(BZfE) – Der Skyr ist ausverkauft, das Lieblingsmüsli nicht lieferbar, der Tofu vergriffen? Wenn im Supermarkt plötzlich ein Produkt fehlt, bedeutet das nicht automatisch, dass ein Lebensmittel generell knapp ist. Häufig handelt es sich um einen vorübergehenden Engpass. Manchmal ist die Nachfrage einfach schneller gestiegen als der Nachschub. Doch auch Wetter, Ernten, Transportwege und internationale Entwicklungen können dazu führen, dass Lebensmittel kurzfristig knapp werden.
Lebensmittel legen oft einen langen Weg zurück, bevor sie im Einkaufswagen landen. Unwetter, Dürren, Überschwemmungen oder andere Extremwetterereignisse können Ernten beeinträchtigen – und damit auch die Verfügbarkeit und die Preise von Lebensmitteln. Auch der Klimawandel kann solche Risiken verstärken.
Hinzu kommen Ereignisse, die Lieferketten unterbrechen können: Streiks, politische Krisen, Konflikte oder Probleme beim Transport. Schon wenn ein wichtiger Produktionsstandort ausfällt oder eine Lieferroute nicht wie geplant funktioniert, kann sich das bis ins Supermarktregal auswirken.
Auch Lebensmittel-Hypes, die in Sozialen Medien wie TikTok oder Instagram entstehen, können eine massive Nachfrage nach bestimmten Produkten auslösen. Aktuelle Beispiele aus den vergangenen Jahren sind Dubai-Schokolade, Matcha oder Skyr. Bei Tofu hat nicht nur der Trend zu pflanzenbasierter Ernährung die Nachfrage angekurbelt, auch begrenzte Produktionskapazitäten aufgrund technischer Probleme bei Herstellern haben das Angebot eingeschränkt. Auch High-Protein-Produkte wie Shakes und Riegel haben den Weg von der Fitnessszene in die breite Käufer-Masse geschafft. Das führte angesichts der starken Nachfrage zwischenzeitlich zu Engpässen bei der Verfügbarkeit von Molkenprotein.
Manchmal ist die Ware sogar vorhanden – nur nicht dort, wo sie gerade gebraucht wird. Ein Produkt kann beispielsweise im Zentrallager liegen, während es in einzelnen Filialen bereits ausverkauft ist. Moderne Warenwirtschaftssysteme helfen dem Handel dabei, Bestände und Nachfrage möglichst genau zu planen und rechtzeitig nachzubestellen.
Ist ein gewünschtes Produkt nicht verfügbar, führt dies einerseits zu Frust auf Seiten der Kundschaft, andererseits auch zu einem möglichen Umsatzverlust auf Handelsseite. Wie Verbraucherinnen und Verbraucher auf diese Situation reagieren, hat eine Studie der Dualen Hochschule Baden-Württemberg untersucht. In den meisten Fällen entscheidet sich die Kundschaft, unabhängig von der Warengruppe, ein Alternativprodukt zu kaufen. Dabei wählen 85 Prozent der Befragten eine konkurrierende Marke, die einen möglichst gleichen oder geringeren Verkaufspreis hat.
„Verbraucherinnen und Verbraucher sind in Deutschland grundsätzlich in einer sehr privilegierten Lage", sagt Dr. Barbara Kaiser, Leiterin des Bundeszentrums für Ernährung. „Das Angebot in unseren Supermärkten ist breit und üppig. Punktuelle Leerstellen in den Regalen sollten daher kein Grund zur Sorge oder zur Klage sein." Wenn also einmal das Lieblingsprodukt fehlen sollte, nicht ärgern, sondern etwas Neues ausprobieren.
Weitere Informationen:
Ökolandbau.de: Lebensmittelengpässe: Wodurch entstehen Lücken im Regal?
