(BZfE) – Anis zählt zu den ältesten bekannten Gewürzen. Sein süßlich-würziges Aroma erinnert leicht an Lakritz und Fenchel. Anis ist ein beliebtes Gewürz für helle Brote und süßes Gebäck wie Waffeln, Baiser und Biskuits. Besonders häufig kommt es in der Adventszeit zum Einsatz, etwa in Anisplätzchen, Nürnberger Lebkuchen und Aachener Printen. Darüber hinaus verleiht Anis Spirituosen wie dem französischen Pastis oder dem griechischen Ouzo ihr charakteristisches Aroma.
Auch herzhafte Speisen erhalten mit Anis eine besondere Note – etwa mediterrane Fischgerichte, Geflügel, Salatdressings, Pilze oder saisonales Gemüse wie Rotkohl, Möhren und Kürbis. In der süßen Küche harmoniert Anis mit sommerlichen frischen Erdbeeren und Himbeeren ebenso wie mit herbstlichem Birnenkompott und Pflaumenmus.
Obwohl sich beide Gewürze im Namen und Aroma ähneln, sind Anis und Sternanis botanisch nicht miteinander verwandt und sehen auch ganz unterschiedlich aus. Echter Anis (Pimpinella anisum) gehört zur Familie der Doldenblütler und ist mit Fenchel, Dill und Kümmel verwandt. Sternanis (Illicium verum) stammt dagegen von einem immergrünen Baum aus der nach ihm benannten Pflanzenfamilie der Sternanisgewächse. Er schmeckt meist intensiver, würziger und etwas schärfer als Anis.
Die einjährige Anispflanze ist ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet und wird etwa 30 bis 60 Zentimeter hoch. Aus den kleinen weißen Blüten entwickeln sich wenige Millimeter große Früchte, die in der Küche als Anissamen oder Aniskörner bezeichnet werden. Ihre Farbe reicht von Hellgraugrün bis Graubraun.
Ein Küchentipp: Am intensivsten schmeckt Anis, wenn die ganzen Früchte erst kurz vor der Verwendung im Mörser zerstoßen oder frisch gemahlen werden. Auch kurzes trockenes Anrösten kann das Aroma verstärken. Da Anis schnell dominant schmeckt, empfiehlt es sich, ihn zunächst sparsam zu dosieren.
Anis ist häufig Bestandteil von Kräutertees zur Unterstützung der Verdauung, etwa in Kombination mit Fenchel und Kümmel. In der traditionellen pflanzlichen Medizin kommt Anis unter anderem bei leichten, krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen zum Einsatz. Das charakteristische Aroma beruht vor allem auf Anethol, das einen großen Anteil des ätherischen Öls ausmachen kann.
Im Handel ist Anis ganz, geschrotet oder gemahlen erhältlich. Da gemahlener Anis sein Aroma schneller verliert, empfiehlt es sich, ganze Samen zu kaufen. Am besten trocken, lichtgeschützt und in einem gut verschlossenen Gefäß aufbewahren.
Heike Kreutz, bzfe.de
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