere sollten solche Produkte nicht essen.

bzfe.de

Weitere Informationen:

Netzwerk Gesund ins Leben: Nachgefragt: Warum brauchen Schwangere zusätzlich Jod? 

Netzwerk Gesund ins Leben: Jod vor und in der Schwangerschaft – Handlungsempfehlungen