Wie umweltfreundlich sind Tiefkühlprodukte?

Zutaten, Lagerung und Zubereitung sind entscheidend

Die Bildfläche ist ausgefüllt mit tiefgekühlten Erbsen, grünen Bohnen, Kohlrabi- und Möhrenstückchen. © jeho.photography – stock.adobe.com

(BZfE) − Die Tiefkühlung von Lebensmitteln und die Einhaltung einer durchgehenden Kühlkette benötigt Energie. Das heißt aber nicht, dass Tiefkühlprodukte automatisch eine schlechtere Umweltbilanz haben als vergleichbare Lebensmittel, die gekühlt oder ungekühlt angeboten beziehungsweise im Haushalt selbst zubereitet werden. Denn für die Umweltbilanz eines Lebensmittels ist der Energieeinsatz fürs Tiefkühlen nur ein Faktor unter vielen. Das zeigt die Studie „Umweltbilanz Tiefkühlkost 2025“ des Öko-Instituts im Auftrag des Deutschen Tiefkühlinstituts.

Für die Studie hat das Öko-Institut sieben Produktgruppen untersucht: Erbsen, Hühnerfrikassee, Mandel-Bienenstich-Torte, Weizenbrötchen, Salami-Pizza, Burger-Patties und Pommes frites. Dabei wurden die Tiefkühlprodukte jeweils mit einer nicht tiefgekühlten Variante verglichen. Betrachtet wurde ihr gesamter Lebenszyklus – von der Erzeugung der Zutaten über die Verarbeitung, Verpackung und Lagerung bis hin zur Zubereitung zu Hause und zur Entsorgung.

Die Ergebnisse zeigen: Bei den Treibhausgasemissionen und weiteren Umweltwirkungen wie der Landnutzung und der Wasserknappheit liegen die untersuchten Tiefkühlprodukte häufig in einer ähnlichen Größenordnung wie die jeweiligen Alternativen. Hier zeigt sich, dass die Angebotsform weniger ausschlaggebend ist als die verwendeten Zutaten. So verursachen ein tiefgekühltes und ein gekühltes Burger-Patty aus Rindfleisch über ihren gesamten Lebenszyklus ähnlich viele Treibhausgase, ein Tiefkühl-Patty aus rein pflanzlichen Zutaten dagegen deutlich weniger. Ähnliche Unterschiede zeigen sich auch bei anderen Produkten mit einem hohen Anteil tierischer Zutaten im Vergleich zu pflanzlichen Alternativen – ob tiefgekühlt oder nicht.

Tiefkühlprodukte sind lange haltbar und lassen sich häufig portionsweise entnehmen. Das kann helfen, Lebensmittelabfälle zu vermeiden. Denn Lebensmittel, die im Müll landen, belasten die Umwelt unnötig. Gleichzeitig benötigt die Tiefkühllagerung Energie. Wer den Gefrierschrank übersichtlich hält, nur benötigte Mengen entnimmt und Lebensmittel rechtzeitig vollständig verbraucht, kann die Vorteile der langen Haltbarkeit nutzen und unnötige Abfälle vermeiden.

Die Studie macht deutlich, dass sich die Umweltbilanz von Lebensmitteln nur beurteilen lässt, wenn ihr gesamter Lebensweg betrachtet wird. Nicht allein die Tiefkühlung entscheidet, sondern das Zusammenspiel von Zutaten, Herstellung, Lagerung, Zubereitung und Lebensmittelabfällen.

Melanie Kirk-Mechtel, bzfe.de 

Weitere Informationen:

Öko-Institut: Ergebnisbericht – Vergleich der Umweltwirkungen von ausgewählten Tiefkühlprodukten und alternativen Angebotsformen entlang des gesamten Lebenszyklus

Öko-Institut: Umweltwirkungen von Tiefkühlprodukten: Auf Rezeptur, Lagerung und Zubereitung kommt es an

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